Schönenwerd
Familienzentrum Mosaik bessert Kasse mit Auktion auf

Das Familienzentrum Mosaik in Schönenwerd bessert seine Kasse mit einer Auktion auf und öffnet sich der Bevölkerung. Kreative Leute aus dem Dorf überlassen dem Familienzentrum Werke zur Versteigerung - auch ein Werk von Paul Gugelmann ist darunter.

Hubert Keller
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Zentrumsleiterin Tamar Venditti, auf dem Arm der dreijährige Matthieu, sowie Krippenleiterin Selina Butscher und Hortbetreuerin Sonja Salzmann haben die Kinder zum Zmittag versammelt. Kel

Zentrumsleiterin Tamar Venditti, auf dem Arm der dreijährige Matthieu, sowie Krippenleiterin Selina Butscher und Hortbetreuerin Sonja Salzmann haben die Kinder zum Zmittag versammelt. Kel

Küchendüfte locken die Kinder an den Mittagstisch. Es gibt Reis mit Gemüse. Ein Bub stibitzt schon mal ein Rüebli, quasi als Amuse-Bouche. Wenig später wünscht auch er im gemeinsam gesungenen Lied allen «en Guete».

Das Familienzentrum Mosaik in der ehemaligen Apotheke an der Oltnerstrasse bittet Kinder nicht nur zu Tisch, es bietet umfassende Dienstleistungen rund um die Kinderbetreuung an: Nebst Mittags- und Frühstückstisch auch Hort und schulergänzende Betreuung sowie Elternbildungs- und Freizeitangebote. Zudem können Schüler im Familienzentrum in Ruhe ihre Schulaufgaben machen.

Kinder und Familien sind nicht die alleinige Zielgruppe, die Tamar Venditti, die Leiterin des Familienzentrums, im Visier hat: «Wir möchten ein öffentliches Haus sein, ein Ort, in dem Dorfleben stattfindet».

Und deshalb wird mit einer Kunstauktion am 5. Mai nicht nur die Hauskasse möglichst grosszügig alimentiert, sondern auch die Dorfbevölkerung zum Besuch eingeladen. Kreative Leute aus dem Dorf überlassen dem Familienzentrum Werke zur Versteigerung. Speziell verlockende Angebote sind je ein Werk von Paul Gugelmann und Oliviero Gorza.

Bewegte Kunst

Der 83-jährige Gugelmann hat jahrelang klingende, ratternde, surrende und zischende Wunderwerke geschaffen – im Stillen und unverkäuflich, bevor sie vor 17 Jahren neben der Stiftskirche in Schönenwerd ein eigenes Museum bekamen. Vom 50-jährigen Oliviero Gorza, der in Gretzenbach und Schönenwerd Bronzeskulpturen giesst, darf das Familienzentrum eine Skulptur versteigern, in der drei Figuren verschmelzen.

Während Tamar Venditti von der mit Spannung erwarteten Auktion berichtet, huscht der kleine Mathieu in den Essraum. Wenig später hat die Zentrumsleiterin ihren Jüngsten eingefangen und trägt ihn nun auf dem Arm. Ihre fünf Kinder sind zwischen drei und elf Jahre alt. «Präzis unsere Zielgruppe», sagt sie mit einem Lachen.

Rund 50 Familien vertrauen dem vor einem Jahr eröffneten Familienzentrum ihre Sprösslinge an. Neun Frauen und ein Mann (er absolviert im «Mosaik» ein Praktikum) kümmern sich um die Kinder. Sie teilen sich rund sechs Hundertprozentstellen. Eine Krippenleiterin und drei Kleinkinderzieherinnen gehören dem Team an.

Im Trägerverein Familienzentrum Mosaik sind nebst Privatpersonen auch die Gemeinde sowie das Elternforum und der Integrationsverein Kulturpunkt vertreten. Der Gemeinderat hat Kinderbetreuung als öffentliche Aufgabe in den Legislaturzielen festgeschrieben und hat den Aufbau des Familienzentrums von Anfang an befürwortet.

Eine öffentliche Aufgabe

Die Gemeinde, die Bevölkerung und der Kanton zeigten gegenüber ihrer Institution viel Goodwill, sagt Tamar Venditti. Auch Firmen unterstützten das Haus. Zurzeit gibt es aber noch freie Betreuungsplätze. «Die Eltern wollen eine Institution zuerst kennen, bevor sie ihr die Kinder anvertrauen. Auch die Meinung, Kinderbetreuung und Kindererziehung sei alleinige Aufgabe der Eltern, ist teilweise noch immer verbreitet.» Die Auktion und das Vereinsfest am 5. Mai sollen den Besuchern die Gelegenheit bieten, das Familienzentrum kennen zu lernen.

Auktion mit Apéro, 5. Mai 11 Uhr, anschliessend Generalversammlung und Vereinsfest mit Kinderprogramm, Marktständen und Risottoplausch. Siehe auch: www.familienzentrum-mosaik.ch

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