Wahlen

Fünf Fragen an die Aarauer Einwohnerratskandidaten

Am 26. November wird in Aarau der Einwohnerrat neu gewählt. In einer Serie stellt die AZ Kandidaten und Kandidatinnen vor und stellt ihnen vier Fragen zu vier politisch aktuellen und umstrittenen Fragen.

Am 26. November finden in AarauBuchs und Lenzburg Einwohnerratswahlen statt. Es kandidieren insgesamt 379 Frauen und Männer. Die Redaktion wählt davon 100 aus und lässt sie in der Zeitung und auf AZ-Online zu Wort kommen. Jedem Kandidaten werden zwischen vier und sieben Fragen gestellt.

Die Liste mit befragten Einwohnerratskandidaten und -kandidatinnen wird laufend erweitert bis zu den Wahlen am 26. November.

Sabine Siegenthaler-Rüesch (52, FDP, neu), Sprachlehrerin/Geschäftsinhaberin

Sabine Siegenthaler-Rüesch

Sabine Siegenthaler-Rüesch

Braucht die Stadt mehr Geld?

Sabine Siegenthaler-Rüesch: Ich bin gegen eine erneute Steuererhöhung. Der Kanton hat dieses Jahr die Staatssteuern um 3 Prozent gesenkt; diese soll uns die Stadtregierung weitergeben. Unsere Volksvertreter müssen mit den Steuergeldern haushälterisch umgehen und eben nur das Machbare realisieren.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Die Alte Reithalle ist ein wunderschöner, historischer Raum im Zentrum von Aarau. Als Hauptstadt brauchen wir grosse Räume  für Konzerte, kulturelle Events oder Messen für Jung und Alt. Die Stadt sollte bei der Realisierung den Lead übernehmen. Aber auch die Gemeinden in unserer Region sollten dazu beitragen, denn auch ihre Einwohner profitieren davon.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Als lösungsorientierte und positiv denkende Person ärgert mich eigentlich nichts in Aarau. Wenn ich gewählt werde, freue ich mich, an der Weiterentwicklung der Stadt mitarbeiten zu dürfen.

Wird das neue Fussballstadion je realisiert?

Vielleicht braucht der FCA wirklich endlich ein neues Stadium, um wieder superleague-tauglich zu spielen. Ich bin für eine neue Projektierung ausserhalb der Stadt und mit Mantelnutzung für weitere Sportarten und gutem ÖV-Anschluss.

Dauerthema Bus in der Altstadt – raus oder lassen?

Der Bus muss in der Stadt bleiben. Erstens bringt er die Passanten direkt in die Altstadt und belebt sie auf diese Weise. Der Detailhandel lebt schon auch von der Wirkung der Schaufenster. Zweitens ist der Weg durch die Rathausgasser die direkteste Verbindung von Aarau-Nord zum Bahnhof und garantiert in den Stosszeiten eine freie Durchfahrt. Seit der grosszügigen Renovation der Altstadtgassen bleibt trotzdem noch genug Raum für Fussgänger und die Sitzplätze in den Restaurants.

Simone Silbereisen (47, SP, neu), Umweltberaterin/Supervisorin

Simone Silbereisen

Simone Silbereisen

Braucht die Stadt mehr Geld?

Simone Silbereisen: Aarau verfügt heute über eine ausgezeichnete Infrastruktur, gute Schulen, ein funktionierendes Sozialwesen sowie eine kleine und feine Kulturszene. Um diese Lebensqualität aufrecht zu erhalten braucht es Ressourcen. Nach den Sparrunden in den letzten Jahren stimme ich einer Steuererhöhung zu. 

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja, unbedingt. Das Projekt Alte Reithalle ist eine Bereicherung für die Aarauer Kulturszene mit einer grossen Ausstrahlungskraft für Aarau als Kantonshauptstadt. 

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich wohne gerne in Aarau und ärgere mich selten. Was ich mir jedoch wünsche, ist Mut zu neuen Ideen und Innovationsgeist. Es ist schade, dass mit dem Sparargument viele Vorstösse zum Vorherein abgelehnt werden. Was mich jedoch ärgert: Es gibt kein griffiges Umweltkonzept für grosse Veranstaltungen.

Wird das neue Fussballstadion je realisiert?

Natürlich, Aarau braucht ein neues Stadion. Jedoch stimme ich dem Plan B nicht zu. Ein alternativer Vorschlag mit bezahlbarem Wohnraum, Gewerbe- und Kulturflächen und einem kleineren, dafür multifunktionalen Stadion wäre meines Erachtens die bessere Lösung.   

Dauerthema Bus in der Altstadt – raus oder lassen?

Ich störe mich nicht besonders am Bus in der Altstadt. Wichtiger ist für mich, dass die wunderbare Vielfalt an kleinen Geschäften, Restaurants und Bars bestehen bleibt und sich weiter entwickeln kann. Dafür braucht es bezahlbare Mieten und die Unterstützung von neuen Projekten und Ideen.

Dieter Wicki (49, CVP), Leiter Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz (AMB) beim Kanton

Dieter Wicki

Dieter Wicki

Braucht die Stadt mehr Geld?

Dieter Wicki: Ein ausgeglichenes Budget muss das Ziel sein. Wir sollten nicht nur über Geld reden, sondern über die damit verknüpften Leistungen: Was soll weiterhin gleich bleiben? Wo ist weniger mehr? Der Spardruck darf nicht vernünftige Investitionen killen. Durchwursteln wird am Schluss teurer.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ein breites Kulturangebot gehört für mich zur Lebensqualität in Aarau. Das Projekt “Oxer” war aber zu viel des Guten. Mit der “Alten Reithalle” sind wir auf dem richtigen Weg. Trotzdem gilt es dann die ganz konkrete Vorlage anzuschauen (auch das Kleingedruckte).

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Die Verkehrssituation: Staus in den Stosszeiten und Fahrpläne, die zwischen Bahn und Bus nicht aufeinander abgestimmt sind. Aber ich freue mich auch über Vieles (beispielsweise die tollen Ausstellungen im Stadtmuseum). Aarau hat den 6. Rang im Schweizer Städteranking verdient.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

An mir soll es nicht liegen. Lebensqualität heisst auch breites Sport- und Freizeitangebot. Wir werden aber sorgfältig schauen müssen, wo die Schmerzgrenze ist für die Stadt. Und Hooligans brauchen wir keine.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Die Altstadt lebt nur, wenn sie gut an den öffentlichen Verkehr angebunden ist. Wir haben aber eine Zeitbombe. Muss den zuerst jemand überfahren werden, bis wir merken, wie gefährlich die Situation ist? Wir müssen etwas für die Sicherheit der Fussgänger tun in der Altstadt. Die Busse in der Stadt Bern machen sich zum Beispiel in der Fussgängerzone mit Warntönen bemerkbar.

Tabea Salome Jehle (21, Grüne), Fachmaturandin

Tabea Salome Jehle

Tabea Salome Jehle

Braucht die Stadt mehr Geld?

Tabea Salome Jehle: Aarau soll eine kostendeckende und lebensqualitätsfördernde Politik führen. Dafür braucht es mehr Geld. Wir können nicht immer sparen, denn dies betrifft Jung und Alt. Die Lebensqualität nimmt ab wenn beispielsweise in der Bildung oder der Betreuung unnötig gespart wird. Mit der Steuererhöhung im Januar 2018 können wir verhindern, dass Aarau kaputtgespart wird, also ein grosses Ja! 

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ich werde dem Projekt von Herzen gerne zustimmen. Aarau war schon immer eine Kulturstadt und soll dies auch in Zukunft bleiben. Die Alte Reithalle ist ein Zentrum für Kultur, welches sich so wunderbar vielseitig nutzen lässt, dank den neuen Plänen nun endlich auch im Winter und im Sommer.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Grundsätzlich nervt mich nichts in Aarau, allerdings habe ich ein paar Wünsche und Träume für die Stadt. Beispielsweise mehr Fahrradparkplätze in der Altstadt und beim Bahnhof.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Das Brügglifeld ist aus meiner Sicht Kult, und der Plan B nicht sinnvoll und schlicht übertrieben. Wenn es allerdings unbedingt ein neues Stadion braucht, so sollte man mit der Planung wohl am besten nochmal neu beginnen und Konzepte welche Sozialen Wohnungsbau und Ideen der „Smart City“ beinhalten mit einbeziehen.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Als ehemalige Altstadtbewohnerin hat mich der Bus nie gestört. Ich bin der Meinung, dass er für die Mobilität von Familien, älteren oder in der Mobilität eingeschränkten Personen zentral ist. Die Altstadt ist nun mal eines der wichtigsten Zentren für das Aarauer Alltagsleben. Klar ist allerdings auch, dass beispielsweise zu Stosszeiten eine Zusatzlösung, Bsp. Direktbusse sinnvoll oder gar notwendig wären.

Marco Käppeli (66, Grüne), Musiker

Marco Käppeli

Marco Käppeli

Braucht die Stadt mehr Geld?

Marco Käppeli: Offenbar braucht es eine Steuererhöhung, nur schon, um die aktuelle „Pflästerlisparpolitik" zu unterbinden.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Die Alte Reithalle ist jetzt schon ein Ort von nationaler Ausstrahlung, es wäre eine Sünde, den Umbau nicht zu realisieren.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Kein spezifisch aarauerisches Ärgernis.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich glaube an einen "Plan C“, wie auch immer der aussehen mag (neue Köpfe, neue Ideen?)

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Ja, bitte, raus mit dem Bus aus der Altstadt.

Lukas Häusermann (38, CVP) Betriebswirtschafter

Lukas Häusermann

Lukas Häusermann

Braucht die Stadt mehr Geld?

Lukas Häusermann: Für Aarau entsprechen die Entlastungen durch den Kanton nicht den versprochenen 3%, weil die Ausgaben im Sozialbereich weiter wachsen. Auch die zusätzlichen Einsparungen durch die Leistungsüberprüfung reichen nicht, um auf die 3% zu verzichten. Die Vernunft gebietet also einer Beibehaltung  von 97% zuzustimmen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja, es bietet die Chance Tanz, Theater und Musik an einem Ort mit moderner Infrastruktur zu konzentrieren. Damit gewinnt Aarau an Qualität. Gleichzeitig kann das KuK dann seine Stärke als Kongress- und Tagungsort dank der freien Kapazität voll nutzen.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Politisch ärgert mich, dass die Mitteparteien nur der Mehrheitsbeschaffung dienen. Lösungen aus der Mitte werden oft von links und rechts torpediert. Daran sind wir selber schuld. Wir müssen besser zusammenarbeiten. Das ist zwar schwer, aber der einzige Weg, um nicht ganz bedeutungslos zu werden.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ja es braucht ein neues Stadion. Wichtig scheint mir, dass wir möglichst schnell klare Verhältnisse über den Standort Torfeld Süd haben. Da sind der Stadtrat und die Bauunternehmung HRS gefordert. Dann muss die Bevölkerung auch über den Plan B, C oder XY abstimmen können.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Die heutige Lösung ist heute die beste Lösung. Grundsätzlich würde ich mir aber eine busfreie Altstadt wünschen. Deshalb dürfen wir nicht aufhören, nach neuen Lösungen zu suchen.

Stefan Zubler (25, FDP) Betriebsökonom FH

Stefan Zubler

Stefan Zubler

Braucht die Stadt mehr Geld? 

Stefan Zubler: Nach der Steuererhöhung 2016 und der Lastenverschiebung sollte eigentlich eher über eine Steuersenkung diskutiert werden. Die Stadt muss mit den vorhandenen Mitteln effizient arbeiten und allenfalls Einsparungen vornehmen, anstatt den Steuerzahler weiter zu belasten. 

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Obwohl ich das aussterbende Nachtleben in Aarau bedaure, kann ich das Projekt Alte Reithalle Stand jetzt nicht unterstützen. Mit dem KuK hat man bereits eine gute Lokalität, gleichzeitig aber auch bereits eine nicht kostendeckende Baustelle. Man sollte alternative Finanzierungsmöglichkeiten prüfen.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich finde Aarau hat enorm viel zu bieten und wird von vielen unterschätzt. Für mich persönlich ist es der ideale Wohn- und Arbeitsort. Das Clubsterben bereitet mir jedoch Sorgen. Es braucht dringend wieder mehr Vielfalt im Nachtleben.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Als grosser FCA-Fan habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Das Volk hat dem Torfeld Süd zugestimmt, jetzt muss es endlich vorwärtsgehen. Der Plan B ist eine ernsthafte und gute Alternative. Sollte damit der gesetzte finanzielle Rahmen nicht gesprengt werden, spricht für mich nichts dagegen.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Verkehrsfreie Gassen würden die Altstadt weiter aufwerten. Ich denke nicht, dass die Geschäfte dadurch Kunden verlieren würden. Besonders im Sommer und an Wochenenden würde es vermutlich sogar mehr Leute anziehen. Und Haltestellen hat es in der Altstadt sowieso keine.

Hansueli Trüb (66, Grüne) Figurenspieler

Hansueli Trüb

Hansueli Trüb

Braucht die Stadt mehr Geld?

Hansueli Trüb: Um die leidigen Sparrunden zu überwinden und die Schuldenpolitik abzubauen, braucht es eine Erhöhung des Steuerfusses auf 97 Prozent. Künftig muss der Haushalt von unnötigem Luxus (zum Beispiel im Strassenbau) befreit werden, und es können Prioritäten dort gesetzt werden, wo sie Minderprivilegierten zu gute kommen.

Werden Sie den Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Die Alte Reithalle bringt die einmalige Chance, Aarau zu einem weithin sichtbaren kulturellen Zentrum zu machen. Die bisherige Sommerbespielung bewies, dass dies möglich ist und dabei Grossartiges entsteht. Die Reithalle bildet einen wichtigen Grundstein für die künftige Kasernenarealentwicklung.

Was ärgert Sie am meiste in der Stadt Aarau?

«Dass die dringende Sanierung der Tellistrasse um Jahre hinausgeschoben wird, obwohl die prognostizierte Entlastung durch den Bau des Staffeleggzubringers nicht eingetroffen ist. Und dass es auf dem Kreuzplatz keinen Verkehrskreisel gibt, der den Transitverkehr West-Ost aufnehmen könnte.»

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich bezweifle bei den Leistungen des FC Aarau der letzten Jahre (auf und neben dem Spielfeld), ob es überhaupt ein neues Stadion braucht. Die überrissenen Vorgaben der Swiss Football League sollen uns nicht zu unnötigem Gigantismus verleiten. Sparrunden wären auch in diesem Bereich angesagt.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Der abendliche Busbetrieb beweist, dass es gut auch ohne Busse in der Altstadt funktioniert. Moderne, selbstfahrende Kleinbusse wären als Alternative zu prüfen. Dass die Altstadt durch eine eigentliche Flaniermeile an Attraktivität gewinnen würde, beweisen zahlreiche Städte in ganz Europa.

Otto Wertli (73, CVP, dipl. Handelslehrer HSG, Mediator FH, Aarau)

  

Braucht die Stadt mehr Geld? (was spricht für oder gegen eine Steuererhöhung im Jahr 2018?)

Otto Wertli: Einer Erhöhung von 1 % kann ich zustimmen. Diese Mehreinnahmen sollen primär für Krippen, Horte und Tagesstrukturen und zur Stärkung des Kulturbereichs eingesetzt werden. Zudem braucht es eine striktere Ausgabenüberprüfung. Es gilt die Gesamtbelastung für den Mittelstand mit allen Steuern und Gebühren zu beachten.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen? (warum ja, warum nicht)

Ich freue mich auf dieses Kulturangebot. Das Projekt "Alte Reithalle" bringt neue Möglichkeiten für die Kultur in Aarau, ermöglicht neue Formen, kann vielfältig genutzt werden, und dies durch verschiedene Organisationen. Daher mein JA

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Die vielen Baustellen. Gleichzeitig und über eine lange Zeit sind Strassen blockiert, muss der Velofahrer einen Weg suchen. Die Sicherheit der Schulwege ist beeinträchtigt. Anderseits, mit der Verkehrsberuhigung in den Wohnquartieren geht es nicht vorwärts.

Wird das Fussballstadion je realisiert? 

Nochmals von vorne beginnen. Die Bauherrschaft soll bei einer privaten Trägerschaft liegen (z.B. FC Aarau AG, Genossenschaft Brügglifeld), welche das Stadion fast ausschliesslich nutzen wird. Die Stadt leistet über einen Verpflichtungskredit einen Beitrag an die Baukosten.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen? 

Die Altstadt ist heute unmittelbar mit dem Bus erschlossen das ist gut so. Eine Alternative müsste dem heutigen Konzept gegenübergestellt werden u.a. mit Linienführung, Kosten, Nutzen. Dann erst soll entschieden werden.

Stephan Probst (35, Grüne, Germanist, Aarau)

Kandidaten Einwohnerrat Aarau 2017. Stephan Probst kandidiert für die Grünen. geboren 31. Mai 1982

Kandidaten Einwohnerrat Aarau 2017. Stephan Probst kandidiert für die Grünen. geboren 31. Mai 1982

Braucht die Stadt mehr Geld?

Stefan Probst: Dagegen spricht natürlich immer das eigene Portemonnaie. Dafür aber, dass ich lieber in einer Stadt lebe, die ein attraktives und vielfältiges Angebot hat. Es wäre gut investiertes Geld.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen? 

Auf jeden Fall. Was sollen wir sonst mit diesem wunderbaren Ort, für ein Fussballstadion ist er zu klein.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Dass wir uns zu häufig mit unwichtigen Fragen beschäftigen. Wie etwa der Frage: Soll der Bus durch die Altstadt fahren oder nicht.

Wird das Fussballstadion je realisiert? 

Auch wenn ich eigentlich niemanden kenne, der aus dem Brügglifeld raus will: Es braucht ein neues Stadion. Plan B überzeugt aber nicht und hat nichts mehr mit dem zu tun, worüber abgestimmt wurde. Deshalb muss zumindest über Alternativen gesprochen werden.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen? 

Diese Frage ärgert mich, es gibt dringendere Themen. Wie etwa ein genügendes Angebot an Krippenplätzen, sichere Velowege. Oder auch: wie können wir dem Beizensterben (Waage, Barracuda etc.) und dem drohenden Einheitsbrei in der Altstadt entgegenwirken.

Alexander Umbricht (37, Grünliberale, Umweltnaturwissenschaftler)

  

Braucht die Stadt mehr Geld?


Ich will in einem Aarau leben, das für Junge, Alte, Familien, Singles und andere attraktiv ist; in einem Aarau, das sich um sozial Schwächere sorgt und das für Firmen attraktiv ist – in einem Aarau, in dem ich mich zuhause fühle. Qualität kostet auch nach 3 Sparrunden. Steuerfuss 97% ist vernünftig.


Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?


Die Alte Reithalle ist eine Chance für Aarau. Ich entscheide mich aber weder dafür noch dagegen, bevor ich das ausgearbeitete Projekt, den erwarteten Nutzen und die geschätzten jährlichen Kosten kenne.


Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?


Die fehlende Qualität in der medialen Berichterstattung zu lokalen Themen. Die Stellung der AZ illustriert lehrbuchartig die Problematik von Monopolen. Und nein, ich habe nicht vergessen, in welcher Zeitung Sie diese Zeilen gerade lesen.


Wird das Fussballstadion je realisiert?


Ob das neue Stadion je realisiert wird, weiss ich genauso gut wie ich die Lottozahlen der nächsten Ziehung kenne: 2, 17, 23, 24 ,37, 42 und Glückszahl 4. Viel Glück! Klar, der FC Aarau braucht ein neues Stadion. Braucht auch Aarau ein neues? Das hängt von Rahmen-bedingungen ab, z.B. den Kosten.


Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?


Die richtige Frage lautet: Wird das heutige Busnetz den Quartieren und Gemeinden gerecht? Kaum. Eine Überarbeitung tut not! Sinnvoll wären z. B. Direktverbindungen in den Stosszeiten nach Rohr und in die Aussengemeinden. Die nötige gute Anbindung der Altstadt könnte gleichzeitig neu gelöst werden.

 
Silas Müller (33, SP, Sozialpädagoge)

  

Braucht die Stadt mehr Geld?


Ja, ich bin für eine moderate Steuererhöhung. Es ist mir wichtig, dass wir bestehende städtische Leistungen und Angebote beibehalten können. Insbesondere da wir jetzt bereits schon an der dritten Sparrunde (Stabilo I, Stabilo II, LUP) sind.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?


Ja, ganz klar. Ich sehe die Alte Reithalle als eine Art Ankerprojekt für die künftige Entwicklung des Kasernenareals. Wir müssen in die Zukunft denken. Das Konzept der Alten Reithalle überzeugt mich.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?


Mich ärgert die Sparwut der bürgerlichen Parteien. Ein Denken über die eigene Nasenspitze hinaus täte ihnen gut. Denn Sparen am falschen Ort verursacht letztlich oft die grösseren Kosten.

Wird das Fussballstadion je realisiert?


Als treuer FC Aarau-Fan glaube ich weiterhin an ein Fussballstadion. Ich finde aber, dass man den Ball flach halten sollte. Man sollte insbesondere darüber diskutieren, was für ein Stadion Aarau braucht. Geht’s nicht auch kleiner (Stadion light)?


Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?


Vor einigen Jahren habe ich für eine verkehrsfreie Altstadt gestimmt. Und die wünsche ich mir noch immer. Ich könnte mir aber auch einen Kompromiss vorstellen. Etwa eine Beschränkung der Durchfahrt auf frequenzärmere Zeiten wie etwa die Wintermonate. Wir müssen anfangen in Varianten zu denken.
 

Leona Klopfenstein (26, SP, Gemeindeanimatorin i.A.)

  

Braucht die Stadt mehr Geld?


Ich will nicht jedes Jahr für die grundlegendsten Aufgaben einer Stadt kämpfen müssen: Bildung, FuSTA, Jugendarbeit, Kultur, einen starken Service Public und ein gutes Sozialwesen, sollten selbstverständlich sein. Anstatt diese Aufgaben über Gebührenerhöhungen zu finanzieren, braucht es in Aarau eine Steuererhöhung.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?


Die wunderbare Reithalle im Zentrum von Aarau wird seit Jahren erfolgreich bespielt, leider nur im Frühling und im Herbst, denn im Winter ist es zu kalt und im Hochsommer zu heiss. Zeit dass sich das ändert! Deshalb: ja zur Reithalle.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?


In den letzten Jahren wurden bittere Gebührenerhöhungen beschlossen. Diese sind vor allem für Familien mit tiefen oder mittleren Einkommen schmerzhaft. In der Abteilung Gesellschaft hat man dank der Abbaupolitik der Bürgerlichen wichtige Stellen gestrichen. Weiter störe ich mich an den knappen Ressourcen in der Integrations- und Jugendarbeit. Im Vergleich mit unseren umliegenden Gemeinden stehen wir schlecht da.


Wird das Fussballstadion je realisiert?


Wohnraum künstlich verteuern um ein Fussballstadion zu subventionieren ist keine Lösung. Drei Hochhäuser für insgesamt 1300 BewohnerInnen auf engstem Raum ohne Ausgleichflächen ist schlicht ein Unding. Man kann schon jetzt absehen, Plan B kann nicht realisiert werden. Für mich ist klar, die Bevölkerung muss nochmals über das Stadion abstimmen können. Ich werde einem neuen Stadtion nur zustimmen können wenn es finanziell im Rahmen liegt und ausserdem die Mantelnutzung nicht nur durch eine weitere Shopping-Mall realisiert wird. Hier braucht es neue und andere Pläne, die der gesamten Bevölkerung zugute kommen.


Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Gerade als Altstadtbewohnerin und Velofahrerin störe ich mich am Bus in der Altstadt – eine Umleitung über das bestehende Strassennetz wäre heute problematisch, da die Anschlüsse zum SBB-Fahrplan nicht gut eingehalten werden könnten, da die Strassen zu den Stosszeiten stark belastet sind. Für mich ist klar, es müssen Lösungen her. Gratis Shuttelbusse oder Zeiten für Anlieferungen am Morgen, sind Vorschläge, die überzeugen könnten. Der alte Stadtrat wollte dieses Thema nicht in Angriff nehmen. Ich werde mich im Rat dafür einsetzen, dass es der Neue machen wird.

Fabio Mazzara (40, Pro Aarau, Grafiker und Berufsschullehrer)

  

Braucht die Stadt mehr Geld?


Mit den bisherigen 97% und inklusive der etwas mehr als 1% Entlastung durch den Kanton sollten wir ein ausgeglichenes Budget hinkriegen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir in Aarau eine sehr gute Lebensqualität haben. Die ist mir wichtig und auch etwas wert.


Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?


Ja, mit der Alten Reithalle hätten wir eine weitere Lokalität, die weit über Aarau hinausstrahlt und die Attraktivität erhöht – zu vergleichbaren Betriebskosten wie bisher. Und da sich sogar die AKB mit einem namhaften Betrag beteiligen würde, wäre es fahrlässig, diese Chance nicht zu packen.


Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?


Aarau ist wunderbar – überhaupt ärgere ich mich nur ganz selten, denn ohne Ärger lebt es sich beschwingter. Etwas schade ist unter anderem: Aarau hat ein zu bescheidenes Nachtleben, redet zu viel vom Sparen, hat eine schlechte Kinderstube bezüglich Littering und macht zu viele Einsprachen bei Sportanlagen.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Es braucht dringend ein neues Stadion. Die Hochhäuser im Plan B stören mich nicht, im Torfeld Süd darf gerne verdichtet gebaut werden. Ob der der Plan B aber «verhebt», kann ich Stand heute nicht abschliessend beurteilen. Wichtig ist: Zügig prüfen und das weitere Vorgehen in die Wege leiten.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Eigentlich präferiere ich eine Altstadt ohne Busse, sehe aber die unterschiedlichen Ansprüche und Schwierigkeiten. Dass der Bus ab 20 Uhr die Altstadt umfährt, war ein erster Schritt. Es macht wohl Sinn, anstatt von heute auf morgen den Bus zu verbannen, weitere kleine Schritte vorzunehmen. 

Natascha Wertli (33, CVP, Kauffrau)

Natascha Wertli, Kandidatin Einwohnerrat CVP Aarau

Natascha Wertli, Kandidatin Einwohnerrat CVP Aarau

Braucht die Stadt mehr Geld?

Projekte in Aarau, die mir am Herzen liegen – wie die Förderung von bezahlbaren Krippenplätze und Tagesstrukturen –, verursachen Kosten. Gleichzeitig besteht durch eine effizientere Verwaltungsführung Sparpotential. In der Summe sollte deshalb nur ein minimaler Erhöhungsbedarf bestehen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Obwohl ich ein Fan der Alten Reithalle bin, kann ich das so nicht abschliessend beantworten: Für mich sind im kulturellen Bereich die Zukunft des KiFF, des Flösserplatzes oder anderen bestehenden, ausbaufähigen Lokale die höhere Priorität. Hier braucht es eine Gesamtschau!

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?


Ich bin stolz auf unsere Aarauer Traditionen: Wir sollten diese ohne Scheu und Anbiederung aufrechterhalten können. Ich denke zum Beispiel an den Bachfischet oder den Maienzug. Wir brauchen echte, unverfälschte Wurzeln und Traditionen – keine Kunstlichtgirlanden oder amerikanischen Halloween-Kitsch.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich hätte versucht, dieses Projekt mit anderen Institutionen (Vereinen, KEBA, etc.) zu vereinen. So wäre ein grosses Sportzentrum entstanden, mit Nutzung von Synergien. In der jetzigen Form bin ich skeptisch – lasse mich aber, wenn die Finanzierung zu Stande kommt, gerne vom Gegenteil überzeugen.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Grundsätzlich unterstütze ich den ÖV bis in die Altstadt. Die ältere Generation weiss dies sehr zu schätzen.  Als Mutter zweier Kinder weiss ich jedoch: Dies bringt auch Gefahren mit sich – besonders für kleine Kinder. Deshalb: Ja zum ÖV in der Altstadt, aber tageszeitlich begrenzt mit besserem Schutz für Kinder.

Christoph Koenig (47, FDP) Meteorologe und Schulleiter

  

Braucht die Stadt mehr Geld?

Nein. Eine zweite Steuerfusserhöhung binnen 6 Jahren ist inakzeptabel.

Es gibt durchaus Sparpotential in der Stadt. So könnte das GastroSocial-Haus verkauft, anstelle für 1,2 Mio saniert werden. Ebenso benötigt die Heinerich Wirri Strasse keine Sanierung für über eine Million Franken.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja. Die Sanierung und das Konzept stellen eine Bereicherung des Kulturangebots in der Stadt dar. Hans Peter Hilfiker hat das Projekt umsichtig aufgegleist und kann es kostenneutral durchführen. Somit ist es eine win-win-Situation für alle.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Dass Politik und Verwaltung immer von Gewerbeförderung sprechen. Wenn es den Tatbeweis zu erbringen gilt, passiert nichts. Anders ist nicht zu erklären, weshalb der Schachen mit der geplanten Bau- und Nutzungsordnung aus der der Wohn- und Gewerbezone in die reine Wohnzone überführt werden soll.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Es leuchtet mir nicht ein, weshalb man in überbezahlte Fussballer, die in ihrem Kerngeschäft seit Jahren nichts auf die Reihe kriegen, investieren sollte. Zuerst erwarte ich Leistung. Dass das Brügglifeld weg muss, ist klar. Die geplanten Hochhäuser im Torfeld sind eine gute Sache und sollen gebaut werden.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Heute kaufen die Leute im Internet, in Deutschland oder im Shopping-Center auf der grünen Wiese ein. Die Stadt verstellt Parkplätze mit Pföstli und Töpfli und hebt die Parkgebühren an. Und jetzt soll noch der Bus aus der Altstadt verbannt werden? Ich glaube nicht, dass die Läden erfreut wären.

Patrik Dober (31, Pro Aarau, Projektleiter SBB Cargo)

Patrik Dober (31, Pro Aarau) Projektleiter SBB Cargo, Kandidat Einwohnerrat Aarau

Patrik Dober (31, Pro Aarau) Projektleiter SBB Cargo, Kandidat Einwohnerrat Aarau

Braucht die Stadt mehr Geld?

Aarau ist eine lebenswerte Stadt mit gutem Service-Publique. Damit das so bleibt, ist sie auf Steuereinnahmen in einer vernünftigen und nachhaltigen Höhe angewiesen. Ich ziehe eine minimale Steuererhöhung zum aktuellen Zeitpunkt einer Notfallübung mit wesentlich stärkerer Erhöhung in fünf Jahren vor.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ich befürworte das Projekt. Allerdings setze ich mich dafür ein, dass die Reithalle breit genutzt werden kann und nicht wie das KUK nur für eine exklusive Auswahl an Veranstaltungen zur Verfügung steht (Der Kantiball ist dort z.B. nicht mehr erwünscht und muss in die Nachbargemeinden ausweichen).

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Öffentliche Bauwerke mit einer funktionalen Aufgabe, die diese aber aufgrund des „Form-vor-Funktion“ Prinzips nicht erfüllen. Ich denke an das Dach der Bushaltestelle am Bahnhof oder an die Markthalle,  die seit Jahren einen der beiden grossen Plätzen innerhalb der Altstadt mehr blockiert als bereichert.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Das Fussballstadion wird von einem Grossteil der Bevölkerung gewünscht und soll auch realisiert werden. Der aktuelle Plan B scheint mir allerdings etwas überstürzt und im Detail noch nicht ausgereift, obwohl ich die Idee mit den drei Hochhäusern als Befürworter von verdichtetem Bauen unterstütze.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Ich sehe kaum Argumente, die für einen Verbleib des Busses in der Altstadt sprechen, zumal es in der Altstadt keine einzige Haltestelle mehr gibt und Alternativrouten vorhanden sind. Weder Anwohner noch Gewerbe und Gastronomie profitieren von der Busdurchfahrt.

Salomé Ruckstuhl (25, SP, neu, Assistentin GL Altersheim)

Braucht die Stadt mehr Geld?

Die Stadt Aarau hat in der Vergangenheit an vielen Orten gespart, jedoch stehen wichtige Investitionen im Bereich familienergänzende Tagesstrukturen, der Alten Reithalle sowie dem Stadion an, welche Aarau braucht um weiterhin eine attraktive Stadt FÜR ALLE zu bleiben

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Das Kulturprojekt Alte Reithalle ist für Aarau, gerade im Zusammenhang mit dem Kasernenareal eine enorme Bereicherung. Ich wünsche mir, resultierend aus diesen beiden Projekten einen zukünftigen Begegnungsraum mit Kultur, bezahlbarem Wohnraum und Grünflächen. Mit einem Ja zur Alten Reithalle, legen wir einen Meilenstein.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Das Angebot für junge und junggebliebene Aarauerinnen und Aarauer gerade im Bereich Musik, Tanz und Lebensraum wird immer rarer. Es ist nun an der Zeit dem Clubsterben in der Stadt Aarau entgegenzuwirken.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Aarau braucht einen Fussballclub und dieser ein neues Stadion. Die Bevölkerung hat sich für ein neues Stadion ausgesprochen und dieses soll auch gebaut werden. Jedoch möchte ich keinen Plan B mit drei Hochhäusern sondern einen alternativen, besseren Vorschlag mit bezahlbarem Wohnraum, Gewerberaum und Grünflächen.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Der Bus muss raus. Durch die Verkehrsbefreiung von Privatfahrzeugen wurde die Altstadt bereits massiv attraktiver. Eine Altstadt ohne Bus wäre noch wünschenswerter, da dadurch die Gassen noch vielfältiger und sicherer genutzt werden könnten, wovon das Gewerbe wie auch die Anwohner profitieren.

Marcel Bruggisser (49, BDP, neu, Arzt und Grossrat)

Brauch die Stadt mehr Geld?

Eine erneute Steuererhöhung nach so kurzer Zeit halte ich nicht für angebracht. Die Aarauer Bevölkerung soll, wie versprochen, den Steuerfussabtausch im Rahmen des Finanzen- und Lastenausgleich erhalten.. 

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Das Projekt ist sehr reizvoll. In den Sommermonaten wird ja bereits jetzt ein attraktives Angebot gezeigt. Vor einer definitiven Zustimmung sollten aber mehr Informationen über die Kostenfolgen für die Stadt vorliegen. 

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Die nicht immer nachvollziehbaren Zuweisungen für die Schule und den Kindergarten. Zudem könnten die Angebote der Tagesstrukturen noch verbessert werden. 

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Der FC Aarau sollte ein Super League taugliches Fussballstadion erhalten. Wichtig ist, die Kosten für die Stadt so tief wie möglich zu halten und eine Mantelnutzung zu haben, von der möglichst viele Aarauer profitieren. Nach der vielen Zeit, die bereits verstrichen ist, muss jetzt nichts überhastet werden.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Obwohl ich es auch angenehmer fände, nicht immer dem Bus ausweichen zu müssen, halte ich dies für zumutbar. Der öffentliche Verkehr soll auf dem direkten Weg verkehren können. 

Norina Wihler (49, Pro Aarau, neu, Pflegefachfrau)

Braucht die Stadt mehr Geld?

Investitionen sind notwendig und erhöhen die Attraktivität Aaraus. Bei knappen Ressourcen sind Einsparungen jedoch erforderlich. Durchschnittliche Baustandards, Konzentration der Sportstätten etc.  würden zu substantiellen Einsparungen führen, die Raum bieten für weitere sinnvolle Investitionen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja; kulturelle Vielfalt ist wichtig. Es ist ein Zeichen von Offenheit und Lebendigkeit. Zugleich findet eine Aufwertung des Stadtbildes statt. Wir müssen der Kreativät Kulturschaffender Raum bieten. Wir bieten somit aber auch unserer eigenen Kreativität Platz. 

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Viel Gewicht wird auf Bewährtes gesetzt. Ich würde mir eine grössere soziale Durchmischung wünschen mit z.Bsp. Gemeinschaftszentren, innovative Lebensformen im Alter, Förderung von Wohnbaugenossenschaft und mehr Selbstverantwortung eines jeden Bürgers. 

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Fussball  fördert die Identifikation und wirkt integrativ. Ein Stadion mit angrenzendem Hallenbad und Springanlage, Leichtathletik Plätze sowie Turnhallen wären meine Wunschvorstellung eines gelungenen Projektes gewesen. Eine wirtschaftliche interessante Mantelnützung ist Teil davon.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Die bestehende Routenführung ist unbefriedigend. Der Bus in der Altstadt ist störend und meines Erachtens auch gefährlich. Alternative Lösungen sollten vor allem für ältere Leute in Betracht gezogen werden, damit die Altstadt busfrei werden kann. 

Yannick Berner, (24, FDP), Betriebsökonom HSG

Braucht die Stadt mehr Geld?

Yannick Berner: Es ist nie schön, wenn man durch Sparen Leistungen abbaut - unser Leistungsangebot ist im schweizweiten Vergleich sehr gut. Eine Steuererhöhung lehne ich aber ab. Deshalb gilt es, langfristige und ökonomischere Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen und die verfügbaren Mittel effizienter einzusetzen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Als Kulturengagierter stimme ich diesem Projekt zu. Es bietet kreativen Initiativen eine alternative Plattform und erhöht Aaraus Standortattraktivität als Kantonshauptstadt. Eine stärkere Finanzierung durch private Drittmittel sowie keine zusätzlichen Kosten durch den Betrieb sind aber anzustreben.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Da ich grundsätzlich kein Wutbürger bin, ärgert mich in Aarau nichts. Für Verbesserungen bin ich bereit, Zeit zu investieren und anzupacken. Ich denke da z.B. an Wirtschaftsförderungsprogramme für die Ansiedlung von Dienstleistern und Start-Ups – Arbeitsplätze der Zukunft, unserer Jugend zu liebe.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Es ist endlich Zeit, dem Volkswillen Genüge zu tun! Die Öffentlichkeit soll dabei aber keine zusätzlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen müssen. Hierfür scheint mir der „Plan B“ durchdacht und wirtschaftlich realisierbar.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Stellen Sie sich vor, im Zürcher Niederdorf gäbe es noch Auto-/Busverkehr. Unvorstellbar. Das Gewerbe leidet nicht, die Fussgängersicherheit ist erhöht. Der Bus muss nicht durch die Altstadt fahren, denn das Heran- und Umfahren der Altstadt ist technisch möglich.

Silvan Aeschbach (23, Grüne), Zimmermann

Silvan Aeschbach

Silvan Aeschbach

Braucht die Stadt mehr Geld?

Silvan Aeschbach: Die Stadt soll ihre Aufgaben erfüllen können. Der Service Public muss sicher gestellt sein. Wie überall soll auch die Ausgaben- und Einnahmen Seite ausgeglichen sein, deshalb braucht es eine angemessene Steuererhöhung.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Im Sinne einer lebenswerten und attraktiven Stadt braucht Aarau ein ausgewogenes und breitgefächertes Angebot. Dieses Projekt passt in dieses Konzept. Deshalb werde ich mich dafür einsetzen.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

An der Stadt Aarau stört mich nichts Gravierendes. Ich finde es aber schade, dass Industriebrachen für Jugendliche und innovative Leute auf Kosten von Wohnsiedlungen verschwinden.
Ich erhoffe mir mit dem Kasernenareal neues Leben für die Stadt.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Das ganze Projekt ist unglücklich aufgegleist worden. Es braucht ein neues Stadion, möglicherweise einen Plan C, um ein mehrheitsfähiges Projekt umsetzen zu können.
Plan B ist unrealistisch.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Ein neues Konzept ist anzustreben. Raus mit dem Bus aus der Altstadt. Vom Bahnhof aus kann die Altstadt mit gratis Shuttelbussen erschlossen werden.

Eleonore Frei (37, SVP), Buchhalterin

Eleonore Frei

   

Braucht die Stadt mehr Geld?

Eleonore Frei: Muss es immer mehr sein? Überall steigen die Ausgaben! Auch die Privathaushalte müssen schauen, dass sie mit ihren Einnahmen auskommen und evtl. Sparmassnahmen treffen. Die Stadt soll auch Einsparungen machen. Ich bin überzeugt, man kann einige Ausgaben streichen, welche nicht wirtschaftlich sind.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Nein. Für eine solche Liegenschaft müssten auch andere Nutzungen in Betracht gezogen werden.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Es wird zu viel Geld ausgegeben für die Projektierung von Ideen, die sich letztlich nicht realisieren lassen.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich hoffe es. Angesichts der begrenzten Bauflächen werden wir uns in Aarau mit Hochhäusern anfreunden müssen. Deshalb scheint mir "Plan B" naheliegend.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Lassen! Der öffentliche Verkehr soll den Vorteil haben, dass er am Stau/Berufsverkehr vorbeifahren kann. Wenn der Bus auch im Verkehr festsitzen würde, wer würde dann noch Busfahren.

Joel Gischig (30, FDP) Eidg. Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen

Joel Gischig

  

Braucht die Stadt mehr Geld?

Joel Gischig: Nach der Steuererhöhung 2016, der Lastenverschiebung und der Gebührenerhöhung sollte ein ausgeglichenes Budget möglich sein, ohne die Stadt tot zu sparen. Die Stadt Aarau muss sich wieder vermehrt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und Wünschbares von Mach- und Finanzierbarem unterscheiden.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Für mich gehört dieses Projekt in die Kategorie „Wünschbares“. Mit den offenen Baustellen im Kulturbereich (Kultur- und Kongresshaus, Flössi, KIFF) hat die Stadt aus meiner Sicht vorrangige Prioritäten, bevor sie sich neuen, kulturellen Projekten widmen kann.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich bin ein glücklicher und genügsamer Mensch und ärgere mich selten. Eher schockiert als geärgert hat mich der Abbau von 250 Arbeitsplätzen. Als Unternehmer liegen mir das einheimische Gewerbe und Arbeitsplätze am Herzen. Aarau braucht eine attraktive Standortförderung und eine liberale Wirtschaftspolitik.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Die Bevölkerung hat sich an der Urne mehrmals für ein neues Stadion ausgesprochen Ich verstehe dies als Auftrag des Wählers. Ob ein neues Fussballstadion gebaut wird, hat die Bevölkerung entschieden. Die Fragen sind wo, wann und wie. Für diese Fragen darf sich die Politik keine weiteren 10 Jahre Zeit lassen.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Für mich stehen Gewerbe und Altstadtbewohner im Mittelpunkt dieser Debatte. Braucht das Gewerbe die Buslinie für eine höhere Frequentierung? Wünschen die Bewohner der Altstadt einen Bus bis zur Haustür? Handelt es sich aber überwiegend um Durchgangsverkehr, befürworte ich eine Umfahrung der Altstadt.

Urs Winzenried (67, SVP), Fürsprecher/ehemaliger Chef Kriminalpolizei

Urs Winzenried

   

Braucht die Stadt mehr Geld?

Urs Winzenried: Ich lehne eine Erhöhung der Gemeindesteuern zum jetzigen Zeitpunkt ab. Die Stadt Aarau muss, wie jeder private Haushalt auch, sparsam mit den vorhandenen finanziellen Mitteln umgehen. Auf Wünschbares ist in allen Bereichen zugunsten von Notwendigem zu verzichten.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ich unterstütze grundsätzlich dieses Kulturprojekt, weil dadurch die kulturelle Attraktivität und die Ausstrahlung der Kantonshauptstadt erhöht werden können. Die Finanzierung sollte jedoch schwergewichtig durch private Mittel sichergestellt werden.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich wohne sehr gerne in Aarau. Die Stadt besitzt heute unter anderem einen modernen und attraktiven Bahnhof. Leider fühlen sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im und um den Bahnhof herum in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt, was in einer Kleinstadt eigentlich nicht der Fall sein dürfte.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Das altehrwürdige Stadion Brügglifeld hat ausgedient und muss ersetzt werden. Das Aarauer Stimmvolk hat seinen Entscheid entsprechend gefällt. Persönlich frage ich mich allerdings, ob in der heutigen Zeit ein Fussballstadion mit allen zwangsläufigen Immissionen wirklich so nahe beim Zentrum einer Stadt gebaut werden soll.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Jede Medaille hat zwei Seiten: Eine Altstadt ohne jeglichen Verkehr wäre paradiesisch,  aber Geschäfte und Gastronomie sind auf den ÖV angewiesen. Der Bus darf nicht aus der Altstadt verbannt werden. Prüfenswert sind allenfalls Optimierungen der Fahrthäufigkeiten und einzelne Linienführungen.

Tobias Schmid (44, FDP), Verwaltungsfachmann Personalvorsorge

Tobias Schmid

Tobias Schmid

Braucht die Stadt mehr Geld?

Tobias Schmid: Steuererhöhungen sind das letzte anzuwendende Mittel. Bereits 2016 wurde der Steuerfuss um 3% erhöht. 2018 gibt die Stadt Aufgaben an den Kanton ab, was zu einer Senkung des Steuerfusses führen müsste, die Stadt will im Gegenteil aber noch mehr Geld ausgeben. Eine Steuererhöhung ist deshalb unbedingt zu vermeiden.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Auch Kultur sollte mit betriebswirtschaftlichem Augenmass kalkuliert und betrieben werden. Ich befürchte neben dem KUK ein zweites kulturelles Fass ohne Boden. Es wäre wünschenswert, wenn der Betriebsbeitrag an eine Return on Investment-Klausel gebunden und eine maximale Obergrenze festgelegt würde.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich stelle immer weniger gegenseitige Rücksichtnahme, Anstand und Zuvorkommen fest. Das ärgert mich zwar nicht wirklich, aber ich finde es schade. Vielleicht schaffen wir in Aarau einen gemeinsamen Neuanfang, indem sich die Leute, die sich begegnen, künftig einfach wieder freundlich grüssen.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Als FCA-Fan wünsche ich mir ein neues Stadion. Der "Plan B" wurde nicht ausgeschrieben und ist zu teurer. Bei einem Neuanfang überwiegen die Chancen: neue Ausschreibung, Redimensionierung, intelligente SBB-Anbindung, innovative Mantelnutzung (z.B. Erlebnisbad mit Wellnessbereich [Idee stammt nicht von mir]).

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Es ist richtig, dass die Busse ab 20 Uhr nicht mehr durch die Altstadt fahren. Aber ganz ohne ÖV in der Altstadt geht es nicht. Vielleicht lohnt es sich die grossen Busse komplett aus der Altstadt zu verbannen und die Idee einer Art 'hop on hop off' oder einer 'Circle Line' mit kleineren Elektro-Bussen nochmals zu prüfen.

Brigitte Vogt (60, FDP), Freischaffende Künstlerin

Brigitte Vogt

Brigitte Vogt

Braucht die Stadt mehr Geld?

Brigitte Vogt: Die Stadt braucht nicht mehr Geld, keine Steuererhöhung. Sie sollte ihre Einsparmöglichkeiten besser nutzen: Die Abläufe zur Erfüllung ihrer Aufgaben könnten optimiert werden, die Verwaltung gestrafft und digitalisiert. Die Stadt spart durch die Lastenverschiebung zum Kanton bereits 3 Steuer-% ein! 

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ich arbeite in der Kultur, ich engagiere mich für die Kultur. Deshalb unterstütze ich die Reithalle. Für mich muss aber Voraussetzung sein, dass Umbau wie Betrieb mit einem Finanzierungskonzept zwischen Privaten und der Stadt so geregelt wird, dass dies für die Stadt kostenneutral ausfällt.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Die unsinnig geregelten Velospuren an der Bahnhofstrasse, beim Bahnhof und am Kreuzplatz, und die gefährlich (nicht) geregelten Fussgängerüberquerungen in den 30-er Zonen, z.B. an der (neu sanierten!) Kreuzung Herzogstrasse/Bleichemattstrasse.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ja, es braucht das Stadion für einen Wiederaufstieg des FC Aarau. Ich befürworte Plan B unter der Bedingung, dass trotz Neuplanung mit dem Bau des Stadions sofort begonnen werden kann. Ich bin gegen einen Neubeginn, da das langwierige Prozedere mit Einsprechern von neuem begänne.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Ich finde den Busverkehr in der Altstadt äusserst störend und unnötig. Es werden dadurch nicht weniger Kunden die Geschäfte in der Altstadt aufsuchen. Ausweichrouten sind ja bereits erprobt, also raus damit.

Roland Märki (28, SVP), Rechtsanwalt

Roland Märki

Roland Märki

Braucht die Stadt mehr Geld?

Roland Märki: Nein. Ganz im Gegenteil müssen wir die Steuern dringend senken: Leistung muss sich lohnen!

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Nein, nicht zu Lasten des Steuerzahlers. Attraktive Kultur finanziert sich auch ohne Staatshilfe. Zudem darf man von Künstlern ruhig auch etwas Kreativität bei der Mittelbeschaffung erwarten. 

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich ärgere mich schwarz über jene Personen, die nichts zum Aarauer Gemeinwesen beitragen und hier nur auf unsere Kosten leben.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Die Realisation hängt vom Willen der privaten Investoren ab. Einzige Aufgabe der Stadt ist es, mit guten Rahmenbedingungen Investoren anzulocken.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Klar soll der Bus in der Altstadt zirkulieren. Motorisierter Verkehr gehört zur Moderne, Aarau darf nicht zum Freilichtmuseum verkommen.  

Nora Maria Riss (27, SP) Juristin im Asylrecht

Nora Maria Riss

Nora Maria Riss

Braucht die Stadt mehr Geld? 

Nora Maria Riss: Ich wünsche mir ein Aarau für Alle. Das heisst ein Aarau mit Kultur, Chancengerechtigkeit, Bildung, einem guten Sozialwesen und vor allem einem starken Service Public. Das kostet. Diese Kosten dürfen nicht über Gebühren verteilt werden, sondern über Steuereinnahmen. Das ist fair und solidarisch. Deshalb: Ja, Aarau braucht eine Steuererhöhung. 

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ich stimme dem Projekt Reithalle zu. Die Reithalle liegt sehr zentral und birgt ein riesiges Potenzial für eine lebendige Kulturstadt.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Als junge Person in Aarau ist das Hauptthema für mich das fehlende kulturelle Angebot für Junge. Es ist schade, dass so viele junge Leute aus Aarau in grössere Städte wegziehen, oder in Aarau wohnen bleiben, aber dann jedes Wochenende in grössere Städte fahren, wegen des grösseren Angebots an Kultur. Es braucht daher mehr Kultur und nicht weniger, auch deswegen ist das Projekt Reithalle so wichtig. 

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich bin grundsätzlich sehr für ein neues Stadion. Ich gehe selber regelmässig an Fussballspiele und wünsche es dem FC Aarau, dass er auch in Zukunft in einem eigenen Stadium spielen kann. Leider habe ich bei der momentanen Diskussion das Gefühl, dass das Projekt falsch angegangen wird. Statt sich zu fragen wie man einen Ort gestalten kann, der für alle einen Nutzen bringt, überlegt man nur wie man das Stadium querfinanzieren kann.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen? 

Grundsätzlich bin ich für eine verkehrsfreie Altstadt. Man müsste aber verschiedene Verkehrskonzepte diskutieren, um es allen Menschen zu ermöglichen in der Altstadt einzukaufen und sich aufzuhalten. Die lebendige Altstadt sollte auf keinen Fall unter fehlender Zugänglichkeit leiden. 

Rebekka Beiner (21) Pro Aarau, Studentin BWL

Rebekka Beiner (Pro Aarau)

Rebekka Beiner (Pro Aarau)

Braucht die Stadt mehr Geld?

Nebst dem gewünschten Neubau des Stadions braucht es dringend mehr Schulraum. Ich möchte weder auf ein so günstiges Badiabonnement noch auf den alljährlichen Maienzug verzichten. Da zahle ich gern einen Mehrbeitrag an Steuern, der ja verhältnismässig klein ist.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja, ich finde es wichtig, dass man Kultur fördert und Orte schafft, an denen sich Alt und Jung treffen. Zudem liegt die Alte Reithalle sehr zentral und ist gut vom Bahnhof erreichbar.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Das Dauerthema Sparen.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich habe das Ganze aus der Ferne beobachtet, und ich glaube, dass ich vieles schon zu Beginn anders gemacht hätte. Ich hätte versucht, dieses Projekt mit der Keba zu koppeln und Vereine sowie die Kantonsschulen miteinzubeziehen. So wäre ein grosses Sportzentrum entstanden.

Dauerthema Bus in der Altstadt: raus oder lassen?

Grundsätzlich unterstütze ich den ÖV bis nahe an die Altstadt. Er ermöglicht vor allem älteren, nicht mehr allzu mobilen Menschen, weiterhin am öffentlichen Leben teilzunehmen. Ich denke aber, dass eine Altstadt ohne Bus den Gassen eine ruhigere Atmosphäre geben würde.

Christoph Waldmeier (31) EVP, Oberstufenlehrer

Christoph Waldmeier (EVP)

Christoph Waldmeier (EVP)

Braucht die Stadt mehr Geld?

Die Lastenverschiebung bringt den Gemeinden DURCHSCHNITTLICH 3% Steuerentlastung. Leider ist Aarau nicht in diesem Durchschnitt und so beträgt unsere effektive Steuerentlastung nur 1%. Leider wachsen auch andere gesetzlich gebundene Ausgaben weiter. Deshalb braucht Aarau weiterhin 97%.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja, die Reithalle ist ein wichtiger Kulturleuchtturm für die Region. Mein Wunsch ist, dass dieses Projekt für viele Kulturschaffende niederschwellig zugänglich sein wird. Wir haben hier die Chance für ein Herzstück des Kasernenareals und auch auf finanzielle Unterstützung durch den Kanton.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

In Aarau gibt es viele gute Ideen und Projekte (auch kostenneutrale). Mir fehlt der „Aarauergeist“. Damit meine ich Begeisterung für Ideen, dass man zusammen Dinge wagt, am gleichen Strick zieht und sich zusammen freut. Manchmal streift uns dieser „Aarauergeist“ etwas am Maienzug.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Das Stadion braucht es dringend. Möglicherweise können das sanierungsbedürftige Oberstufenschulhaus und die Schachenhalle durch das Stadion ersetzt und die Schule im Torfeld (idealer Kreisschulstandort) realisiert werden. Ich befürchte, die HRS will kein Stadion, weil das Grundstück zu lukrativ dafür ist.

Dauerthema Bus in der Altstadt: raus oder lassen?

Als erstes sollten die Fernbusse und Postautos um die Altstadt geführt werden. Für die älteren Personen, insbesondere für die Bewohner und Besucherinnen und Besucher des Altersheims Golatti braucht es eine ÖV-Lösung. Eine wesentliche Reduktion des Busverkehrs wäre realisierbar.

Patrick Deucher (40) FDP, lic oek HSG

Patrick Deucher (FDP)

Patrick Deucher (FDP)

Braucht die Stadt mehr Geld?

Nein, die Stadt braucht keine Steuererhöhung. Das Volk hat schon mal nein gesagt zu einer weiteren Steuererhöhung. Wir müssen haushälterisch mit unseren Ressourcen umgehen und das Machbare vom Wünschbaren unterscheiden.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Nur unter der Bedingung, dass alternative Finanzierungsformen gefunden werden. Die Stadt Aarau hat die Aufgabe ausgezeichnete kulturelle, sportliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, nicht aber Institutionen im Alleingang zu finanzieren oder zu betreiben.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Im Moment vor allem der Verlust von Arbeitsplätzen in und um Aarau. Die Stadt muss attraktiv bleiben fürs Gewerbe, für die KMU’s, für Einzelunternehmer und muss über die Wirtschaftsförderung aktiv neue Unternehmen anziehen – zum Beispiel im leerstehenden ehemaligen GastroSuisse Gebäude. Biel hat es uns vorgemacht; die UBS will bis 2019 bis zu 600 Arbeitsplätze von Zürich nach Biel verlagern – das ginge auch in Aarau!

Wird das Fussballstadion je realisiert? 

Ich bin Optimist und deshalb glaube ich, dass wir ein neues Fussballstadion haben werden. Ehrlich gesagt, bin ich aber nicht sicher ob das Stadion wirklich Mitten in der Stadt sein muss. Da gehören viel eher Freiräume, Ateliers, Verkaufsflächen, Co-Working Spaces und Restaurants hin, umgeben von bezahlbaren Wohnungen.

Dauerthema Bus in der Altstadt: raus oder lassen?

Der ausgezeichnete öffentliche Verkehr ist ein Merkmal der Schweiz. Dazu gehört auch dass man mit dem Bus einkaufen gehen kann. Gerade ältere Leute oder Familien mit Kinderwagen schätzen den direkten Busservice sehr.  Als Vater von vier Kindern weiss ich aber auch, dass schnell etwas passiert ist. Die aktuelle Linienführung wird wohl auch vorerst so bleiben, jedoch sollten alle Massnahmen ausgeschöpft werden um die Strecke so sicher und störungsfrei wie möglich zu machen.

Thomas Schnorf (27) BDP, Key Account Manager

Thomas Schnorf (BDP)

Thomas Schnorf (BDP)

Braucht die Stadt mehr Geld?

Die aktuelle Finanzdebatte ist wichtig, Prozesse müssen laufend hinterfragt und optimiert werden. Der Steuerfuss sollte aber meiner Ansicht nach vorerst bei 97% belassen werden - ein fairer Kompromiss! Aarau soll einer Kantonshauptstadt würdig sein, und dazu braucht es nun mal die Mittel.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Obwohl mich die Alte Reithalle fasziniert, kann ich das noch nicht abschliessend beantworten. Für mich hat - gerade aufgrund der aktuellen Finanzlage - im kulturellen Bereich die Zukunft und Finanzierung des KiFF oberste Priorität. Auch das Flössi muss der Stadt erhalten bleiben.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Hochgezüchtete Sportwagen auf der Bahnhofsrunde, die mit grossem Lärm beschleunigen, nur um dann 20 Meter später wieder abzubremsen. Ich sehe den Sinn dahinter nicht und finde es aus Umweltaspekten verwerflich. Aber das ist meine persönliche Einstellung.

Wird das Fussballstadion je realisiert? 

Ja, der FCA braucht ein neues Stadion. Das Brügglifeld hat zwar Charme, kann die heute geforderten Standards jedoch nicht mehr erfüllen. Dem Plan B stehe ich allerdings skeptisch gegenüber. Ich frage mich, ob die Finanzierung mit dieser Variante langfristig gesichert ist.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen? 

Die Linienführung ist notwendig, eine Optimierung der Kadenz wäre aber wünschenswert. Zudem dürften die Busse teilweise ruhig noch etwas langsamer fahren. Gerade unwissende Passanten scheinen oft überfordert zu sein, wenn sie von einem Bus überrascht werden.

Aline Leitner (26) Pro Aarau, Kommunikationsexpertin

Aline Leitner (Pro Aarau)

Aline Leitner (Pro Aarau)

Braucht die Stadt mehr Geld? 

Mir ist wichtig, dass Aarau auf finanziell gesunden Beinen steht. Da mit Stabilo 1 & 2 und LUP bereits gespart wurde, muss man nun konsequenterweise die Einnahmeseite anschauen. Grundsätzlich müssen wir uns aber zuerst entscheiden, was uns Aarau wert ist und wieviel wir in eine lebenswerte Stadt investieren wollen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja, denn es ist wichtig, dass Aarau diese Chance packt und sich als Kulturstadt etabliert. Jeder investierte Franken wird unserem Aarau zugute kommen: Kulturinteressierte übernachten, konsumieren und nutzen die Einkaufsmöglichkeiten in Aarau. So profitiert die ganze Stadt – auch das Aarauer Gewerbe.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich finde Aarau toll und bin gerne hier zu Hause. Für Optimierungen in folgenden Bereichen werde ich mich jedoch einsetzen: Angebote für Tanz- und Ausgangs-Begeisterte, Grünflächen zur Naherholung im Stadtgebiet, Ausbau der sportlichen Infrastruktur (z.B. dreifach Turnhalle), Velo‑Mobilität.

Wird das Fussballstadion je realisiert? 

Ja, ich glaube fest daran, dass wir ein neues Stadion haben werden. Aus meiner Sicht ist der angedachte «Plan B» prüfenswert. Bevor man dann konkrete Massnahmen einleitet, müssen dann die vorliegenden Optionen und die massgebenden Faktoren abgewogen werden.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen? 

Für mich gehört der Bus, zu Zeiten, in welchen sich viele Menschen in den Altstadtgassen bewegen (Wochenenden/Abende), nicht dort hin. Bei der Entwicklung von Alternativen werde ich mich für eine Lösung einsetzen, die den Bedürfnissen aller Anspruchsgruppen –also auch jenen des lokalen Gewerbes, gerecht wird.

Fiona Wiedemeier (23) SP, Studentin der Politikwissenschaften

Fiona Wiedemeier (23, SP) Kandidatin Einwohnerrat Aarau

Fiona Wiedemeier (23, SP) Kandidatin Einwohnerrat Aarau

Braucht die Stadt mehr Geld? 

Fiona Wiedemeier: Viele politische Projekte in Aarau, die mir persönlich sehr am Herzen liegen – wie der Erhalt des «Flössis» oder die Förderung von bezahlbaren Krippenplätze und gemeinnützigem Wohnraum –, verursachen nun mal Kosten. Deshalb erachte ich eine massvolle Steuererhöhung für sinnvoll.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Das Projekt Alte Reithalle als kombiniertes Theater-, Tanz- und Musikhaus ist eine grosse Bereicherung für Aarau als Kantonshauptstadt! Die Restaurierung dieses denkmalgeschützten Gebäudes bedeutet zudem ein erster Schritt zur Erschliessung des Kasernenareals für alle Aarauerinnen und Aarauer! 

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Als junge Aarauerin fehlt mir ein wenig das Leben in der Stadt. Die Altstadt verliert immer mehr Lokale und wie es mit dem Kiff nach 2020 weitergeht, ist noch ungewiss. Ich wünsche mir mehr Raum zum Leben in Aarau – um zusammen gutes Essen zu geniessen oder gemeinsam die Nacht durchzutanzen.

Wird das Fussballstadion je realisiert? Glauben Sie an den "Plan B"?

Ich hoffe es! Trotzdem überzeugt mich der Plan B nicht voll. Drei weitere Hochhäuser hätten einschneidende Auswirkungen auf unser Stadtbild! Darum wünsche ich mir eine andere Lösung – etwa, dass andere Standorte in Betracht gezogen werden. Dafür wäre wohl eine erneute Volksabstimmung nötig.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen? 

Selber profitiere ich tagtäglich davon, dass der Bus durch die Altstadt fährt. Gleichzeitig verstehe ich, wie störend es ist, wenn beim Abendessen im Minutentakt Busse vorbei donnern. Eine mögliche Kompromisslösung wäre, in den Stosszeiten nur noch jeden zweiten Bus durch die Altstadt zu leiten.

Cedric Zubler (23, SVP), Student Betriebsökonomie (FHNW)

   

Braucht die Stadt mehr Geld?

Cedric Zubler: Es ist ganz einfach, man lernt von klein auf, gebe nicht mehr Geld aus als du besitzt. Auf dies sollte sich auch die Stadt Aarau zurück besinnen. Man sollte lieber bei den Investitionen und Ausgaben über die Bücher anstatt die Bürger noch mehr zu belasten. Deshalb klar nein zu einer Steuererhöhung.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Nein. Das Projekt ist im Moment zu luxuriöses Wunschdenken. Mit der jetzigen Finanzlage, sollte man das Geld viel besser in die Renovation oder Sanierung der maroden Altersheime der Stadt stecken. Dort wäre es viel besser aufgehoben. Mit dem kuk besitzt man jetzt schon eine super Lokalität.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

In Aarau ärgert mich eigentlich nichts, ich mag die Stadt mit allen ihren Facetten. Müsste ich etwas nennen ist es die Entwicklung dass immer mehr Clubs schliessen. Das Nachtleben für Junge und Junggebliebene stirbt in Aarau nach und nach aus, dies sollte man meiner Meinung nach versuchen zu ändern.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Ich hoffe sehr, dass es realisiert wird. Der FCA braucht dringend ein neues Stadion. Welcher Plan schlussendlich umgesetzt wird ist für mich nebensächlich. Wichtig ist das ein Plan umgesetzt wird. Und das Volk hat dem Standort Torfeld Süd zugestimmt.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Hier verstehe ich beide Seiten. Zum einen ist die Belästigung durch die Busse gross, zum anderen gibt es keinen effizienteren Weg für den ÖV mit Stadthaltestellen um auf die andere Aare Seite zu gelangen. Um die effizienten Verbindungen aufrecht zu erhalten, sollte der Bus vorerst so weiter fahren.

Martin Bahnmüller (54), FDP, Mediensprecher

Martin Bahnmüller (FDP), Aarauer Einwohnerratskandidat.

Martin Bahnmüller (FDP), Aarauer Einwohnerratskandidat.

Braucht die Stadt mehr Geld?

Martin Bahnmüller: Nein, es braucht keine Steuererhöhung. Ein Budget mit einer erneuten Steuererhöhung wird von Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern als Zwängerei eingeschätzt und abgelehnt. Und das ist gut so. Wir müssen lernen, das Wünschbare vom Machbaren zu unterscheiden. So wie es jede Familie auch macht.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ich unterstütze das Projekt aus zwei Gründen. 1. Es ist das Tor in die Zukunft des für Aarau so wichtigen Kasernenareals. 2. Die wiederkehrenden Kosten sind vergleichbar mit den heutigen. Diesbezüglich sind aber alle in der Pflicht. Künftige Erhöhungen der jährlichen Beiträge würde ich ablehnen.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Ich ärgere mich nicht. Dafür gefällt es mir in Aarau zu gut. Besser machen können wir natürlich vieles. Zum Beispiel könnten wir Aarau selbstbewusster vermarkten. Gerade im Hinblick auf die Chancen, welche der Wandel der Arbeitswelt bringen wird. Diese müssen wir konsequent nutzen.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Millionen in die Sanierung des nicht mehr geeigneten und veralteten Brügglifeld zu investieren, geht nicht. Also braucht Aarau ein neues Stadion. Torfeld Süd ist ein Standort mit vielen Vorteilen für eine vernünftige Lösung mit Mantelnutzung. Voraussetzung: Kompromissbereitschaft auf allen Seiten.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Die jetzige Situation hat zu viele Nachteile und muss verbessert werden. Das erlebt jeder, der im Sommer ein Bier in der Rathausgasse trinkt. Ich zweifle, dass alle Optionen, um zumindest weitere Teile der Aarauer Altstadt ohne Bus geniessen zu können, ausgeschöpft wurden.

Barbara Borer (34), SVP, Obergerichtsschreiberin

Barbara Borer (SVP), Aarauer Einwohnerratskandidatin

Barbara Borer (SVP), Aarauer Einwohnerratskandidatin

Braucht die Stadt mehr Geld?

Barbara Borer: Nein. Werden die möglichen und teilweise angedachten Sparmassnahmen ernsthaft umgesetzt und findet sich ein vernünftiges Verhältnis zwischen notwendigen und wünschbaren Ausgaben, so kommt der Finanzhaushalt der Stadt in den nächsten Jahren ohne Steuererhöhungen zurecht. Auf das "Wollen" kommt es an.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen? 

Auch wenn ein Spielhaus von der Qualität des Projekts für unsere Stadt sicher ein Gewinn wäre, kann ich ihm nicht zustimmen. Meines Erachtens brauchen wir kein neues kulturelles Leuchtturmprojekt, das auch noch eine schädliche Konkurrenz zum teuren Kultur- und Kongresshauses (KUK) darstellt.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Das Dach am Bahnhof: Wenn ich drunter stehe, auf den Bus warte und von allen Seiten munter verregnet werde. Da nützen auch die Architekturpreise nichts.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Es wird hoffentlich, allen Widrigkeiten zum Trotz, realisiert. Aarau als Kantonshauptstadt braucht ein neues Fussballstadion. Die Standortfrage wurde bereits mehrfach eingehend geprüft. Scheitert das Stadion letztlich im Torfeld Süd, dürfte das Thema dauerhaft vom Tisch sein, was ich bedauern würde.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Mich persönlich stört der Bus nicht und für die Fachgeschäfte scheint mir die Linienführung sinnvoll zu sein. Die Zuständigkeit liegt allerdings beim Kanton und verkehrstechnisch ist eine bessere Lösung nicht vorhanden, deshalb sollte man versuchen, sich an den Bus in der Altstadt zu gewöhnen.

Laszlo Etesi (34), SP, Informatiker

Laszlo Etesi (SP), Aarauer Einwohnerratskandidat

Laszlo Etesi (SP), Aarauer Einwohnerratskandidat

Braucht die Stadt mehr Geld?

Laszlo Etesi: Ja, es braucht ein ausgeglichenes Budget, damit Aarau auch in Zukunft attraktiv bleibt. Auf der Ausgabenseite wurde 3-mal intensiv geschraubt und Leistungen abgebaut. Der Stadtrat erwartet nun sogar Mehraufwände, da der neue Finanzausgleich will, dass die materielle Sozialhilfe von den Gemeinden getragen wird.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Aus heutiger Sicht, ja. Aarau hat 2006 vom Kanton den Zuschlag für die Mittlere Bühne erhalten. Das Projekt wurde danach unter Einbezug vieler Partnern redimensioniert und angepasst. Dieses kombinierte Theater-, Tanz- und Musikhaus ist eine attraktive Ergänzung des Kulturangebotes in Aarau.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Dass das Angebot an bezahlbaren Kinderbetreuungsplätzen nicht ausreicht und es an innovativen Betreuungsmöglichkeiten, wie beispielsweise freiwilligen Tagesschulen, fehlt. Dabei sind solche Angebote enorm wichtig für Familien; und für Aarau selbst, als attraktiver Wohn- und Gewerbestandort.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Über den «Plan B» habe wir nicht abgestimmt. 450 neue Wohnungen sind ein neues Quartier, aber für Infrastruktur und Freiräume hat es keinen Platz. Aarau braucht guten und bezahlbaren Wohnraum, und nicht noch mehr teure Wohnungen. Ein besserer Vorschlag muss her, und ein neuer Entscheid an der Urne.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Ich bin gerne und oft mit meiner Familie in der Stadt unterwegs und würde mich über eine Altstadt ohne Verkehr freuen. Ich verstehe aber, dass die Stadtumfahrung für den Bus eine Herausforderung darstellt, und sich das Gewerbe in der Altstadt über einen Rückgang der Laufkundschaft Sorgen macht.

Harriet Keller (69), SVP, Ärztin

Harriet Keller, Aarauer Einwohnerratskandidatin

Harriet Keller, Aarauer Einwohnerratskandidatin

Braucht die Stadt mehr Geld?  

Harriet Keller: Die Stadt braucht einen effizienten Umgang mit ihren Ressourcen, wer sein Haushaltsbudget überzieht sollte nicht einfach von den Steuerzahlern den Ausgleich abverlangen: Reduktion der Ausgaben durch Fokussierung auf gezielte und notwendige/ dringliche Investitionen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Ja mit Vorbehalt: Braucht unsere Stadt wirklich einen «multifunktionalen Kulturraum»? Wenn ja, dann bitte als  Begegnungsort für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen aber mit sorgsamen/ sparsamen Investitionen. Ein Prestigeobjekt mit dem sich Stadtväter*Mütter ein Denkmal setzen wollen ist nicht mehr zeitgemäss. Und: Eine 2. Reithalle Bern braucht Aarau nicht!   

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Mich bedrückt, dass gemäss der geplanten neuen BNO das beliebte Naherholungsgebiet entlang dem westlichen Aareufer bei der «Alten Badi» nun mit W3- Häuserblocks überbaut werden soll! Staatsprofit??

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Der Souverän hatte sich für den Bau des Stadions entschieden, das muss respektiert werden. Wer weiss, vielleicht steigt dann der FC Aarau wieder in die oberste  Liga auf?

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Die Buszufahrten in die Altstadt sind immens wichtig, darauf sind die «vulnerablen» Bewohner angewiesen, also jene  Mitbürger, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind: Herz-Lunge-Augen- Bewegungslimitationen/ Familien mit Kleinkindern etc. Diese Menschen werden durch das Busverbot stark benachteiligt!

Laura Peter (49), SP, Beizerin

Laura Peter (SP), Aarauer Einwohnerratskandidatin

Laura Peter (SP), Aarauer Einwohnerratskandidatin

Braucht die Stadt mehr Geld?

Laura Peter: Nach den Kürzungsrunden der letzten Jahre scheint mir jede weitere Kürzung wäre nun mit einem Leistungsabbau verbunden. Wenn wir die Lebensqualität unsere Stadt erhalten wollen, brauchen wir Ressourcen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Natürlich werde ich dem Projekt Reithalle zustimmen! Zur Standortqualität einer Kantonshauptstadt gehört auch ein breites kulturelles Angebot. Die Alte Reithalle wird die Attraktivität unserer Stadt erhöhen und die Ausstrahlung als Kulturstadt verstärken.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Die gefährlichen Veloverbindungen ärgern mich regelmässig. Es braucht ein durchgehendes Netz von sicheren Velowegen und Radstreifen. Das würde mehr Menschen dazu animieren auf das Velo umzusteigen und Aarau zu einer Velostadt werden zu lassen!

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Der Plan B überzeugt mich nicht. Es darf nicht sein, dass ein Fussballstadion via überteuerte Wohnungen querfinanziert wird. Das jetzt diskutierte Projekt unterscheidet sich stark vom bisherigen. Ich glaube, dass eine neue Volksabstimmung über die finanzielle Beteiligung der Stadt nötig ist.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Eine Reduktion des Verkehrs begrüsse ich. Aber man sollte den Bus nicht isoliert anschauen, sondern mit den ganzen Anlieferungen zusammen. Mein Vorschlag: Am Vormittag bis 11h30 fährt der Bus durch die Altstadt und es werden alle Anlieferungen erledigt. So könnte die Altstadt den Rest des Tages und am Abend komplett Autofreie Zone werden.

Max Suter (62), SVP, Kantonspolizist

Max Suter (SVP), Aarauer Einwohnerratskandidat

Max Suter (SVP), Aarauer Einwohnerratskandidat

Braucht die Stadt mehr Geld?

Max Suter: Wir haben ein Ausgaben- nicht Einnahmeproblem. Werden die Steuern erhöht, wird Beschäftigen, welche jetzt schon Mühe mit den monatlichen und wiederkehrenden Ausgaben haben, eine allfällige moderate Lohnerhöhung wieder zu Nichte gemacht. Wir müssen lernen, das Notwendige vom Wünschbaren zu trennen.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Mit Vorbehalt, wenn der Investitionsbeitrag von Stabilo 2 eingehalten wird, so viel wie möglich über Private finanziert werden kann und wenn der Betrieb nicht mehr kostet, als heute bereits für Theaterprojekte ausgegeben wird. Die Stadt kann sich nicht zwei unrentable Kulturzentren leisten.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Sture Bürokratie bei Nutzung des öffentlichen Raumes durch das einheimische Gewerbe. Biertrinkende, betrunkene und pöbelnde junge Asylbewerber, welche offenbar ohne Probleme an Alkohol kommen und dass mir Leute in unserer Stadt sagen müssen, sie hätten Angst alleine am Bahnhof und Umgebung zu sein.

Wird das neue Fussballstadion je realisiert?

Das Stadion braucht es dringend. Ich bin zuversichtlich, dass es realisiert wird. In Bezug auf den Ablauf von gesetzlichen Fristen muss aber nun bald ein Start erfolgen. Plan B bringt weniger Verkehr ins Quartier, die Risiken, dass dieses Projekt scheitert, sind aber gross. Hier sind alle gefordert.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Ich kann mir einen Sommer- und Winterfahrplan durch die Altstadt vorstellen. Im Sommer wenn die Altstadt von vielen Menschen belebt wird und die Strassen voll sind, sollte man auf die Durchfahrt des Busses verzichten. Herbst und Winter könnte dann die Altstadt mit dem Bus wieder belebt werden.

Anna Wartmann (31), FDP, Mitarbeiterin von Petra Gössi

Anna Wartmann (FDP), Aarauer Einwohnerratskandidatin

Anna Wartmann (FDP), Aarauer Einwohnerratskandidatin

Braucht die Stadt mehr Geld?

Anna Wartmann: Die Stadt braucht meines Erachtens 2018 keine Steuererhöhung. Aarau hat eine sehr hohe Steuerkraft. Das muss reichen. Eine zeitlich begrenzte Steuererhöhung käme für mich nur in Frage, wenn sie explizit mit einem Projekt zusammenhängt, das für unsere Stadt zukunftsweisend ist.

Werden Sie dem Kulturprojekt Alte Reithalle zustimmen?

Kultur ist ein wichtiges Gut jeder Gesellschaft. Ob Aarau einen weiteren Kulturort braucht, und sich diesen auch leisten kann, zeigt sich nächstes Jahr. Die Finanzierung muss jedenfalls mit Privaten oder bspw. durch Crowdfunding erfolgen.

Was ärgert Sie am meisten in der Stadt Aarau?

Es wird viel darüber diskutiert, wie wir die Lebensqualität im kulturellen und Freizeitbereich unserer Stadt verbessern können. Zur Lebensqualität gehören aber auch attraktive Arbeitsplätze. Aarau soll nicht zur Schlaf- und Partystadt verkommen, sondern ganzheitlich auf gesunden Füssen stehen.

Wird das Fussballstadion je realisiert?

Das Volk hat sich mehrmals für das Stadion ausgesprochen. Der FCA braucht das Stadion. Das Brügglifeld ist veraltet. Es wäre aber falsch, irgendein Projekt zu verwirklichen, nur um ein Stadion zu haben. Es muss zweckmässig und wirtschaftlich tragbar sein.

Dauerthema Bus in der Altstadt: Raus oder lassen?

Alle Busse aus der Altstadt zu verbannen würde das Ziel verfehlen. Wie soll man sonst seine Einkäufe vor dem Regen geschützt nach Hause bringen? Was ist mit den Personen, die nicht (mehr) gut zu Fuss sind? Zu prüfen ist hingegen, die Fernbusse/Postautos um die Altstadt herum zu führen.

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