Aarau
Drohnen statt Bauprofile: Erstmals sieht Aarau lebensgross, wie die Stadion-Hochhäuser aussehen sollen

Am 24. November stimmt Aarau über ein neues Stadion samt vier Hochhäusern im Torfeld Süd ab. Weil die Bauherrin HRS nicht vorher schon teure Hochhaus-Bauprofile aufstellen wollte (die fürs Stadion stehen bereits), hat sie ein Drohnen-Team damit beauftragt, die Silouhetten der Wohntürme abzufliegen.

Nadja Rohner
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Drohnen-Profilierung der Stadion-Hochhäuser im Aarauer Torfeld Süd
20 Bilder
Die Drohnenpiloten verteilen sich auf dem Areal. Die Bevölkerung von Aarau hatte am Samstag die Möglichkeit, die Dimensionen des Stadionprojektes Torfeld Süd zu sehen und zu erleben. 20 Drohnen flogen die Umrisse der geplanten Hochhäuser über der Industriebrache nach. Das ist billiger als eine Profilierung mit Bauprofilen. Diese wird erst dann gemacht, wenn der Baubewilligungsprozess ansteht.
Einer der Piloten fängt eine Drohne ein. Mit dem Einsatz wurde die Luzerner Firma air-view beauftragt. Insgesamt waren 21 Drohnen im Einsatz. Eine nur als Kameradrohne, die anderen 20 an den vier Ecken der vier Hochhäuser und des Zwischenbaus im Osten.
Drohnen-Profilierung Die Piloten konzentriert an der Arbeit.
Drohnen-Profilierung Zuschauer verfolgen den Drohnenflug beim Cargo Center an der Rohrerstrasse, also auf der anderen Seite des Gleisbetts.
Drohnen-Profilierung Martin Schuhmacher leitete die Drohnenaktion. Er ist Inhaber der Firma air-view.
Drohnen-Profilierung Ein Drohnenpilot konzentriert an der Arbeit.
Drohnen-Profilierung FC Aarau-Fans gelang es im Vorfeld des Drohnenfluges, ein Transparent an einem der alten Fabrikgebäude zu befestigen. Sie hätten keinen Zutritt gehabt.
Drohnen-Profilierung Zuschauer verfolgen den Drohnenflug.
Drohnen-Profilierung Industriebrache Torfeld Süd in Aarau am 9.11.2019.
Drohnen-Profilierung Diese Drohnenpiloten flogen die Umrisse der geplanten Hochhäuser über der Industriebrache Torfeld Süd nach.
Drohnen-Profilierung Florian Rocco ist einer der Drohnenpiloten. Er reiste aus dem Rheintal an.
Drohnen-Profilierung Industriebrache Torfeld Süd in Aarau am 9.11.2019.
Drohnen-Profilierung Die Piloten der beim Briefing auf dem Areal.
Drohnen-Profilierung Martin Schumacher leitete die Drohnenaktion.
Drohnen-Profilierung Die Drohnenpiloten hatten sichtlich Freude an ihrem Einsatz.
Drohnen-Profilierung Martin Schumacher, Inhaber der Firma air-view.
Informationsveranstalung Ein Zuschauer verfolgt den Drohnenflug. Die Bevölkerung von Aarau hatte am Samstag den 9.11.2019 die Möglichkeit die Dimensionen und die Profilierung des Stadionprojektes Torfeld Süd zu sehen und zu erleben. 24 Drohnenpiloten flogen die Umrisse der geplanten Hochhäuser und dem Stadion über der Industriebrache Torfeld Süd nach. Der Stadtrat von Aarau lud im Anschluss an eine Informationsveranstaltung ein. Foto Michael Würtenberg Der Stadtrat lädt die Medienschaffenden und die interessierte Öffentlichkeit im Vorfeld der Volksabstimmung zum Stadion Projekt Torfeld Süd zum Informationsanlass ein.
Drohnen-Profilierung Vor Ort sah man die Drohnen während der Aktion gut. Es ist aber fast nicht möglich, sie abzubilden, wenn sie auf ihrer Zielhöhe sind.
Langzeitbelichtung In dieser Aufnahme, ebenfalls mit Hilfe von Drohnen gemacht, sieht man die Umrisse der Gebäude.

Drohnen-Profilierung der Stadion-Hochhäuser im Aarauer Torfeld Süd

Michael Würtenberg

So etwas hat Aarau noch nie gesehen: Am Samstag um 11 Uhr liess die Luzerner Firma air-view im Auftrag der Stadionbauerin HRS 21 Drohnen über dem Torfeld Süd aufsteigen.

Während 20 Minuten schwebten sie über der Industriebrache, auf der künftig das Stadion samt vier Hochhäusern und einem Zwischenbau stehen soll. Die Drohnen markierten die Eckpunkte der geplanten Gebäude in bis zu 75 Metern Höhe.

Drohnenflug war bis ins Detail geplant

Schon vor 9 Uhr stehen die Piloten – Drohnen fliegen scheint ein Männerhobby zu sein – auf dem Platz vor dem letzten verbliebenen Fabrikgebäude auf der Industriebrache. Gut gelaunt, trotz der Kälte. Immerhin: Die Kaffeemaschine funktioniert, es gibt Gipfeli. Martin Schumacher, Inhaber der Firma air-view, geht mit dem Team den Ablauf nochmals durch. Wer steht wo? Wie nahe heran darf man die Zuschauer lassen? Was passiert, wenn sich eine grosse Menschenmenge bildet? Wenn es anfängt zu regnen, wenn ein Heli das Kantonsspital anfliegen muss?

Nach dem Briefing bleibt ein Moment für Erinnerungsfotos, Materialtest, Fachsimpeln. Plötzlich, kurz vor 10 Uhr, raschelt etwas in der Nähe. Ein Blick nach oben: Es ist doch tatsächlich ein paar Gestalten gelungen, sich guerillamässig Zugang zum Dach des alten Fabrikgebäudes zu verschaffen und ein Plakat über die Brüstung zu hängen: «2xJa für Aarau». Einsatzleiter Schumacher ist gar nicht begeistert. Die Torfeld-Brache ist umzäunt, betreten tabu. Nicht umsonst hat die HRS jemanden beauftragt, regelmässig nach dem Rechten zu schauen. Auf dem Gelände kann man sich sehr leicht verletzten, überall ragen Armierungseisen aus dem Boden, Gräben tun sich auf. Nur einen Moment lang ist das Drohnen-Team perplex - und handelt dann blitzschnell. Während einer das Plakat wieder abhängt, lässt ein anderer seine Drohne aufsteigen und verflogt die flüchtenden Missetäter: «Wir haben ihre Autonummer», ertönt es triumphierend.

10.45 Uhr. Langsam werden die Füsse kalt und die Sache ernst. Martin Schumacher steht längt auf dem Dach des «Cargo Centers» auf der anderen Seite der Geleise, an der Rohrerstrasse. Von da hat er alles im Blick. Noch 15 Minuten. «Ist alles gut?», erkundigt er sich über Funk bei seinen Piloten. «Macht bitte eine letzte Kontrolle.» 11.01 Uhr: «Propeller anlassen und auf mein Zeichen warten.»

Dann der Countdown. Bei Null erfüllt das Sirren von 21 Drohnen die Luft, 20 nehmen ihre Position an den Hochhaus-Ecken ein; die grosse Kameradrohne schwebt dazwischen hin und her. Unten am Boden staunen die Zuschauer und recken die Zeigefinger; gegen 100 Personen dürften es insgesamt gewesen sein. Vier Personen aus Schumachers Team patrouillieren rund ums Areal und sorgen dafür, dass das Publikum den vom Bund vorgegebenen Sicherheitsabstand für solche Drohnenflüge einhält.

Für einmal ist man froh um den Hochnebel; die schwarzen Maschinen heben sich vom weissgrauen Untergrund gut ab. «Sieht perfekt aus», funkt Martin Schumacher um 11.06 Uhr. Zum ersten Mal bekommt Aarau einen Eindruck davon, was hier im Torfeld Süd enstehen soll. «Gewaltig», sagt ein Zuschauer, den Kopf im Nacken. Nach exakt 20 Minuten sind die Drohnenakkus leer, die Show vorbei. Alles gut gelaufen. «Ihr sind scho geili Sieche», ertönt das Lob des Einsatzleiters aus dem Funkgerät.

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