Suhr
Freudenfest trotz Treppendiskussion

Grosses Interesse am neuen Primarschulhaus «Vinci» – der 21-Millionen-Bau wurde feierlich eingeweiht

Peter Weingartner
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Die Idee der Doppelhelix, der Doppelwindung, wie sie im Treppenhaus verwirklicht ist, wird Leonardo da Vinci zugeschrieben.

Die Idee der Doppelhelix, der Doppelwindung, wie sie im Treppenhaus verwirklicht ist, wird Leonardo da Vinci zugeschrieben.

«Die Sicherheit steht immer an erster Stelle», sagt Gemeindepräsident Beat Rüetschi an der Einweihung am Samstag, auch beim Bau sei kein Unfall passiert. Im Vorfeld war von einer Gruppe Suhrern die Sicherheit des Treppenhauses in Zweifel gezogen worden (siehe separater Text). Der Anlass aber steht im Zeichen der Freude und des Stolzes. «Funktionalität und Flexibilität sind seit August unter Beweis gestellt worden», sagt Rüetschi und vergisst den Dank an die Steuerzahler nicht: 21 Millionen Franken sind kein Pappenstiel.

Petition läuft weiter

Eine Gruppierung von «Eltern und besorgten Bürgern» hat den Behörden im Vorfeld öffentlich vorgeworfen, ein «lebensgefährliches» Treppenhaus gebaut zu haben, und über Facebook eine Petition lanciert (AZ vom 8. 9.). An der Schulhauseinweihung sind die Initianten nun aber nicht in Erscheinung getreten, weil sie dem Dorf «das Fest nicht vermiesen» wollten, wie sie auf Anfrage der AZ sagen. Auch haben sie sich gestern «wegen Anfeindungen» aus Facebook zurückgezogen. Dennoch soll die Petition weiterlaufen. «Wir hoffen, dass wir trotzdem genug Unterschriften erhalten werden», so die Initianten. Ihr Ziel: Die Treppe soll mit Drähten gesichert werden, damit keine Kinder über das Geländer klettern und in die Tiefe stürzen können. (rap)

Seit Schuljahresbeginn beherbergt der kompakte Kubus im Dorfzentrum 375 Primarschulkinder sowie 47 Lehrpersonen. Der Systemwechsel auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe verlangte nach neuem Schulraum. Der Bau steht etwas von der Tramstrasse zurückgesetzt.

Apéro gibts bei Mona Lisa

Einige 100 Personen nehmen die Gelegenheit wahr, einen Blick ins neue Schulhaus zu werfen. «Schön, grosszügig, viel Licht», das hört man häufig auf dem Rundgang. Nicht nur im obersten Stock, wo eine Sechstklässlerin ihr Klassenzimmer stolz als «Jurazimmer» vorstellt. In der Tat: Zwei Fensterfronten lassen weit blicken. Ein Eckzimmer hat auch Gerardo Carriero, Lehrer der Einführungsklasse. Er ist rundum zufrieden.

Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr, 375 Kinder singen das Vinci-Lied
15 Bilder
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Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr, Gemeindepräsident Beat Rüetschi.
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Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr
Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr, Schulleiterin Denise Widmer.
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Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr, 375 Kinder singen das Vinci-Lied.
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Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr, Schulpflegepräsidentin Sonja Ihle.
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Einweihung Schulhaus Vinci in Suhr, 375 Kinder singen das Vinci-Lied

Peter Weingartner

24 Klassenzimmer, 12 Gruppenräume, Nasszellen und Therapieräume sind in den drei Obergeschossen untergebracht. Im Erdgeschoss, von der Tramstrasse her einsichtig, lädt die Gemeindebibliothek zum Lesen. An der Eröffnung gibt’s dort eine Schnitzeljagd, und die Kinder können sich einen Ballon aufblasen lassen. Im Raum namens «Mona Lisa» ist der Apéro für die geladenen Gäste, während das Lehrerzimmer zur Kaffeestube wird. Im Untergeschoss sind das Gemeindearchiv, ein Versammlungsraum namens «Leonardo» und die Technik untergebracht.

Aha! «Vinci» hat doch mit Leonardo da Vinci zu tun. «Vinci» hiess das Codewort des siegreichen Projekts der Pool-Architekten Zürich. «Etwas plump», findet Architekt Dieter Bachmann, doch Suhr wollte den Projektnamen zum Namen des Schulhauses machen. Die Idee der Doppelhelix, der doppelten Windung, wie sie im Treppenhaus verwirklicht ist, wird Leonardo da Vinci zugeschrieben. Die grosszügige Treppenanlage in der Mitte des Kubus gibt Luft und Raum. Immerhin sollen da bis 500 Personen sich bewegen können. Besonders raffiniert: Die Fluchtwege sind im Baukörper unter den Treppen untergebracht.

Es wird auch musiziert und gesungen an der Einweihung. «Wenns di fascht verchlöpft vor Fröid, de klatsch i d Händ», singen die Kinder, angeführt von Gesamtschulleiterin Denise Widmer. Nachdem alle 375 Kinder Ballone aus den Fenstern in die Luft entlassen haben, intonieren sie draussen begeistert «Veni, Vidi, Vincicici», ein Lied von Drittklasslehrerin Petra Fäs und Viertklasslehrer Patrick Moser. Da hält sich sogar der Regen zurück.

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