Der Stadtrat teilte am Dienstag mit: „Der geplante Eröffnungstermin am 10. Oktober kann voraussichtlich nicht eingehalten werden:“ Das ursprüngliche Terminprogramm sei wegen einer laufenden Submissionsbeschwerde „in Frage gestellt“. Das  hiesst: Es müsste ein Wunder geschehen, dass es mit dem Herbst 2020 noch klappt.

Die Alte Reithalle war Teil der Kaserne Aarau. Sie soll zu einem Mehrspartenhaus für Musik, Theater und Tanz werden. Vor zwei Monaten, am 25. Juni, schien die Welt noch in Ordnung. Mit dem offiziellen Spatenstich wurde der Start Umbaus gefeiert. Doch seither ist dort nichts mehr passiert, das Areal in Tiefschlaf verfallen, kein Bauarbeiter aufgetaucht.

Am Spatenstich war zwar kurz darauf hingewiesen worden, dass es im Bereich der Baumeisterarbeiten eine Beschwerde gebe. Doch diese sei aus Sicht der Baudelegation aussichtslos. «Wir gehen davon aus, dass sie keine aufschiebende Wirkung bekommt», erklärte Stadtrat Daniel Siegenthaler damals.

Die Baumeisterarbeiten machen einen guten Drittel der Gesamtsumme aus. Sie sind an die Firma Erne (Laufenburg) vergeben worden. Doch damit ist ein Konkurrent, der aus seiner Sicht eine günstigere Offerte eingereicht hat, gar nicht einverstanden. Mittels einer Beschwerde hofft er, doch noch zum Zug zu kommen. Einen ersten Teilerfolg hat er bereits erzielt: Seiner Beschwerde ist die aufschiebende Wirkung zugestanden worden. Bemerkenswert daran ist, dass es sich um eines der grössten Bauunternehmen der Schweiz (ein ausserkantonales) handelt.