Fussball
Fürs TV-Spiel zuhause erhält der FC Aarau bloss 7000 Franken

Spielt der FC Aarau am Montagabend zuhause im Brügglifeld, dann kommt er im Fernsehen. Und er erhält 7000 Franken als Entschädigung. Für den Club ist es ein schechtes Geschäft. Denn der Montag zieht viel weniger Publikum an.

Ruedi Kuhn
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Danick Yerly (FC Chiasso) gegen Goran Antic (FC Aarau, links) und Artur Ionita (FC Aarau, rechts). Am Boden Mirko Quaresima (FC Chiasso).

Danick Yerly (FC Chiasso) gegen Goran Antic (FC Aarau, links) und Artur Ionita (FC Aarau, rechts). Am Boden Mirko Quaresima (FC Chiasso).

Christian Boss

Vor der Saison 2011/12 lautete das Saisonziel des FC Aarau Rang 1 bis 6. Vor der Saison 2012/13 sprach man von einer Klassierung zwischen Rang 1 und 5. Geht dieses Prozedere im gleichen Stil weiter, so lautet die Zielsetzung vor der Meisterschaft 2016/17 Rang 1. Geht man davon aus, dass die Baubewilligung für die Sportarena im Torfeld Süd im Frühling 2013 erteilt wird, ist der Aufstieg in die Super League spätestens in vier Jahren tatsächlich kein Ding der Unmöglichkeit.

Mit dem aktuellen Kader eine Promotion in die höchste Spielklasse zu erwarten, ist vermessen. Oder, um es mit den Worten von Trainer René Weiler zu sagen: «Mit dem heutigen Stand ist der FCA keine Aufstiegsmannschaft. Nach den Abgängen von Shkelzen Gashi und Aco Stojkov und dem verletzungsbedingten Ausfall von Remo Staubli ist der Substanzverlust in der Offensive ganz einfach zu gross.» Der Trainer spricht also Klartext. Und hat zweifellos recht. Mit Dante Adrian Senger und Goran Antic zählen momentan nur zwei Stürmer zum 19-Mann-Kader. Ob eine weitere Offensivkraft verpflichtet wird, entscheidet der Sportausschuss im Verlauf dieser Woche. Die Zeit drängt: Das internationale Transferfenster ist nur noch bis Ende August, das nationale bis Ende September offen.

Vor drei wegweisenden Spielen

Mit dem Gewinn von acht Punkten aus fünf Spielen entspricht der Saisonstart den Erwartungen. Wegweisend sind allerdings erst die drei nächsten Spiele gegen die Spitzenteams aus Winterthur, Lugano und Bellinzona. Für Gesprächsstoff sorgt da vielmehr der Umstand, dass die Swiss Football League den FC Aarau im ersten Viertel der Meisterschaft gleich viermal für ein Fernsehspiel am Montag ausgewählt hat. «Der Montag ist nicht ideal», sagt Präsident Alfred Schmid. «Der Freitag wäre besser, weil viele Zuschauer am Samstag nicht arbeiten müssen.» Dass die Liga den Heimklub des TV-Spiels der Challenge League mit einem Betrag von 7000 Franken abspeist, kommt Kennern vor wie ein schlechter Witz.

Bleibt zu guter Letzt der Hinweis, dass die Aktienkapitalerhöhung der FC-Aarau-AG zustande gekommen ist. Insgesamt wurden 6840 Aktien im Wert von 680400 Franken gezeichnet. Die finanzielle Situation bleibt wegen des jährlich anfallenden Defizits zwischen 300000 und 500000 Franken jedoch prekär. Das Lohnbudget für die erste Mannschaft musste auf diese Saison hin von 2,6 auf 2,4 Millionen Franken reduziert werden. Damit ist der FC Aarau nicht nur mit seinem Spielermaterial, sondern auch in der Geldrangliste weit hinter den Aufstiegsanwärtern Bellinzona, Lugano und Winterthur klassiert.