Erlinsbach

Die Salhöhe wird zur Baustelle: «Neue Mauer soll mindestens 80 Jahre lang halten»

Die beiden Mauern erhalten neue, wetterfeste Natursteine. Damit soll die Sicherheit verbessert werden.

Erst neue Stützmauern, nächstes Jahr ein neuer Belag – die Passstrasse wird saniert.

Für die Fahrt auf die Salhöhe braucht man derzeit etwas mehr Geduld als sonst: Der Kanton saniert zwei der Stützmauern entlang der Passstrasse am Südhang. Die Arbeiten an der ersten Mauer haben Mitte Mai begonnen, bei der zweiten ist der Baustart für die nächste Woche vorgesehen. Der Verkehr wird mittels Ampelanlagen einspurig geführt.

Die Saalhofstrasse wird durchschnittlich von 1730 Fahrzeugen pro Tag befahren, unter anderem vom Zubringerverkehr der Klinik Barmelweid. Auch die Buslinie 2 führt hier durch. Damit der Busverkehr von den Baustellen weniger eingeschränkt wird, verfügen die Busse über Sender, mit denen sie die Grünphasen der Ampeln beeinflussen können.

Stein nicht frostbeständig

Die beiden sanierungsbedürftigen Mauern sind 108 respektive 55 Meter lang und 4,6 respektive 4 Meter hoch. An der Sohle haben sie eine Dicke von etwa zwei Metern. Sie liegen rund 1,3 Kilometer auseinander. «Wir wissen nicht genau, wie alt sie sind, aber sie haben sicherlich ihre Lebensdauer erreicht», so Projektleiter David Probst von der Abteilung Tiefbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt. Die Schwergewichtsmauern bestehen aus einem Betonkern, der mit Natursteinen verkleidet ist.

Diese Natursteine – Kalksetin, wie er in den umliegenden Jurahügeln vorkommt – sind nicht frost- und tausalzbeständig. Deshalb sind aufgrund von Witterungseinflüssen in den letzten Jahren immer wieder kleinere und grössere Fragmente herausgesprengt und auf der Strasse gelandet – ein Sicherheitsrisiko, vor allem für Töff- und Velofahrer. Bei der Sanierung wird nun der Naturstein entfernt und auf einer neuen Fundation wieder aufgebaut. «Dieses Mal mit rund 300 Tonnen Kalkstein aus dem deutschen Ditfurt, der die gewünschte Beständigkeit mitbringt», so David Probst. «Die neue Mauer soll mindestens 80 Jahre lang halten.»

An der kürzeren Mauer ist bereits ein deutlicher Baufortschritt zu erkennen. Auffallend ist, dass die Naturstein-Lagen unterschiedliche Höhen aufweisen. «Damit kein zu eintöniges Bild entsteht», erklärt der Projektleiter. Die Sanierungskosten betragen rund 0,94 Millionen Franken.

Die Bauarbeiten an den Stützmauern sollen etwa Ende Oktober 2019 abgeschlossen werden. Doch damit hat es sich noch nicht. Es sind auch noch Belagsarbeiten, Bankettstützarbeiten sowie die Umgestaltung der Bushaltestellen auf der Passstrasse geplant. Los geht es voraussichtlich erst im 2020. Der Projektperimeter für die Sanierung reicht von der Bushaltestelle Laurenzenbad bis auf die Passhöhe.

Auch auf der anderen Seite des Passes gibt es übrigens Verkehrsbeschränkungen: Heute Mittwochabend von 19 Uhr bis Donnerstagmorgen um 5 Uhr ist die Durchfahrt nach Kienberg gesperrt. Dies laut Gemeindemitteilung «aufgrund Demontagearbeiten eines Krans, welcher von der Strasse her mit einem Mobilkran aus der Baugrube gehoben werden muss».

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