Aarau

Eine Abmachung über den Gartenzaun gilt nicht ewig – Streit um Parkplatz endet vor dem Gericht

Streit am Gartenzaun. (Symbolbild)

Streit am Gartenzaun. (Symbolbild)

Weil er seinen Parkplatz behalten wollte, zog ein Mann vor Gericht. Trotz eines im Jahr 2008 aufgesetzten Vertrages zog er vor Gericht den Kürzeren.

Kurt Meier (alle Namen geändert) fährt gerne Motorrad. «Minimum einmal pro Woche», sagt er vor dem Bezirksgericht Aarau. Vor rund 22 Jahren suchte der heute 65-Jährige einen Platz für seine Maschine und fragte bei den Nachbarn nach, einer Stockwerkeigentümergemeinschaft. «Einfach über den Gartenzaun, wie man es damals halt so machte.» So stand das Motorrad während über 20 Jahren in einem von Kurt gebauten Unterstand, der sich zum Grossteil auf dem Nachbargrundstück befand.

Mit Vertrag nie einverstanden gewesen

Vor zwei Jahren musste Kurt das Motorrad samt Unterstand kurzzeitig verschieben, weil beim Nachbarhaus Renovationen anstanden. Als er es wieder an seinen vorherigen Platz zurückstellen wollte, wehrte sich das Ehepaar Schnyder, dem eine der Wohnungen auf dem Nachbargrundstück samt Garten gehört. Der Streit führte die beiden Parteien vor das Bezirksgericht Aarau, wo Kurt Meier sein Recht auf den Unterstand einklagen wollte. «Es war vereinbart, dass der Unterstand solange bleiben kann, bis ich das Motorradfahren aufgebe oder wir die Wohnung verkaufen», sagte er. Zudem habe er 2008 einen Vertrag aufgesetzt, den die Nachbarn auch unterschrieben hätten.

Das Ehepaar Schnyder sah die Situation freilich ein wenig anders als Kurt. «Wir wollten den Vertrag gar nie, sondern nur die versicherungsrelevanten Fragen klären», sagte Aline Schnyder vor Gericht. Mit dem Vertrag von Kurt Meier seien sie und ihr Mann nicht vollständig einverstanden gewesen. Sie hätten einige Anmerkungen gehabt. Ein rechtsgültiger Vertrag der von allen involvierten Parteien unterschrieben wurde, existierte also nie.

Alle Versuche, eine Einigung ohne Gerichtsurteil zu finden, scheiterten. Kurts Klage wurde von Richterin Patricia Keller abgewiesen. Ihm wurden die Gerichtskosten von 1000 Franken sowie auch eine Parteientschädigung für das Ehepaar Schnyder in der Höhe von 5215 Franken auferlegt.

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