Wegen Verspätungen

Fahren Aaraus Buschauffeure übermüdet?

Die Buschauffeure der Aarauer Verkehrsbetriebe müssen spätabends verspätete Züge abwarten. Das bedeutet nicht nur Überzeit. Sie kommen auch zu zuwenig Schlaf. Die Chauffeure machen nun ihrem Unmut Luft.

Auf den SBB-Neubaustrecken werden bis Ende November in mehreren Unterhaltsnächten Arbeiten auf den Gleisen durchgeführt. In der Regel kommt es deswegen zu zwölf Minuten Verspätung, in Ausnahmefällen werden es aber auch mal deren 20.

Am Bahnhof Aarau bedeutet das unter der Woche für die letzten Busverbindungen: Abfahrt um 00:32 Uhr statt 00:12 Uhr. Zwanzig Minuten, die Abends nach Mitternacht zahlreiche wartende Fahrgäste stören.

Immerhin: Am Bahnhof werden die Fahrgäste von den Chauffeuren informiert, an grösseren Haltestellen von Infotafeln. Mühsamer wird es für diejenigen, die an Bushaltestellen ohne Info zwanzig Minuten lang auf den letzten Bus warten müssen.

Buschauffeure regt die Warterei auf

«Es ist noch nie ein Fahrgast aus so einem Zug auf einen Bus gekommen», stört sich deswegen auch ein Chauffeur, der nicht namentlich genannt werden will. Ihm macht aber mehr zu schaffen, dass er wegen den Verspätungen die vorgeschriebene Ruhezeit von neun Stunden nicht mehr einhalten könne.

Pressesprecher Erwin Rosenast von AAR bestätigt, dass es öfter zu Verspätungen kommt. Eine Beeinträchtigung der Ruhezeit dementiert er aber: «Unsere Chauffeure halten die Ruhezeiten alle ein.» Wie die Ruhezeiten geregelt sind, wisse er allerdings nicht.

«Selbstverständlich sprechen wir im Falle von Unterhaltsarbeiten das Vorgehen bei späteren Zugsankünften mit den Busunternehmen ab», sagt SBB-Sprecher Roman Marti. So könnten diese wenn nötig Ruhezeiten entsprechend einplanen. Separate Taxifahrten wollen die SBB nicht anbieten. «Der Einsatz wäre wegen schwankender Passagierzahlen schwierig zu planen. Zudem sind wir als bundesnahes Unternehmen gehalten, mit den Steuergeldern für den Unterhalt sorgsam umzugehen», so Marti. (mik)

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