Laut eidgenössischer Leitungsverordnung dürfen keine Bauten, aber auch keine Ansammlung von Menschen im Leitungsbereich von Hochspannungsleitungen stehen. Wie der Regionaljournal des SRF heute morgen berichtet hat, waren diese Vorschriften den Organisatoren des eidgenössischen Turnfestes zu wenig bewusst.

Über den offiziellen Campingplatz des Eidgenössischen Turnfestes (ETF) auf der Schachen- und der Färbermatte führt nämlich eine Hochspannungsleitung von 110 Kilovolt. Nach den Vorschriften des Bundes dürfen sich unter der Leitung und in einem Bereich von je fünf Metern auf jeder Seite keine Bauten oder Menschenansammlungen befinden. Im Fall des Zeltplatzes  des ETF muss ein Korridor von 25 Metern frei bleiben.

Zelte waren in diesem Korridor keine geplant. Aber wer zum Platz gelangen will, muss zwangsläufig den Bereich queren. Laut dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat ESTI könnte das gefährlich sein. Ein Sturm könnte eine Leitung herunterreissen und durch ihr Gewicht Menschen töten. Es könnte auch sein, dass sie noch unter Spannung steht.

Aber die wirkliche Gefahr seien Blitze, sagt Urs Huber vom ESTI: «Wenn ein Blitz einschlägt in eine Leitung oder in den Mast und dann via Mast in den Boden geht, dann gibt das Spannungsanhebungen, die Menschen elektrisieren und sehr stark verletzen können.»

Notfalllösung: Absperrbänden und Sicherheitspersonal

Das OK des Turnfestes hat nun eine Lösung gefunden, dass sich im Korridor unter der Leitung keine Menschenansammlungen bilden. Der Korridor wird mit Absperrbändern und Sicherheitspersonal gesichert. Es gibt schmale Durchlässe, auf deren Seiten je ein Container gestellt wird – damit die Hochspannungsseile nicht auf die Menschen herunterfallen können. Die Sicherungssperrung soll bis am Donnerstag erstellt sein.

Aufbau des Zeltplatzes: