Aarau

Fitnessstudios im Höhenflug: «Der Markt ist heute sehr umkämpft»

Peter «Petsch» Zavadil, Rombach.

Peter «Petsch» Zavadil, Rombach.

In der Branche herrscht so etwas wie ein Goldrush. Alleine auf dem Platz Aarau sind die Kapazitäten innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt worden. Zwei Alteingesessene sprechen über ihre Erfahrungen und Bedenken.

Ein Mittfünfziger mit kräftiger Statur, eine wahre Frohnatur. Er heisst Peter Zavadil, nennt sich «Petsch», ist als einer der Fitness-Pioniere im Raum Aarau bekannt. 1984 eröffnete er das «Athletik Sport Studio» in Küttigen, führte es anfänglich mit einem Partner, ab 1989 dann alleine. Heute ist er Besitzer und Geschäftsführer des «ASS Fitness & Wellness» am Rain in Rombach. Petsch bietet im «ASS»-Gebäudekomplex ein vielseitiges Angebot rund um Gesundheit, Fit- und Wellness an – bis hin zu Beauty, Kosmetik und Haarpflege. Besonderes Augenmerk verdienen die Tätigkeit von Physiotherapeuten und Masseuren sowie «chiros», das Zentrum für medizinisches Rückentraining und -schulung. Dies betreibt Petsch Zavadil in Zusammenarbeit mit den beiden Aarauer Chiropraktoren Rolf Wespi und Peter Keller.

Selfmade-Laufbahn

«Typen wie mich gibt es in dieser Branche kaum noch», sagt Petsch. Im Raum Aarau trafen sich zu Beginn der 80er-Jahre alle Fitnessbegeisterten der ersten Stunde im kleinen Studio von «Marek» an der Rathausgasse (ob dem heutigen «Platzhirsch») – auch der junge Petsch. In der Folge entwickelte er, der seine berufliche Karriere als Elektroinstallationstechniker begonnen hatte, sich zum Fitness-Instruktor und besuchte über Jahrzehnte stets die Weiterbildungen bis zum heutigen Standard des Fitness-Profis.

2006 der Quantensprung Neubau

Rückblickend waren die damaligen Geräte vergleichsweise einfach. Das Fitness-Center war jeweils nur von 16 bis 21 Uhr geöffnet, das Jahresabo kostete 590 Franken. Im Vergleich zu heute sind einerseits die Öffnungszeiten (von 8 bis 21.30 Uhr wochentags und von 10 bis 15 Uhr am Wochenende) doppelt so lang, andererseits sind die Geräte technische Highend-Produkte, vielfach mit elektronischen Kontrollmesseinheiten. Unter diesem Aspekt relativiert sich der heutige Preis eines Jahresabos von 1000 Franken deutlich.

Ein Quantensprung in der Geschichte von «ASS Fitness & Wellness» war der Neubau im Jahr 2006. «Unser Gebäude ist das einzige in der Region Aarau, das als reines Fitnesscenter errichtet worden ist», erklärt Petsch, der 20 Angestellte (inklusive Teilzeitkräften) beschäftigt, darunter zehn ausgebildete Fitnessinstruktoren, vier Physiotherapeuten und zwei medizinische Masseure. Das Center ist 1500 Quadratmeter gross. «Uns läuft es gut, aber der Markt ist heute sehr umkämpft», erklärt Petsch. Deshalb gelte es, sich auf dem Markt weiterhin klar zu positionieren und den Kunden permanent qualifizierte, personelle und technische Betreuung («Bei uns trainiert jeder mit Pulsmesser») und grosse Hygieneanstrengungen («Bei uns trainiert niemand ohne Schweisstuch an den Geräten») zu bieten.

«Qualität, die ihren Preis hat und den Kunden und ihrer Gesundheit langfristig zugute kommt», so Petsch. Das «ASS Fitness & Wellness» hat innerhalb der Branche eine stark überdurchschnittliche Erneuerungsrate beim Verkauf von diversen Fitnessabos. Die grosse Kundentreue bestätige den eingeschlagenen Weg und die Geschäftsphilosophie, so Petsch. «Der persönliche Kontakt liegt uns sehr am Herzen. Wir kennen unsere Kunden, deren Bedürfnisse und individuellen Anliegen.»

«Ursprungsidee bleibt auf Strecke»

Die Entwicklung in seiner Branche lässt Petsch jedoch aufhorchen. «Unsere Ursprungsidee, die Menschen mit mehr Sport und Bewegung gezielt gesund und fit zu machen respektive zu erhalten, bleibt heute aus kommerziellen Hintergründen vermehrt auf der Strecke», meint er.

Petsch ist überzeugt: «Im Fokus müssen der Mensch und seine Gesundheit stehen, das muss das zentrale Anliegen aller Beteiligten sein und bleiben. Auch in Anbetracht der stets ansteigenden Krankheitskosten und unser aller Anliegen, gesund zu bleiben, ist ein qualifiziertes Training längerfristig richtungsweisend», hält Petsch fest. «Aufbau und werterhaltendes Training sind mit Sorgfalt zu planen und zu koordinieren, die Zukunft wird uns dankbar sein.»

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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