Tötungsdelikt Aarau

Ermordete Hildegard Enz-Rivola: Zu einem Prozess vor Aargauer Obergericht kommt es wohl nicht

Die Angehörigen der ermordeten Hildegard Enz Rivola verzichten nun doch auf eine Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Aarau. Auch die Staatsanwaltschaft will das Urteil nicht anfechten.

Im Februar hat das Bezirksgericht Aarau entschieden, dass der Mann, der Hildegard Enz Rivola vor einem Jahr in Aarau brutal getötet hat, nicht schuldfähig ist. Eine Gutachterin diagnostizierte beim Täter eine paranoide Schizophrenie. Seine Einsichtsfähigkeit sei zum Zeitpunkt der Tat aufgehoben gewesen, sagte sie vor Gericht.

Aufgrund des Gutachtens hat auch die Staatsanwaltschaft keine Anklage wegen Mordes erhoben. Sie beantragte für den inzwischen 29-jährigen Kroaten die Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung, auch kleine Verwahrung genannt. Das Gericht folgte diesem Antrag.

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Über 30 Messerstiche: Das Bezirksgericht behandelte die Bluttat von Aarau. Der Bericht von Tele M1.

20. Februar 2020

Nach der Urteilseröffnung haben die Staatsanwaltschaft und die Angehörigen von Hildegard Enz Rivola Berufung angemeldet. Allerdings haben nun nach Vorliegen des begründeten Urteils beide darauf verzichtet, Berufung zu erklären. Damit kommt es aller Voraussicht nach nicht zu einer Verhandlung vor dem Aargauer Obergericht.

Das Urteil des Bezirksgerichts Aarau wird rechtskräftig, der Mann kommt in eine stationäre Massnahme. In der Regel wird diese für eine Dauer von höchstens fünf Jahren ausgesprochen. Sie kann aber verlängert werden, wenn vom Täter weiterhin eine Gefahr ausgeht. (nla)

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