Den KSA-Mitarbeitern ist im November eine individuelle Lohnerhöhung von einem Prozent kommuniziert worden. Doch kurz vor Weihnachten informierte das Spital in einer Mitteilung, die individuelle Lohnerhöhung für das Jahr 2019 betrage 0,5 Prozent. Der Verwaltungsrat hatte sie halbiert. Betroffen sind rund 3500 Mitarbeitende, die dem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind. 

Das Spital-Personal wehrt sich. Als Reaktion auf die Mitteilung hat die Personalkommission Ende Dezember die Unterschriftensammlung lanciert. Im Begleitschreiben kritisieren die Mitarbeitenden die Anstellungsbedingungen. Das KSA sei «nicht mehr konkurrenzfähig». Sie befürchten weiter, dass sich die angespannte Personalsituation weiter verschärfen und der Stress beim verbleibenden Personal weiter zunehmen werde, was zu einer erneuten Abwendung vom KSA als Arbeitgeber führen werde.

Heute Dienstag werden die Unterschriften der Geschäftsleitung zuhanden des Verwaltungsrates übergeben. Ziel ist, dass der Verwaltungsrat an seiner Sitzung Ende Februar die Forderung bespricht. Bernd Rosenkranz, Mitglied der Personalkommission, ist erfreut, dass so viele Mitarbeitende die Petition unterschrieben haben. «Es zeigt, dass die Stimmung am Brodeln ist.» Er beobachte, dass vor allem viele junge Mitarbeitende das Spital verlassen. «Für sie gibt es genug Alternativen.»

Fehlender Nachwuchs

Dass junge Mitarbeitende das KSA verlassen, führe aber früher oder später dazu, dass der Nachwuchs fehlt. Rosenkranz sagt: «Vielleicht steht der Neubau tatsächlich in ein paar Jahren. Aber was, wenn das Personal bis dann weg ist?» Er gibt zu bedenken, dass die mühsame Zeit den Mitarbeitenden noch bevorstehe. Die Zeit des Baulärms und des Umzugs. «Wenn einem dann auch noch die versprochene Lohnerhöhung halbiert wird, stellt sich schon die Frage, was einen noch in Aarau hält.»

KSA-CEO Robert Rhiner versteht den Unmut seiner Leute, wie er im Januar gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF sagte. Aber: «Wir müssen nächstes Jahr eine Ergebnisverbesserung erzielen. Da spielen die Löhne natürlich eine Rolle.» Er betonte, man habe keine Probleme, Personal zu finden.

Silvia Dell’Aquila, Regionalleiterin des VPOD Aargau/Solothurn, sagte im Dezember zur AZ, die Mitarbeitenden seien zurecht verärgert. Zumal der Verwaltungsrat mit diesem Schritt nur einen besseren Abschluss erreichen wolle. Gute Zahlen sind für das KSA wichtiger denn je: Es ist angedacht, den 600 Millionen Franken teuren Neubau über den Kapitalmarkt zu finanzieren.