Seit dem 3. Juni ist klar, dass es zum Stadion nicht nur eine, sondern zwei Volksabstimmungen geben wird: eine über die Planung und eine über das Geld – weil das Stadionprojekt 2008 (mit Einkaufszentrum) nicht mehr das Stadionprojekt 2019 (mit vier Hochhäusern) ist, so das Bundesgericht.

Am Montag hat der Stadtrat die Botschaft für die Krediterteilung verabschiedet. Sie dient als Entscheidungsgrundlage für die Einwohnerratssitzung vom 26. August.

Das fünfseitige Papier enthält keine wesentlichen Neuerungen. Es wird nochmals gesagt, dass die HRS neuerdings mit Stadionkosten von 60 Millionen Franken rechnet.

Davon müssen 29 Millionen über die Querfinanzierung (Hochhäuser) gedeckt werden. Die öffentliche Hand und Private werden 31 Millionen Franken beisteuern. 

Der Beitrag der Stadt beträgt – wie schon im Jahr 2008 – 17 Millionen Franken. Dazu kommen je 6 Millionen Franken von der Ortsbürgergemeinde und dem Kanton sowie 2 Millionen Franken von «meinstadion.ch».

Die Ortsbürger erhalten als Gegenleistung für ihre 6 Millionen die eigentliche Stadionparzelle (17'672 m2), gewähren aber gleichzeitig ein Baurecht für das Stadion. Weil das rechtlich ein Kaufvertrag ist, muss dieser von der Ortsbürgergemeindeversammlung genehmigt werden.

Der Entscheid dürfte nach den zwei Volksabstimmungen fallen, die frühestens am 24. November sein werden.

In der Botschaft skizziert der Stadtrat, was passieren würde, wenn eine dieser Vorlagen abgelehnt würde: «Sollte nur der Stadionkredit, nicht aber die Nutzungsplanung gutgeheissen werden, wäre das Stadionprojekt an diesem Ort nicht realisierbar und es müsste ein neues Projekt an einem neuen Standort, mit Anpassung des kantonalen Richtplanes, angegangen werden, bei welchem auch die Finanzierung wieder neu zu regeln wäre.»

Und: «Im Falle einer Zustimmung zur Nutzungsplanung und einer Ablehnung der städtischen Kostenbeteiligung am Stadion müsste eine neue Finanzierung gefunden werden.» (uhg)

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions: