Während der «Tagesschau» spricht Florian Inhauser regelmässig zu ungefähr 600 000 Personen.Doch die Festrede im Telliring zu halten, machte ihn nervös, wie er zu Beginn der Ansprache sagte. «Normalerweise sehe ich mein Publikum nicht.»

Inhauser hatte die Nervosität jedoch im Griff, er ist schliesslich ein Profi. Er ist in Aarau aufgewachsen, hat an der Alten Kanti die Matur gemacht und kann sich an viele Maienzug-Momente erinnern.

Der beste Tag im Leben sei es gewesen, als er an einem Maienzug seine erste Freundin zum ersten Mal gesehen habe.

Oder als er auf der Himalaja-Bahn dank der Zentrifugalkraft einem Mädchen nähergekommen ist. In Erinnerung geblieben sei auch der Maienzug, als er mit 26 sein bestandenes Latinum feierte. Etwas wehmütig dachte er an den Maienzug vor 38 Jahren zurück. «Damals wurde ich beinahe Standartenträger.» Die Ehre wurde Felice zuteil, der gestern im Publikum sass und Inhauser zuwinkte.

«Ich habe fast vier Jahrzehnte gebraucht, um am Maienzug doch noch eine tragende Rolle zu erhalten», sagte Inhauser. Er freute sich, dass einer wie er, der in der Telli aufgewachsen sei und erst im Kindergarten Schweizerdeutsch gelernt habe, eine Festrede halten dürfe. «In Zürich würde man mich nicht mal an ein Quartierfest lassen.»