Aarau

Erweiterung Schulhaus Gönhard: Projekt «Iris» überzeugte am meisten

Klare Trennung von Kindergarten- und Primarschulbereich; rechts der Kindergarten-, links der Primarschuleingang. zvg

Klare Trennung von Kindergarten- und Primarschulbereich; rechts der Kindergarten-, links der Primarschuleingang. zvg

Ein kompakter, unaufdringlicher Neubau mit quadratischem Grundriss soll für die nötige Erweiterung von Primarschule und Kindergarten Gönhard sorgen. In der Grossen Abdankungshalle sind noch bis zum 2. Juli alle 51 Projekte ausgestellt.

Die Veränderungen im Aargauer Schulsystem machen im Gönhard weitergehende bauliche Erweiterungen notwendig. Und der überproportionale Zuwachs an Kindern in Aarau verschärft nach den Worten von Stadträtin Franziska Graf den Erweiterungsdruck noch.

Nachdem der Einwohnerrat im Juni 2014 grünes Licht gegeben hatte, wurde ein offener, einstufiger Projektwettbewerb ausgeschrieben. Nun liegt der Befund der Jury vor, die insgesamt 51 Projekte zu beurteilen hatte: Das Siegerprojekt heisst «Iris» und wurde vom Team Werk 1 Architekten und Planer AG, Olten und dem Landschaftsarchitekten Luzius Saurer aus Hinterkappelen entwickelt.

Eigenständiger Baukörper

«Iris», sagte Stadtbaumeister Felix Fuchs bei der Vorstellung des Wettbewerbsergebnisses, zeichne sich durch einen eigenständigen, von der bestehenden Anlage und ihrer Struktur losgelösten kompakten Baukörper aus, der die bestehende Schulanlage auf unaufdringliche Art ergänze. Mit seinem quadratischen Grundriss ohne Untergeschoss weise der Erweiterungsbau eine rationell aufgebaute Struktur auf und schneide daher auch punkto Erstellungs- und Betriebskosten gut ab.

«Iris» verfügt über eine Holzfassade und wird von einem gefalteten, leicht geneigten Dach überspannt, das im Obergeschoss, wo sich die Klassen- und Gruppenräume der Primarschule befinden, einen zusätzlichen Lichteinfall erlaubt.

Der Kindergartenbereich im Erdgeschoss wird betrieblich klar vom Primarschulbereich getrennt und direkt von der Dufourstrasse her erschlossen. Während der aus den Achtzigerjahren stammende Altbau Kindergarten II abgerissen wird, muss der unter Schutz stehende Kindergarten I aus den Fünfzigerjahren erhalten bleiben. Hier werden die heilpädagogischen Sonder- und die Lehrerräume untergebracht. «Alles hat Vor- und Nachteile», meinte dazu Felix Fuchs: Einerseits werde so das ungestörte Arbeiten der Lehrerschaft gewährleistet, auf der andern Seite fehle natürlich die unter Umständen ebenfalls gefragte permanente Nähe zu den Primarschul- und Kindergartenräumen im Erweiterungsbau.

Keine gedeckte Verbindung

Fuchs lobte «die Bescheidenheit und Zurückhaltung gegenüber der bestehenden Anlage». Das Siegerprojekt lasse keine Anlehnung oder gar Anbiederung an diese erkennen – auch auf eine gedeckte Verbindung mit dieser sei verzichtet worden. Trotzdem füge sich «Iris» hervorragend ins Gesamtensemble des denkmalgeschützten Gönhardschulhauses ein.

Mit einem Seitenblick auf die andern vier rangierten Projekte machte der Stadtbaumeister eines deutlich: Das Projekt des Oltner Architektentrios Roger Stucki, Martin Stuber und Rolf Mettauer bewegte sich in den Augen der Jury auf einer mittleren Linie – zwischen Projekten, die bewusst in abgewandelter Form die bestehenden Schultrakte wiederholen und solchen, die auf selbstdarstellerische Weise einen auffälligen Kontrast zu diesen suchen.

Das Kostenziel wird, gestützt auf eine grobe Machbarkeitsstudie, auf 5,08 Mio. Franken geschätzt. Die Abgabe der Kostenschätzung wurde von den Wettbewerbsteilnehmern nicht verlangt. Erwartet wurde von diesen jedoch ein nachhaltiges Projekt, das insbesondere auch niedrige Betriebskosten nach sich zieht.

Der Stadtrat wird dem Einwohnerrat im Herbst einen Projektierungskredit für die detaillierte Aus- und Überarbeitung des Siegerprojekts beantragen. Im Herbst 2016, schätzt Stadträtin Franziska Graf, sollte der Baukredit beantragt werden können. Sind mehr als 6 Mio. Franken erforderlich, hat das Volk über den Kredit zu befinden.

In der Grossen Abdankungshalle sind noch bis zum 2. Juli alle 51 Projekte ausgestellt. «Ein ungewöhnlicher Ausstellungsort», räumte Felix Fuchs ein. Man habe ihn aber bewusst in der Nähe des Gönhardschulhauses gewählt. Anders gesagt: nahe bei der interessierten Quartierbevölkerung.

Ausstellung Architekturwettbewerb: Grosse Abdankungshalle, Rosengartenweg 1, bis 2. Juli, Montag, Mittwoch bis Freitag: 9 bis 16 Uhr, Dienstag: 9 bis 20 Uhr.

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