Lager

Die Schule Suhr im Skilager: Ohne Küchendienst fehlt etwas

Über 70 Suhrer Schulkinder fuhren in den Skiferien mit «GoSnow» nach Arosa. Organisiert hatte das Lager der Verein Schneesportinitiative Schweiz.

Über 70 Suhrer Schulkinder fuhren in den Skiferien mit «GoSnow» nach Arosa. Organisiert hatte das Lager der Verein Schneesportinitiative Schweiz.

Zum ersten Mal ist die Schule Suhr mit dem Rundumpaket von «GoSnow» ins Schneesportlager gereist. Ein Fazit.

Die Skiferien sind um, die Schneesportlager Vergangenheit. Auch für die über 70 Suhrer Schulkinder, die dieses Jahr zum ersten Mal mit «GoSnow» des Vereins Schneesportinitiative Schweiz ins Lager gefahren sind. «GoSnow» bietet Schneesportlager als fixfertige Pakete an.

Das Ziel: Möglichst viele Kinder mit dem Schneesportvirus infizieren. Dafür gibt es ein Lager für 350 Franken Elternbeitrag pro Kind, inbegriffen sind Reise, Vollpension, Mietmaterial, Skibillett und Skilehrer. Getragen wird «Go-Snow» von Verbänden verschiedener Schneesportbranchen, mehreren Kantonen sowie dem Bund (AZ vom 29.Januar).

Auch ein günstiges Lager bringt nicht alle Kinder in den Schnee

Für die Gemeinde Suhr, die wie viele andere unter der Last der immer teurer werdenden Teilkosten (Reise, Billette, Unterkunft) ächzt, ein Lichtblick. Schliesslich müssen die Elternbeiträge für das Lager so tief sein, dass jedem Kind die Teilnahme möglich ist. «Ohne ‹GoSnow› hätten wir niemals ein Angebot mit einem Elternbeitrag von 350 Franken bieten können», sagte Gesamtschulleiterin Denise Widmer vor dem Lager. Jetzt ist das Lager um – hat sich das Päckchen bewährt?

Nicht nur, sagt Denise Widmer. «Das Hauptproblem war, dass das Lagerhaus in Arosa nicht optimal war. Es war zeitgleich noch eine zweite Lagergruppe im Haus untergebracht.» So seien sich die Suhrerinnen und Suhrer nicht automatisch im Haus begegnet, beziehungsweise es waren eben noch andere Jugendliche dort.

«So war es schwieriger, ein gemeinsames Lagergefühl zu erzeugen.» Dazu habe auch die Vollpension beigetragen. «Ein Skilager ohne eigene Küchencrew und dem Küchendienst für die Kinder ist einfach nicht das Gleiche, das haben wir jetzt gemerkt.»

Ein weiterer Schönheitsfehler, wenn auch kein Suhr-spezifisches Problem: Auch ein günstiges Lager schafft es nicht, Kinder weniger privilegierter Eltern in den Schnee zu holen. Ins Lager fahren die Kinder der Eltern, die sich Skiferien leisten können. Oder: Von den subventionierten Lagern profitieren diejenigen, die es nicht unbedingt nötig hätten.

«Das ist tatsächlich schwierig», sagt Widmer. Und nicht so einfach auszumerzen, zumindest nicht bei Kindern in diesem Alter. «Wer nicht schon als kleiner Knopf auf der Piste war, den packt die Begeisterung als Oberstufenschüler nicht mehr.» Helfen würde nur, das Skilager obligatorisch zu machen. Oder Schneetage für jüngere Schulkinder einzuführen.

Da aber grätscht den Schulen ein Bundesgerichtsurteil dazwischen, das festhält, dass Eltern an obligatorische Schulanlässe nicht mehr als 16 Franken pro Tag zu bezahlen haben.

Suhr wird auch weiterhin mit «Go-Snow» verreisen. Zu gut sei das Angebot vom fixfertig geschnürten Päckli. «Aber wir werden die Kinder vermutlich auf mehrere Lager aufteilen», so Widmer. Zudem werde man mehr Wert auf die Wahl der Häuser legen. «Für den richtigen Lagergroove braucht es einfach ein eigenes, gemütliches Haus und eine gute Küchencrew.»

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