Schloss Biberstein

Es hätte das 30-Jahr-Jubiläum werden sollen – stattdessen findet der Weihnachtsmarkt im Internet statt

Wie auf Google Street View kann man sich im virtuellen Markt frei bewegen und alles anschauen. Klickt man auf die orangen Kreise, wird man zum entsprechenden Produkt im Online-Shop der Stiftung Schloss Biberstein weitergeleitet.

Wie auf Google Street View kann man sich im virtuellen Markt frei bewegen und alles anschauen. Klickt man auf die orangen Kreise, wird man zum entsprechenden Produkt im Online-Shop der Stiftung Schloss Biberstein weitergeleitet.

Die Stiftung Schloss Biberstein verzichtet nicht ganz auf ihren Weihnachtsmarkt: Sie hält ihn im Internet ab.

Jahr für Jahr zieht der Weihnachtsmarkt auf dem Schloss Biberstein Tausende von Menschen aus der ganzen Schweiz an. Und gerade dieses Jahr hätte es ein ganz spezieller Event werden sollen: Es wäre das 30-Jahr-Jubiläum des Markts gefeiert worden, dazu galt es, das neue Gebäude der Stiftung mit den neuen, modernen Ateliers einzuweihen.

Corona macht aber auch ihnen einen Strich durch die Rechnung: Der Weihnachtsmarkt musste abgesagt werden, es bestand die Gefahr, dass die Stiftung auf den vielen Produkten sitzen bleiben, die die betreuten Erwachsenen mit Beeinträchtigung Tag für Tag im Schloss Biberstein herstellen.

Deshalb hat sich die Stiftung etwas Originelles einfallen lassen. «Wir haben uns überlegt: Wenn die Kunden nicht an den Markt kommen dürfen, dann bringen wir den Markt zu ihnen», sagt Geschäftsleiter Stefan Christen. Natürlich könne man das einzigartige Erlebnis und die weihnachtliche Stimmung auf dem traditionellen Markt nicht ganz wettmachen.

Doch es wäre traurig, würden die Produkte keine Abnehmer finden. Zudem ist die Stiftung auf die Einnahmen angewiesen: Stefan Christen spricht von einem sechsstelligen Betrag, der Jahr für Jahr am Weihnachtsmarkt zusammenkommt.

In wenigen Stunden bereits ein Dutzend Bestellungen erhalten

Dass die Stiftung in Rekordzeit den immerhin virtuellen Weihnachtmarkt auf die Beine stellen konnte, ist auch zwei glücklichen Fügungen zu verdanken. Zum einen hatte die Stiftung erst gerade diesen Monat den gesamten Internetauftritt neugestaltet und bereits einen virtuellen Rundgang durch ihren Schlossladen geplant. Zum anderen waren die Räume im erst kürzlich fertiggestellten Anbau noch leer.

So gab es genügend Platz, um dort die Produkte für den Weihnachtsmarkt auszustellen und von einer spezialisierten Firma aus allen Winkeln filmen und fotografieren zu lassen. Jetzt existiert der Markt nur noch virtuell. Am Donnerstagabend wurde er online aufgeschaltet (www.virtueller-weihnachtsmarkt.ch), laut Stefan Christen sind bereits ein Dutzend Bestellungen eingegangen.

«Unsere Kunden schätzen es sehr, dass wir den beliebten Weihnachtsmarkt nicht einfach abgesagt haben, sondern uns immerhin um eine Alternative bemüht haben», sagt er. «Zudem finden sie die Idee sehr innovativ und haben Freude.»

Da der Markt virtuell ist, wollte man auch die Möglichkeiten davon nutzen: Zwischen den ausgestellten Produkten ist drei Mal das Maskottchen «Perimuk» des Juraparks Aargau versteckt. Wer eines von ihnen findet, kann einen Screenshot an info@schlossbiberstein.ch schicken und an der Verlosung von drei Gutscheinen à 50 Franken teilnehmen.

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