SP Aarau
Einer von sieben steigt aus: Wer beerbt Aaraus Stadtrat Daniel Siegenthaler?

Die SP Aarau erhebt weiterhin Anspruch auf den zweiten Stadtratssitz und wird am 25. März nominieren. Wir werfen einen Blick auf sechs mögliche Kandidierende.

Nadja Rohner
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Einer von sieben steigt aus: Wer beerbt Aaraus Stadtrat Daniel Siegenthaler? (16.12.2020)
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Aus der aktuellen Einwohnerratsfraktion bringen Fraktionschefin Andrea Dörig (57)...
...sowie ihre Kollegin Eva Schaffner (51) viel Erfahrung mit.
Der ehemalige SP-Fraktionschef Oliver Bachmann ist weit über die Parteigrenzen hinaus beliebt
Silvia Dell’Aquila (44) hat bei den Grossratswahlen in der Stadt Aarau das beste Resultat von allen gemacht.
Auch Marco Hardmeier (44), überraschend abgewählter Grossrat, möchte ein Wörtchen mitreden.
Aus der jüngeren Gruppe wäre Laszlo Etesi (37) denkbar.

Einer von sieben steigt aus: Wer beerbt Aaraus Stadtrat Daniel Siegenthaler? (16.12.2020)

Britta Gut

Dass es im Aarauer Stadtrat auf die Gesamterneuerungswahlen 2021 hin Vakanzen geben würde, damit konnte gerechnet werden. Überraschend ist aber die Konstellation: Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (55, FDP), Vizepräsident Werner Schib (48, CVP) sowie Franziska Graf (49, SP), Angelica Cavegn Leitner (60, Pro Aarau), Suzanne Marclay (47, FDP) und Hanspeter Thür (71, Grüne) treten wieder an – Daniel Siegenthaler (57, SP) nicht.

Das erstaunt, weil Siegenthaler erst vor vier Jahren in den Stadtrat gewählt worden war. Er wollte damals direkt Stadtpräsident werden, verlor aber gegen Hilfiker. Er begründet den Verzicht auf eine erneute Kandidatur mit der «Unvereinbarkeit» seine beruflichen Tätigkeiten mit dem Stadtratsmandat. Siegenthaler ist Co-Projektleiter der Schweizer Gymnasialreform.

Als Stadtrat im Ressort Sport und Kultur hat er Erfolge gefeiert (das Eidgenössische Turnfest war ein Hit, der Reithallen-Neubau ist auf Kurs), aber auch Niederlagen wie die zweimalige Rückweisung des Kredits für den Ausbau der Sportanlage Winkel eingefahren. Seine SP teilte gestern mit, als wählerstärkste Partei der Stadt erhebe sie weiterhin Anspruch auf zwei Sitze und werde am 25. März 2021 nominieren.

Sie kandidierte wild und verlor

Wer könnten Kandidatinnen oder Kandidaten sein? Aus der aktuellen Einwohnerratsfraktion bringen vor allem Fraktionschefin Andrea Dörig (57) sowie Eva Schaffner (51) viel Erfahrung mit. Von der etwas jüngeren Garde wären beispielsweise Laszlo Etesi (37) denkbar. Blickt man über den Einwohnerrat hinaus, kommen drei weitere Namen hinzu: Silvia Dell’Aquila (44) hat bei den Grossratswahlen in der Stadt Aarau das beste Resultat von allen gemacht.

Ihr Nachteil: Die SP wollte sie 2017 nicht als Stadtratskandidatin portieren, worauf sie wild kandidierte und verlor. Weiter wäre da Marco Hardmeier (44), überraschend abgewählter Grossrat. Das Animal Politique mit viel Erfahrung könnte als Stadtrat ein Polit-Comeback feiern. Und apropos Comeback: Der frühere SP-Fraktionschef Oliver Bachmann war bis zu seinem Rücktritt 2017 weit über die Parteigrenzen hinaus beliebt und hat mit dem «Zukunftsraum» sowie der Entwicklungsstrategie fürs Kasernenareal grosse Projekte angerissen. Vor dreieinhalb Jahren hegte er keine Stadtratsambitionen – vielleicht jetzt?

Wer käme sonst noch in Frage?

Nicht zu erwarten ist, dass CVP, Pro Aarau oder EVP Anspruch auf einen (weiteren) Sitz erheben. Die Grünen, bei den Grossratswahlen erstarkt, werden wohl auch bei den Einwohnerratswahlen zulegen. Ein Angriff auf den SP-Sitz ist trotzdem unwahrscheinlich; auch, weil die Grünen spätestens in fünf Jahren eine Nachfolge für Hanspeter Thür brauchen. Die Grünliberalen wissen noch nicht, ob sie bei den Stadtratswahlen mitmischen wollen. «Grundsätzlich haben wir uns kantonsweit zum Ziel gesetzt, vermehrt in die Exekutiven hinein zu kommen», so Parteipräsident Philippe Kühni.

Die SVP hatte es 2017 nicht geschafft, den Sitz der abgetretenen Regina Jäggi zu verteidigen. Ginge es rein nach der Wählerstärke, so stünde ihr mindestens ein Sitz zu. Aussichtsreichster Kandidat wäre wohl der aktuelle Einwohnerratspräsident, der Rohrer Thomas Richner. Die SVP stürzt sich jedoch nicht gerade mit Pauken und Trompeten in den Wahlkampf: Präsident Simon Burger sagt, eine parteiinterne Arbeitsgruppe werde «die Ausgangslage prüfen».