Darum geht es: Schülerrevolte gegen das Sportprogramm am Maienzug: «Wir wollen eine Alternative»

Wer sagt denn, der heutigen Jugend sei alles egal und sie seien politikverdrossen? In Aarau demonstrieren gerade die Oberstufenschüler, dass es auch anders geht. Sie wollen mit einer Petition erreichen, dass das Sportturnier am Nachmittag des Maienzugs – dem traditionellen Anlass, der mit einem Umzug und einer Morgen-feier beginnt und später in ein Bankett übergeht – gestrichen wird. Und dies, obwohl der nachmittägliche Sport seit Jahrzehnten auf dem Programm steht.

Nun kann man finden: «Die sollen sich mal nicht so haben, zwei Stunden Fussballspielen sind kein Unglück.» Oder man kann der Meinung sein, die Jungen müssten lernen, dass nicht immer alles nach ihrem Gusto funktioniert. Doch den Schülern, die sich gegen die alte Tradition auflehnen, gebührt ein grosses Lob.

Sie haben eine Petition aufgezogen, sich selbstständig organisiert, 280 Unterschriften gesammelt. Dann eine Mitteilung verfasst, ihr Anliegen geschildert. Und gestern zogen sie zum Rathaus und erläuterten der zuständigen Stadträtin Suzanne Marclay-Merz, weshalb sie sich ein Alternativprogramm wünschen.

Das erinnert an die Petition von zwei Aarauer Bezirksschülerinnen, die die Promotionsbedingungen für den Übertritt an die Mittelschule lockern wollten. Sie schafften es mit ihrem Anliegen bis in den Grossen Rat, wo es – mit einer Stimme Unterschied – abgelehnt wurde. Trotzdem: Sie hatten es versucht, hatten sich mit Anstand gegen etwas aufgelehnt, das in ihren Augen falsch war. «Danke für euren Mut», sagte Marclay-Merz gestern zu den Petitionärinnen. Da kann man sich nur anschliessen.