Oberentfelden

Endlich wieder schwitzen: So trainieren Fitness-Hungrige in Zeiten von Corona

Nach fast zwei Monaten durften auch die Fitness­center diese Woche wieder ihre Tore öffnen. Mit ­Auflagen– versteht sich. Ein Besuch im Studio Fitness Aarau West zeigt, wie die Kunden in der Zeit der ­ersten Lockerungen sicher trainieren können.

Auf dem Tresen beim Eingang des Fitnessstudios Fitness Aarau West in Oberentfelden steht ein farbiger Blumenstrauss. «Diesen hat die erste Kundin am Montagvormittag mitgebracht. Weil sie sich so darüber gefreut hat, dass wir endlich wieder offen haben», sagt die Mitarbeiterin am Empfang.

Gleich vor dem Tresen findet sich ein digitales Zählsystem. Auf einem iPad müssen die Besucher auf ein Plus-Zeichen drücken, um ihre Anwesenheit zu erfassen. Maximal 30 Personen können sich gleichzeitig im Fitnessstudio aufhalten. Normalerweise wären es 45. Ehe sie das Studio betreten und mit dem Training beginnen können, gilt es, sich auf einer Liste einzutragen und sich die Hände zu desinfizieren.

Hanteln während des Shutdowns vermietet

Die Inhaberin Sandra Bosker führt das Studio gemeinsam mit ihrem Mann Roland seit zehn Jahren. Die Coronakrise und die Schliessung haben sie hart getroffen, auch finanziell: «Wir waren mitten in der Saison, diese dauert bis Ende April», sagt sie. Gerade während dieser Zeit sei es wichtig, Geld zu verdienen, um den Sommer zu überbrücken.

Den Kontakt zu den Kunden hielt das Ehepaar auch während des Shutdowns, in Form von Onlinekursen, die zweimal am Tag über Zoom geführt wurden. Diese waren äusserst beliebt. «Ausserdem haben wir Cardiogeräte und Freihanteln vermietet. Viele unserer Kunden waren im Homeoffice.»

Chanthu Roos freut sich riesig über die Wiedereröffnung. «Nun müssen wir uns alle gemeinsam an den Abstand halten, damit es funktioniert», sagt sie. Das Zählsystem gehört zu den Massnahmen, die die Inhaber getroffen haben. Maximal 30 Personen dürfen gleichzeitig hinein. Anita Räss desinfiziert eines der Trainingsgeräte, ehe sie sich dransetzt. Während des Shutdowns hat sie alleine im Estrich trainiert. Seit zehn Jahren führen sie das Fitnessstudio gemeinsam: Roland und Sandra Bosker im «Fitness Aarau West in Oberentfelden.

Chanthu Roos freut sich riesig über die Wiedereröffnung. «Nun müssen wir uns alle gemeinsam an den Abstand halten, damit es funktioniert», sagt sie. Das Zählsystem gehört zu den Massnahmen, die die Inhaber getroffen haben. Maximal 30 Personen dürfen gleichzeitig hinein. Anita Räss desinfiziert eines der Trainingsgeräte, ehe sie sich dransetzt. Während des Shutdowns hat sie alleine im Estrich trainiert. Seit zehn Jahren führen sie das Fitnessstudio gemeinsam: Roland und Sandra Bosker im «Fitness Aarau West in Oberentfelden.

Für die Wiedereröffnung hat das Paar mehrere A4-Seiten an Auflagen bekommen. Das Konzept wurde vom Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verband erarbeitet und beim Bund eingereicht. «Wir hatten bereits vor Corona grundlegende Hygienevorschriften», sagt Sandra Bosker. Deshalb hielten sich die Investitionen in Grenzen. Der Desinfektionsmittelspender am Eingang war bereits vorher hier. «Auch dass die Kunden die Geräte beim Gebrauch desinfizieren müssen, ist bei uns Standard.» Dafür steht ein Spender mit bereits in Desinfektionsmittel getränkten Tüchern bereit.

Sandra Bosker strahlt jedes Mal, wenn ein Kunde das Studio betritt. «Ich bin überglücklich, dass wir wiedereröffnen konnten», sagt sie und lächelt. «Ich denke aber, es wird ein halbes Jahr dauern, bis alles wieder läuft und die Leute wieder Vertrauen haben.»

Die Mitarbeiter erinnern an den Mindestabstand

Auf den Böden des Fitnessstudios finden sich Markierungen, die die Kunden daran erinnern, wie viel zwei Meter Abstand sind. Ausserdem haben die Inhaber gewisse Geräte voneinander entfernt und andere sogar gesperrt, damit der Abstand zwischen den Trainierenden von Schulter zu Schulter mindestens zwei Meter beträgt. «So pusten sich die Leute nicht gegenseitig an, wenn sie ausser Atem sind», sagt die Inhaberin. Sollten sich die Trainierenden trotzdem zu nah kommen, erinnern die Mitarbeiter sie sofort an den Mindestabstand.

Die Duschen hat das Ehepaar ­präventiv gesperrt: «Offiziell dürften wir sie offen haben. Aber von der Quadratmeterzahl geht es nicht mehr auf, wenn mehr als drei Personen drinnen sind.» Vor der Wiedereröffnung haben die Inhaber ausserdem ein Video aufgenommen und an ihre Kunden verschickt. Darin erklären sie die neuen Abläufe: «Und wir haben auch Tipps gegeben. Etwa, dass sie bereits umgezogen ins Fitnessstudio kommen, ein genug grosses Frotteetuch mitnehmen und alle Griffe vor der Benutzung desinfizieren müssen.» Einmal am Tag desinfizieren die Inhaber ausserdem das gesamte Studio. So steht es in den Auflagen.

Beim Besuch der Zeitung wird auch der soziale Aspekt des Trainierens im Fitnesscenter spürbar: «Die Leute sind nicht mehr so isoliert», sagt Sandra Bosker.

Alleine im Estrich trainieren ist nicht dasselbe

Eine, die sich sehr über die Wiedereröffnung freut, ist Anita Räss. Die 54-Jährige aus Oberentfelden trainiert an einem Gerät ihre Schultern. Sie ist heute zum ersten Mal wieder hier: «Ich habe in der Zwischenzeit zu Hause im Estrich für mich allein Übungen gemacht. Aber das kostet einen viel mehr Überwindung.» Ausserdem treffe sie hier endlich wieder auf bekannte Gesichter: «Es ist schön, diese Menschen wieder zu sehen nach so langer Zeit.»

Maria Castano ist aus Safenwil gekommen, um zu trainieren. Die 47-Jährige startete gleich am Montag mit ihrem Training: «Ich war sehr froh, denn ich habe wirklich nicht viel gemacht in der Zwischenzeit, ausser mit dem Hund zu spazieren.» Sie hätte ein alternatives Programm gehabt: «Aber das Problem ist, man hält sich nicht daran. Hier mache ich es einfach und es tut gut.» Sie sei auch im Turnverein: «Aber dort können wir momentan auch nicht trainieren.»

Chanthu Roos freut sich riesig über die Wiedereröffnung. «Nun müssen wir uns alle gemeinsam an den Abstand halten, damit es funktioniert», sagt sie. Das Zählsystem gehört zu den Massnahmen, die die Inhaber getroffen haben. Maximal 30 Personen dürfen gleichzeitig hinein. Anita Räss desinfiziert eines der Trainingsgeräte, ehe sie sich dransetzt. Während des Shutdowns hat sie alleine im Estrich trainiert. Seit zehn Jahren führen sie das Fitnessstudio gemeinsam: Roland und Sandra Bosker im «Fitness Aarau West in Oberentfelden.

Chanthu Roos freut sich riesig über die Wiedereröffnung. «Nun müssen wir uns alle gemeinsam an den Abstand halten, damit es funktioniert», sagt sie. Das Zählsystem gehört zu den Massnahmen, die die Inhaber getroffen haben. Maximal 30 Personen dürfen gleichzeitig hinein. Anita Räss desinfiziert eines der Trainingsgeräte, ehe sie sich dransetzt. Während des Shutdowns hat sie alleine im Estrich trainiert. Seit zehn Jahren führen sie das Fitnessstudio gemeinsam: Roland und Sandra Bosker im «Fitness Aarau West in Oberentfelden.

Die Stimmung im Fitness Aarau West ist familiär und herzlich. Auf 440 Quadratmetern und zwei Etagen sind rund 70 Geräte verteilt. Auf einem Gerät trainiert Chanthu Roos ihren Bauch. Auch die 38-Jährige aus Schöftland kam am Montag gleich zum ersten Mal wieder ins Fitness: «Ich konnte es kaum abwarten», sagt sie und lacht. «Die Bewegung war während des Shutdowns schon viel weniger.»

Am Morgen hat sie sich jeweils mit dem Homeschooling ihrer Kinder befasst. «Abends gingen wir laufen oder Velofahren.» Die anfänglichen Bedenken wegen des Schweisses oder des starken Auspustens sind verschwunden: «Die Geräte stehen so, dass der Abstand eingehalten werden kann.» Nun müssten sich alle daran halten, damit es funktioniert. «Ich will ja, dass das Fitnessstudio offen bleiben kann.» Unter den Trainierenden seien viele Gleichgesinnte, sagt Roos.

Das Fitnesscenter in Oberentfelden sei nicht ein klassisches, sagt auch die Inhaberin: «Weil wir die Physiotherapie hier haben, kommen viele Gesundheitskunden zu uns. Diese sind froh, dass wir wieder geöffnet haben, denn die Beschwerden kamen während des Shutdowns zurück.»

Muskeltraining sei gerade für Risikogruppen wichtig

Im oberen Stock des Fitnesscenters finden sich fast ausschliesslich E-Gym-Geräte, was den Trainierenden in der Coronazeit noch mehr zugutekommt: Man loggt sich mit dem persönlichen Badge ein und das Gerät stellt Gewicht, Abstand und Geschwindigkeitsvorgabe selbstständig ein: «Auf diese Weise müssen die Kunden das Gerät kaum berühren», erklärt Sandra Bosker.

Roland Bosker leitet die Physiotherapie, gibt Personaltrainings sowie Lauftrainings. Er erklärt, weshalb Muskeltraining gerade jetzt von noch grösserer Bedeutung ist für den Körper: «Aus den Muskeln kommen Botenstoffe, die entzündungshemmend sind.» Laufen oder Velofahren reichten nicht aus, um die Muskeln intensiv zu belasten und aufzubauen. «Man sollte sich bewusst sein, mit einem guten Training kann man den Blutdruck senken, Übergewicht abbauen und den Stoffwechsel erhöhen.» Dies sei die beste Medizin gegen Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck, die gerade bei Corona die Risikogruppen ausmachen.

Bis auf weiteres eingestellt bleibt das Gruppenfitness-Angebot: «Aus Platzgründen. Wir könnten den Abstand nicht einhalten, auch wenn wir jeweils kleine Gruppen von bis zu sieben Leuten haben.» Das Personaltraining sowie die Elektro-Muskel-Stimulanz bieten die Boskers weiter an. Gerade bei solchen Aktivitäten, bei denen Trainer und Kunde interagieren müssen, trägt der Trainer eine Schutzmaske. Bei den Trainierenden ist die Maske freiwillig.

Vor Corona hatte das Fitnesscenter von morgens um sieben bis abends um neun Uhr betreut geöffnet. «Das mussten wir stark herunterfahren. Wir haben aktuell offen von 10 bis 14 Uhr und von 17 bis 20 Uhr», sagt Sandra Bosker. Für ihre vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sie Kurzarbeit angemeldet. «Wir müssen erst mal beobachten, wie das Angebot genutzt wird. Die Leute sind noch sehr vorsichtig.»

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