Aarau/Buchs/Suhr

Fast 35 Millionen Franken: Kanton schickt Strassenprojekt in Vernehmlassung

Endlich geht es vorwärts mit dem schon lange geplanten Ausbau der Tramstrasse, der Suhrerstrasse und der Buchserstrasse im Raum Aarau-Buchs-Suhr. Der Kanton als Bauherr schickt jetzt den notwendigen Verpflichtungskredit in die Anhörung. Sie dauert bis 7. August.

Das Projekt ist mittlerweile auf 34,09 Mio. Franken veranschlagt. Allerdings, so heisst es in der Mitteilung des Kantons, gehe man von einem Beitrag aus dem Agglomerationsfonds des Bundes in der Höhe von etwa 4 Mio. Franken aus, welcher hier noch nicht einberechnet sei. Ohne diesen Beitrag entfallen 6,86 Mio. Franken auf die Stadt Aarau, 4,57 Mio. Franken auf die Gemeinde Buchs und 6,85 Mio. Franken auf Suhr. Den Rest, 15,81 Mio. Franken, zahlt der Kanton selber.

Die Achse Buchser-, Suhrer- und Tramstrasse auf Gemeindegebiet von Aarau, Buchs und Suhr muss altersbedingt sowieso saniert werden. Das will der Kanton mit einer kompletten Umgestaltung verbinden, welche die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht und die Nutzung optimiert. Möglich macht dies die mittlerweile zehn Jahre zurückliegende Eigentrassierung der WSB. Damit wurde auf respektive neben der Kantonsstrasse Platz frei für einen Ausbau.

«In den Spitzenstunden ist der Strassenabschnitt zwischen Kreuzplatz und Kreisel Gais in Aarau stark belastet», erklärt der Kanton das Problem. «Es bilden sich regelmässig Rückstaus, auch auf der Buchserstrasse bis über den Knoten Bavaria hinaus. Die Rückstaus gefährden die Fahrplanstabilität der Buslinien, sodass die Anschlüsse am Bahnhof Aarau nicht gewährleistet sind.» Neu werden im Bauperimeter Busspuren sowie elektronische Busschleusen realisiert. «Bei letzteren kann ein Bus die wartenden Fahrzeuge überholen und so den Fahrplan einhalten.»

Zwischen Gais-Kreisel und Bavaria entsteht ein Boulevard mit Mehrzweckstreifen in der Mitte (ähnlich wie bei der Aarauer Bahnhofstrasse). Stadteinwärts gibts ein überbreites Trottoir mit Baumreihe. Zwischen Florastrasse und Kreisel Gais entsteht eine Busspur. Der Knoten Bavaria wird zu einem Kreisel. Die Tramstrasse erhält zwischen Bavaria und Einmündung Bühlstrasse eine Busspur stadteinwärts. Neue Ampeln und Linksabbiegespuren verbessern die Ein- und Ausfahrt von der Tramstrasse in die Südallee (Zufahrt Spital). Ab der Bühlstrasse entsteht in Richtung Suhr eine rund 300 Meter lange Spezial-Busspur, die in der Mitte der beiden Fahrbahnen liegt und vom Bus in beide Richtungen befahren werden kann. Alle Bushaltestellen werden barrierefrei mit 22-Zentimeter-Haltekanten ausgestattet.

Der Grosse Rat entscheidet gegen Ende Jahr über den Kredit. Geplant ist, dass das Bauprojekt schon in der zweiten Hälfte 2020 öffentlich aufliegt. Die rund 2,3 Kilometer des Gesamtperimeters sind in vier Teilprojekte aufgeteilt. Mit den Bauarbeiten wird frühestens 2022 gestartet. Das Projekt hat damit – Stand heute – rund zwei Jahre Verspätung; unter anderem, weil das Ingenieurbüro ausgewechselt wurde.

Verärgert hat das die Gemeinde Buchs. Denn diese pocht schon lange auf die Umsetzung des Ausbaus, obwohl dieser die Gemeindekasse belasten wird. Das Versprechen, mit dem Ausbau bald zu beginnen, war ausschlaggebend dafür, dass die Gemeinde Buchs ihre Einsprache gegen ein grossräumiges Teilfahrverbot im angrenzenden Aarauer Gönhardquartier zurückgezogen hat. Man fürchtete durch das mittlerweile umgesetzte Teilfahrverbot noch mehr Schleichverkehr im Dorf. Das ist nun eingetreten – deshalb plant auch Buchs ein Teilfahrverbot in den betroffenen Gebieten der Gemeinde. Einsprachen dagegen sind noch hängig.

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