Auenstein/Rupperswil
Einsprache ist vom Tisch: Neue Aarebrücken werden nächstes Jahr gebaut

Gute Nachrichten für Fussgänger und Velofahrer: Zwei Holzbrücken für zusammen rund 5. Mio Franken können gebaut werden. Die Einsprache wurde zurückgezogen, weil der Kanton für die Anliegen Lösungsvorschläge unterbreitet hat.

Nadja Rohner
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Zwischen Rupperswil und Auenstein führt die Kantonsstrasse über zwei Brücken (Aarelauf und Unterwasserkanal). Parallel sollen neue Brücken gebaut werden.

Zwischen Rupperswil und Auenstein führt die Kantonsstrasse über zwei Brücken (Aarelauf und Unterwasserkanal). Parallel sollen neue Brücken gebaut werden.

Nadja Rohner

Zwischen Auenstein und Rupperswil führen zwei Brücken nacheinander über die Aare und den Unterwasserkanal des nahen Kraftwerks; dazwischen liegt eine kleine Insel. Die beiden Brücken – sie gehören zur Kantonsstrasse – sind lediglich 3,2 Meter breit und deshalb nur einspurig befahrbar. Zwar gibt es ein Trottoir, aber auch dieses ist ausgesprochen schmal.

Der Kanton plant nun, parallel zu den bestehenden Brücken zwei neue zu bauen, exklusiv für den Langsamverkehr. Das Baugesuch lag im Mai auf. Vorgesehen sind zwei Holzbrücken von 90 respektive knapp 100 Metern Länge und 3,5 Metern Breite. Auch auf der Insel, die zwischen den beiden Flussläufen liegt, bekommt der Velo- und Fussverkehr eine von der normalen Strasse separierte Fahrbahn. Die Baukosten werden auf etwa 5 Mio. Franken geschätzt.

Gegen das Baugesuch ging im Frühling nur eine Einsprache ein – vom ehemaligen EVP-Präsidenten und Grossrat Sämi Richner und Marianne Kämpf, beides Auensteiner. Sie forderten einerseits, dass vor, auf und nach den bestehenden Brücken Tempo 50 eingeführt werden soll (heute Tempo 80). Sie begründeten dieses Anliegen mit der am nördlichen Brückenkopf liegenden Badi und den vielen Freizeitausflüglern – Velofahrer, Wanderer, Reiter – im Auenpark. Das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt sagt dazu, ohne Verkehrsgutachten sei eine Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit nicht möglich. Man sei aber willens, die Verkehrssituation vor - und nach dem Bau der neuen Brücken zu monitoren und gegebenenfalls ein Gutachten erstellen zu lassen.

Rückstau auf der Insel

Da die Brücken nur einspurig befahrbar sind, kommt es auf der kleinen Insel immer wieder zu Rückstaus, was den Verkehr komplett blockiert. «Sehr oft artet es auch in Hupkonzerte aus und zum Austausch von ‹schönen› Worten und Gesten», schreiben Kämpf und Richner in der Einsprache. Man möge das doch so lösen, dass immer die Autos von der Insel her Vortritt haben.

Das habe man schon mehrfach diskutiert, schreibt der Kanton hierzu. Man bezweifle aber die Wirksamkeit. «Das Problem liegt beim steigenden Verkehrsaufkommen und undiszipliniertem Verhalten der Autofahrer. Einzig wirksame Massnahme wäre die Installation einer Lichtsignalanlage.» Man werde unabhängig vom neuen Brückenprojekt einen Ortstermin mit Vertretern der Gemeinden Auenstein und Rupperswil sowie der kantonalen Sektion Verkehrssicherheit einberufen und die Frage nochmals besprechen. Ausserdem gab der Kanton aufgrund einer Forderung der beiden Einsprecher die Zusicherung ab, dass auf der Parzelle vis-à-vis der Badi, wo einige Bäume gerodet werden müssen, Ersatzbäume gepflanzt werden.

Die Antwort des Kantons hat Sämi Richner und Marianne Kämpf zufriedengestellt – sie haben ihre Einsprache zurückgezogen. «Der Baubeginn der Hauptarbeiten ist unter Vorbehalt der Projektgenehmigung durch den Regierungsrat und des Landerwerbsverfahrens Anfang Juni 2019 vorgesehen», sagt Projektleiter Guido Sutter. «Die Rodungsarbeiten sollen früher erfolgen.» Die Arbeiten werden rund ein Jahr dauern.

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