Erlinsbach
Dreierlei Kunst in der Klinik: Hier stellen Künstler aus der Region aus

Fotografien, Photopainting und Collagen aus vielen Materialen: An der Vernissage auf der Barmelweid in Erlinsbach kommt einiges an Kunst zusammen. Die drei Künstler der verschiedenen Werke stammen aus der Region.

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Walter Zimmerli, Anne-Marie Grenacher und Peter Bolliger (v.l.). Hans Rechsteiner.

Walter Zimmerli, Anne-Marie Grenacher und Peter Bolliger (v.l.). Hans Rechsteiner.

Gleich in mehrfacher Hinsicht ist die Ausstellung, die am kommenden Samstag Vernissage feiert, bemerkenswert. Erstens ist es die letzte Ausstellung des Galeristenpaares Walo und Margrit Steiner. Während 17 Jahren haben sie die Ausstellungen auf der Barmelweid konzipiert. Zweitens handelt es sich bei allen drei ausstellenden Künstlern um Menschen aus der Region – bekannte Gesichter.

Da wäre Walter Zimmerli, pensionierter Chirurg aus Biberstein. Ursprünglich kommt er aus dem Zurzibiet. Dort begann er schon als Jugendlicher zu fotografieren. Während seiner Zeit als Mediziner hatte er etwas weniger Musse, um sein Hobby auszuüben. Aber seit der Pensionierung ist Zimmerli mit seiner Nikon D850 wieder intensiver unterwegs.

Die zweite Ausstellerin, Anne-Marie-Grenacher, ist zwar ursprünglich Winterthurerin, lebt aber schon bald 50 Jahre im Aargau (aktuell in Auenstein). Sie hat ihre künstlerische Tätigkeit im Bereich Tanz begonnen, was sich in vielen ihrer Bildmotive zeigt.

Sie arbeitet mit der Technik «Photopainting». Grundlage für ihre Werke ist immer eine eigene Fotografie. Im Gegensatz zu Zimmerli, der seine Fotografien näher am Ursprungszustand belässt, bearbeitet Grenacher ihre Werke sehr intensiv mit digitalen Werkzeugen, sodass das ursprüngliche Bild oft kaum mehr zu erkennen ist. Es ist ihre 35. Ausstellung auf der Barmelweid.

Schon das 50-Jahre-Ausstellungsjubiläum kann Peter «BO» Bolliger feiern. Er wohnt in Densbüren (und ist Schöpfer des «Deischberli»), stammt aber aus Basel. Seine erste Ausstellung hatte er als Jüngster unter 30 Künstlern 1968 in der Basler Galerie Katakombe – und das nur, weil er dem Galeristen den Kellerabgang weisselte.

Da steckte er noch in der Kunstgewerbeschule. Heute ist Bolliger Grafiker, Maler, Gestalter, Extremist, Kreateur, Handwerker, Töfffahrer, Betonist, Reisender, Fotograf, Beobachter, Schnauzträger. Und er arbeitet alle unmöglichen Materialien in seine oft grossformatigen dreidimensionalen Werke ein: Vogelsand, Senf, Schleifpapier, Zahnpasta, Seile und Schnur, natürlich alle Farben, auch mal ein paar alte Schlüssel – man darf sie «Mehrmaterialienbilder» nennen, die Fachwelt nennt sie Collagen.

Der «Gebrauchsgrafiker» führte als Werber eine Einmann-Agentur, die immerhin den Senn-Chopper als Schweizer Produkt installierte. Motorsport war ihm immer eine Passion.

Die Rennberichte der Motorsportzeitschriften waren ihm zu langweilig, also machte er sich mit Foto und Text selber einen guten Namen, schrieb über die besten Marken an internationalen Rennen rund um die Welt. Für den bekannten Oldtimer-Chauffeur und Sammler Georg Kaufmann bildete er 14 berühmte Rennwagen im Weltformat in Eisenrahmen ab. (HRe/AG/AZ)

Ausstellung: 24. 4. bis 14. 10., geöffnet täglich von 10 bis 20 Uhr. Vernissage im Beisein der Künstler: 28. 4., 14 bis 16 Uhr.

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