Aarau

Die Ludothek kämpft mit Personalmangel

Die beiden Ludothek-Mitarbeiterinnen Lotti van der Sman und Magdalena Kwiatkowska (r.) hoffen auf neue Kolleginnen.

Die beiden Ludothek-Mitarbeiterinnen Lotti van der Sman und Magdalena Kwiatkowska (r.) hoffen auf neue Kolleginnen.

Personen, die mehrere Stunden pro Woche ehrenamtlich in der Aarauer Spielzeug-Ausleihe arbeiten wollen, sind rar. Sollten sich nicht bald neue Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen finden, droht eine Reduktion der Öffnungszeiten.

Das lässt aufhorchen: «Wir suchen dringend mehrere neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, da wir sonst unseren Betrieb nicht im gleichen Mass weiterführen können.» Geschrieben hat das Ludothek-Mitarbeiterin Marcella Haab in einem Mail, die in den letzten Tagen an sämtliche Abobesitzer verschickt wurde. Und auf der Homepage der Ludothek leuchtet ein Warndreieck: Aufgrund von Personalmangel könnte es zu längeren Wartezeiten kommen.

Neun Köpfe im Team reichen nicht

Wie schlimm steht es um die Ludothek? «Das Personalproblem ist sehr akut», bekräftigt Haab auf Nachfrage. Derzeit bestehe das Team noch aus neun freiwilligen Mitarbeiterinnen – das reicht gerade, um die vier Öffnungszeiten doppelt zu besetzen. «Mindestens zwei Mitarbeiterinnen müssten vor Ort sein, um die anfallenden Arbeiten zu erledigen und die Kunden optimal bedienen zu können», sagt Haab.

Eng wird es, wenn jemand krank wird, oder wenn – wie diese Woche – drei Mitarbeiterinnen in den Ferien sind. Ausserdem hört im Herbst eine der Mitarbeiterinnen auf. Eine Zweite, die seit 20 Jahren in der Ludothek mitarbeitet, möchte eigentlich aufhören, bleibt aber vorläufig bis zum Frühling.

Lieber in bezahlte Arbeit investieren

Das Problem ist klar: die Ehrenamtlichkeit. Zwar werden den Mitarbeiterinnen die Spesen bezahlt, nicht aber die Einsätze in der Ausleihe, die Teamsitzungen, die Spieleabende und die Hintergrundarbeit. Die Arbeitszeiten summieren sich: Pro Woche leistet eine Mitarbeiterin laut Haab bis zu sechs Stunden Arbeit, die Leitung und Buchhaltung einer Ludothek verlangen oftmals mehr. «Da überlegen sich viele, diese Zeit in eine bezahlte Arbeit zu investieren.» Doch für die Mitarbeiterinnen sind die abwechslungsreiche und sinnvolle Arbeit, der Kontakt mit den Kunden und die Zusammenarbeit im Team ausschlaggebend.

Sollten sich in den nächsten Wochen keine neuen Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen finden, müssten wohl oder übel die Öffnungszeiten reduziert werden. «Wir möchten das tunlichst vermeiden, damit sich unser Angebot nicht verschlechtert», sagt Haab. Im schlimmsten Fall würde aber nichts anderes übrig bleiben. Besteht die Gefahr, dass die Ludothek geschlossen wird? Haab verneint: «Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um das zu vermeiden.»

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