Tunnel

«Er macht das Land durchgängiger»: Nach jahrelanger Bauzeit ist der Eppenbergtunnel fertig

Die damalige Verkehrsministerin Doris Leuthard am Tag des offiziellen Baubeginns im Frühling 2015.

Die damalige Verkehrsministerin Doris Leuthard am Tag des offiziellen Baubeginns im Frühling 2015.

Über fünfeinhalb Jahre nach dem offiziellen Baubeginn mit der damaligen Bundesrätin Leuthard ist der Tunnel fertig.

Am Samstag, 2. Mai 2015, fand der Spatenstich für den Eppenbergtunnel in Wöschnau statt. «Der Eppenbergtunnel soll unser Land durchgängiger machen», sagte Verkehrsministerin Doris Leuthard. Seit Mitte Oktober fahren nun die ersten Züge durch den neuen, gut drei Kilometer langen Eppenbergtunnel. Noch handelt es sich dabei um Testfahrten. Die offizielle Eröffnung erfolgt in drei Wochen, am 13. Dezember, wenn der neue Fahrplanin Kraft ist.

Doch was ist denn in den letzten fünf Jahren eigentlich alles gebaut worden? Gesprochen wird immer «nur» vom Eppenbergtunnel. Doch das ist längst nicht alles, was im Rahmen dieses 855 Millionen Franken teuren Projektes auf der Strecke zwischen Aarau und Olten realisiert wurde. Im dritten Teil der Serie zeigt die AZ auf, was alles zum Projekt «Eppenbergtunnel» gehört.

Herzstück ist der 2,6 Kilometer lange Tunnel

Das Herzstück ist der Eppenbergtunnel selbst. Dieser ist 2616 Meter lang und verläuft zweispurig von Wöschnau SO bis Gretzenbach SO. Die Gemeinde Schönenwerd SO wird so komplett umfahren. Im Tunnel gibt es zwei Flucht- und Rettungsschächte und einen Stollen. Fast ein Jahr lang wurde für diesen Tunnel gebohrt. Dafür stand eine 2400 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine im Einsatz, die sich von Wöschnau in Richtung Gretzenbach durch den Eppenberg frass.

Damit der neue Tunnel aber genutzt werden kann, musste er an die bestehende Strecke angeschlossen werden. Dafür waren weitere, zum Teil sehr grosse Bauten nötig. In der Wöschnau wurde für die mittleren beiden der insgesamt vier Gleise ein 373 Meter langer Tagbautunnel gebaut. Dieser führt die Züge in den Eppenbergtunnel hinein. Auf der anderen Seite des Tunnels fahren die Züge direkt in einen weiteren Tagbautunnel. Dieser ist 125 Meter lang und führt unter der Oltnerstrasse hindurch. Dank diesen beiden Tagbautunnels kommt der Eppenbergtunnel auf eine Gesamtlänge von 3114 Metern.

Für 855 Mio. Fr. gabs viel mehr als ein Loch

Die anderen beiden Gleise nutzen den Eppenbergtunnel nicht, sondern führen wie bis anhin von Aarau via Schönenwerd nach Olten. Die Züge auf dem südlichsten Gleis gelangen von Aarau aus durch einen 490 Meter langen Einspurtunnel auf die bestehende Strecke Richtung Schönenwerd. Dieser führt unterhalb der beiden Neubaustrecken hindurch. Das nördlichste Gleis wird von den Zügen wie bis anhin befahren.

Diese Zusatzbauten direkt vor und nach dem Eppenbergtunnel reichen jedoch noch nicht, damit die gesamte Strecke zwischen Aarau und Olten vierspurig befahrbar ist. Dafür musste die Strecke zwischen Däniken und Dulliken mit einem vierten Gleis versehen werden. Auch in Olten wurde ein viertes Gleis verlegt. Zudem wurden die beiden Bahnhöfe Däniken und Dulliken modernisiert.

In Däniken und in Wöschnau wurden zwei neue Stellwerke gebaut, während diejenigen in Aarau und Olten angepasst wurden. Und zu guter Letzt wurden in Wöschnau zwei neue Schnellfahrweichen eingebaut, damit die Züge alle Gleise des Aarauer Bahnhofs anfahren können, ohne ihre Geschwindigkeit zu reduzieren.

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