Nach der ausserordentlichen Kreisschulratssitzung vom Dienstagabend zeichnet sich ab, dass in Oberentfelden auf der Westseite der Spielwiese Nord ein Pavillon mit zwei zusätzlichen Kindergarteneinheiten errichtet wird. Im Vordergrund steht ein Kauf des Pavillons, der während mindestens fünf Jahren den vorgesehenen Zweck – die Behebung des Kindergartennotstands in Oberentfelden – erfüllen soll. Der Kostenrahmen soll auf 1 Million Franken beschränkt sein (Finanzkompetenz des Kreisschulrats).

Ein Beschluss wurde am Dienstag nicht gefällt, doch wurde die vorberatende Kommission unter Leitung der für den Bereich Bau zuständigen Schulpflegerin Andrea Spiegel beauftragt, das Projekt im oben skizzierten Sinne weiterzuverfolgen. Eine entsprechende Konsultativabstimmung zeigte eine grossmehrheitliche Zustimmung des Kreisschulrats.

Kaufen statt mieten

Die Kommissionspräsidentin hatte zwei Teilanträge präsentiert, die einerseits der Standort Spielwiese Nord und andererseits die Miete des Pavillons für 84 000 Franken pro Jahr beinhalteten. Insbesondere die Vertretungen der Gemeinderäte von Ober- und Unterentfelden empfahlen jedoch, einem Kauf des Doppelpavillons den Vorzug zu geben. Der Oberentfelder Gemeinderat Kevin Friker, der den verhinderten Hans-Peter Widmer ersetzte, vermutete, aus den mindestens fünf vorgesehenen Jahren des Provisoriums könnten leicht deren sechs oder sieben werden. Und der Unterentfelder Gemeinderat Alfred Stiner sagte, es sei ja durchaus möglich, dass in ein paar Jahren anderswo in der Kreisschule Schulraum fehlen werde. Dann verfüge man mit dem flexibel einsetzbaren Pavillon schon über eine Lösung. Langfristig betrachtet komme ein Kauf deshalb günstiger.

Weitere Sitzung im August nötig

Beschluss fassen soll der Kreisschulrat an einer weiteren ausserordentlichen Sitzung am 20. August. Für die Sitzung vom Dienstag waren die beiden Teilanträge formell zurückgezogen worden. Nicht zuletzt deswegen, weil Formfehler passiert waren. So hatten die Anträge nicht öffentlich aufgelegen und waren dem Kreisschulrat auch zu spät zugestellt worden. Das Thema sei komplex und der Zeitdruck sei hoch gewesen, sagte dazu Kreisschulratspräsident Christoph Huckele. Der Kommission sei es schlicht nicht möglich gewesen, die Anträge termingerecht vorzulegen. Die Vertagung des Entscheids erlaube ihr nun, ein Feedback des Kreisschulrats einzuholen.

Der holprige Start tue ihm leid, sagte Huckele. «Aber das» – gemeint die Vertagung des Entscheids – «ist das einzig Vernünftige, das wir machen können.» Im besten Fall (ohne Einwendungen) kann der ganze Prozess übers Bewilligungsverfahren bis zum Bezug des Pavillons innerhalb von rund sechs Monaten abgewickelt werden. Dass erst im August Beschluss gefasst werde, antwortete Andrea Spiegel auf eine entsprechende Frage, habe sicher eine entsprechende Verzögerung zur Folge. Dann sei der Pavillon eben eher nach als vor den Sportferien 2020 bezugsbereit.

Nutzungsrecht, kein Baurecht

Die Kommission hatte neun verschiedene Standorte evaluiert. Als die beiden besten erkannte sie die Spielwiese Nord und das Areal des Kindergartens Brunnmatt. Sie favorisierte schliesslich die Spielwiese Nord. Kevin Friker hätte es gerne gesehen, wenn auch der Standort Brunnmatt weiterverfolgt worden wäre. Mit dem entsprechenden Antrag unterlag er aber knapp. Friker hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Kreisschule auf der gemeindeeigenen Spielwiese Nord nur ein Nutzungs-, nicht aber ein Baurecht hat. Friker erklärte, der Gemeinderat Oberentfelden wolle dem Projekt nicht im Wege stehen, aber wenn dieser Standort zum Zug komme, müsse der Dienstbarkeitsvertrag neu ausgehandelt werden.

«Superprovisorischer Start»

Mitte Mai war an der Kreisschulratssitzung bekannt geworden, dass die Kreisschule Entfelden kurzfristig ein Schulraumproblem beheben muss: Die Kindergartenstufe platzt aus allen Nähten. Allein im Oberentfelder Kindergarten Brunnmatt waren innert sechs Monaten zwölf Kinder neu dazugekommen. Schulpflegepräsident Cyrill Grüter liess damals durchblicken, dass die Lösung eventuell darin bestehen könnte, den Pavillon Matte zu erweitern. Von einer Aufstockung dieses Gebäudes haben die Fachleute, wie am Dienstag zu erfahren war, jedoch abgeraten. Wie Grüter schon im Mai erklärte, muss im Schuljahr 2019/2020 – dieses beginnt im August – «ein superprovisorischer Start» erfolgen, und zwar im Unterstufenpavillon Matte.