Suhr

Eigene Küche statt Tunneltransport: Pflegeheim Lindenfeld braucht neue Verpflegungslösung

Demenzstation «Haus am Teich»: Die Baustelle wartet noch auf die Holzbauelemente, die Anfang Juni montiert werden sollen.

Demenzstation «Haus am Teich»: Die Baustelle wartet noch auf die Holzbauelemente, die Anfang Juni montiert werden sollen.

Das Pflegeheim Lindenfeld in Suhr prüft den Einbau einer eigenen Küche – die Pläne des Kantonsspitals passen nicht mit seinen Verpflegungsbedürfnissen zusammen. Abgeordnete des Gemeindeverbandes haben nun einem Planungskredit zugestimmt.

Was die Verpflegung angeht, ist das auf Suhrer Boden gelegene Pflegeheim Lindenfeld zu 100 Prozent vom Kantonsspital Aarau (KSA) abhängig. Der Transfer der Mahlzeiten erfolgt durch einen unterirdischen Gang, der den KSA-Neubauplänen im Weg sein könnte. Und vor allem schraubt das KSA, wie Lindenfeld-Direktor Thomas Holliger an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands Lindenfeld durchblicken liess, an seinem eigenen Verpflegungskonzept.

Dabei würden Lösungsansätze diskutiert, die noch weniger als bisher mit den Verpflegungsbedürfnissen einer Langzeitinstitution kompatibel wären. Vorgesehen ist nach dem Ersatz der mittlerweile 30-jährigen KSA-Küche ein 7-Tage-Menüplan, der dann wieder von vorne beginnt. «Für uns», so Holliger, «ist das fast nicht machbar.»

Und Dominique Deubelbeiss, Leiterin Pflege und Therapien, fragte konkret: «Was fängt eine 90-jährige Frau mit einem Griechischen Salat an, der von der Spitalküche angeboten wird?» «Wenn das Angebot nicht stimmt, nützen Synergien nichts.»

KSA will künftig mehr verlangen

Eine anderes Problem, das sich in Zukunft abzeichnen dürfte, ist finanzieller Natur: Der Verpflegungs-Tagessatz für 2019 liegt bei 30 Franken. Das KSA, so Thomas Holliger, habe signalisiert, dass künftig 36 Franken nötig wären. Die Rede sei auch schon von 45 Franken gewesen. Wenn das Lindenfeld die Vollkosten ans KSA bezahle, so der Lindenfeld-Direktor weiter, trage es die Infrastrukturkosten des Spitals mit, ohne etwas davon zu haben.

Im Lindenfeld macht man sich deshalb konkret Gedanken über eine vom KSA unabhängige Verpflegungslösung. In diesem Sinne wurde eine Kooperation mit dem Suhrer Alters- und Pflegeheim Steinfeld geprüft. Herausgekommen ist nach Holligers Angaben, dass sich dabei Preise ergeben würden, die fürs Lindenfeld «nicht günstiger sind als eine eigene Küche».

Platz für eine solche ist im Lindenfeld in absehbarer Zeit vorhanden, weil der Auszug der Demenzabteilung ins «Haus am Teich» zur Schliessung einer Abteilung im Hauptgebäude führt. Unter diesen Umständen könne das Untergeschoss für die Küche «freigeschaufelt» werden, sagte Holliger. Und eine eigene Küche rechne sich durchaus.

150 000 Franken fürs Vorprojekt

Den Abgeordneten lag deshalb ein Antrag auf Genehmigung eines Planungskredits von 150 000 Franken. Mit diesem Geld soll ein Vorprojekt mit Umsetzungs- und Realisierungsplan inklusive definitivem Kostenvoranschlag für eine eigene Satelliten-Küche erarbeitet werden.

Aus dem Kreis der Abgeordneten wurde einzig die Höhe des Kredits zum Diskussionsthema gemacht. In den 150 000 Franken sei sicher eine gewisse Reserve drin, sagte dazu Direktor Thomas Holliger. Und Beat Rüetschi, Präsident des Gemeindeverbands Lindenfeld ergänzte, der Kredit müsse einfach hoch genug sein. Ausgeschöpft werden müsse er nicht. Der Planungskredit wurde in der Folge oppositionslos gutgeheissen.

«Haus am Teich» ist auf Kurs

Der Bau des Demenzzentrums «Haus am Teich» schreitet planmässig voran. «Wir sind im Fahrplan», sagte dazu an der Abgeordnetenversammlung Direktor Thomas Holliger. Und was die Finanzen angehe, liege man «gut im Budget». Die Bodenplatte wurde im Frühling betoniert. Die erste Bauetappe des Tunnels, der für die Anbindung ans Lindenfeld sorgt, ist abgeschlossen.

Während der unmittelbar bevorstehenden zweiten Etappe muss der Haupteingang gesperrt werden. Der Zugang zum Lindenfeld erfolgt vorübergehend via Cafeteria. Ab Anfang Juni sollen die Holzbauelemente aufgestellt respektive in Präzisionsarbeit zusammengesetzt werden.

Abhängig ist der Fahrplan vom Wetter: Vor allem die Platzierung der Gipsplatten erfordert trockenes Witterung. Die Aufrichte soll am 19. Juni mit einem Grillabend gefeiert werden. Die Eröffnung der neuen Demenzabteilung ist für den 1. April 2019 geplant. Das sei kein Aprilscherz, unterstrich Dominique Deubelbeiss.

2017 verzeichnete das Lindenfeld mit seinen 146 Betten 49 125 Pflegetage (92,2 Prozent), 2905 weniger als im Vorjahr und 2398 weniger als budgetiert. «Wir müssen Abschied nehmen von der Vorstellung einer Belegung von 95 bis 97 Prozent», kommentierte Thomas Holliger die Entwicklung.

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