Oberentfelden

Fernwärme und -kälte und Gas exklusiv von der Eniwa

Kraftwerk Eniwa Aare Mitteldamm

Kraftwerk Eniwa Aare Mitteldamm

Nur die Eniwa soll den öffentlichen Oberentfelder Grund für Versorgungsanlagen nutzen dürfen. Ein entsprechender Vertrag liegt der Sommergmeind vor.

Der Oberentfelder Sommergmeind vom Freitag, 7. Juni, liegt eine relativ umfangreiche Traktandenliste vor. Zwei Geschäfte ragen nebst der Genehmigung der Jahresrechnung 2018, die mit einem Ertragsüberschuss von fast 5,3 Mio. Franken abschloss, aus dem «Menü» heraus: erstens der Abschluss eines Konzessionsvertrags mit der Eniwa AG für die Versorgung mit Wärme und Kälte sowie mit Biogas und Wasserstoff, zweitens eine Zustandserfassung der privaten Kanalisationsanschlüsse im Gebiet südlich der Uerke, für die 1,235 Mio. Franken veranschlagt sind.

Den Teilnehmenden wird, unabhängig vom Veranstaltungsort, ab 19 Uhr eine Bratwurst vom Grill offeriert. Bei schöner Witterung wird die Gmeind im Freien in der Arena des Schulhausplatzes abgehalten, bei schlechter Witterung findet sie, wie üblich, in der Aula des Oberstufenschulhauses statt (Auskunft gibt ab dem Vormittag die Gemeindehomepage).

Seit über 100 Jahren wird Oberentfelden von der Eniwa AG (einstmals IBA) mit Gas und Trinkwasser versorgt. Eine vertragliche Regelung der Gasversorgung existiert nicht. Eben so wenig gibt es eine solche für die Versorgung mit Wärme und Kälte – ein jüngeres, im Aufbau befindliches Standbein des Energieversorgers. Mit einem Konzessionsvertrag, so liest man in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung, soll deshalb nun die Benutzung des öffentlichen Grunds und die Versorgung der Gemeinde mit Gas, Wärme und Kälte durch die Eniwa AG geregelt werden.

In Aarau und Buchs hat die Eniwa AG bereits mehrere Wärme- und Kältezen- tralen mit den zugehörigen Leitungsnetzen erstellt. Der Einwohnerrat Aarau hat 2017 und der Einwohnerrat Buchs 2018 Konzessionsverträge mit der Eniwa AG beschlossen. Die Eniwa AG und die Fernwärme Wynenfeld AG planen nun, das Fernwärmenetz von der KVA Buchs über Suhr in Richtung Industriegebiet von Ober- und Unterentfelden weiterzuziehen.

Die Verleihung der Konzession bedeutet, dass die Eniwa exklusiv das Recht hat, für die Erstellung, den Betrieb und die Instandhaltung ihrer Versorgungsanlagen für Wärme, Kälte und Gas öffentlichen Grund und Boden zu benützen. Für den Oberentfelder Gemeinderat ist klar, dass das Exklusivrecht angesichts der vielen verschiedenen Leitungen, die sich bereits in der Strasse befinden, und wegen der Platzverhältnisse durchaus Sinn macht. Der Vertrag soll auf 50 Jahre abgeschlossen werden. Jede Partei ist berechtigt, den Vertrag jeweils auf Ende eines Jahres mit einer Kündigungsfrist von 20 Jahren vorzeitig zu beenden. Sollte die Eniwa AG mit der Lieferung von Wärme und Kälte bis 2035 nicht begonnen haben, fallen die diesbezüglichen Verpflichtungen der Gemeinde zum Versorgungsrecht der Eniwa sowie zum Nutzungsrecht am öffentlichen Grund ersatzlos dahin. Der Konzessionsvertrag würde dann nur noch in Bezug auf die Versorgung mit Gas gelten.

Die Konzessionsabgabe beträgt 0,05 Rappen/kWh beziehungsweise maximal 2500 Franken pro örtliche und wirtschaftliche Verbrauchsstätte und Kalenderjahr. Der Ansatz wird, basierend auf dem Landesindex der Konsumentenpreise (Basis Dezember 2010) bei einer Veränderung um 5 oder mehr Punkte angepasst. Die Abgabe für Gas erfolgt ab Inkrafttreten des Vertrags. Gemäss dem Gasabsatz 2017 (Erd- und Biogas: 44,5 GWh) kann mit einer jährlichen Konzessionsabgabe von rund 22 200 Franken gerechnet werden.

Wärme und Kälte sind bisher nicht nach Oberentfelden geliefert worden. Für den Aufbau des Netzes wird die Eniwa erhebliche Investitionen tätigen. Vor diesem Hintergrund ist die Konzession für sie wichtig. Sie gibt ihr die Sicherheit, dass sie exklusiv Gas, Wärme und Kälte liefern kann. Bei Wärme und Kälte ist erst ab dem Jahr 2035 eine Konzessionsabgabe geschuldet.

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Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

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