Wynental-Suhrentalbahn
Gefährliches Spiel mit der Sicherheit: WSB-Züge fahren ohne Rückspiegel

Diese Massnahme sorgt für Kopfschütteln. Auf der Strecke Aarau-Suhr müssen die Lokführer ohne Rückspiegel fahren. Paradox: Die Massnahme erfolgt aus Sicherheitsgründen, weil es auf den neuen Gleisen zu eng ist.

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Sind die neuen WSB-Gleise zu eng?

Sind die neuen WSB-Gleise zu eng?

AZ

Auf den neuen Gleisen zwischen Aarau und Suhr ist es zu eng. Dies legt ein internes Rundschreiben der Wynental-Suhrentalbahn (WSB) nahe. Das Schreiben liegt «Tele M1» vor. Demnach ist es auf der Strecke so eng, dass die Lokführer ihre Rückspiegel einklappen müssen.

«Das kann nicht sein»

Der ehemalige Lokführer und EVP-Grossrat Martin Bhend spricht gegenüber dem Regionalsender von einer gefährlichen Massnahme: «Das kann nicht sein. Ein Lokführer muss seinen Zug jederzeit überwachen können.» Und dazu gehöre eben auch der Blick in den Rückspiegel. Schliesslich sei es möglich, dass eine Türe nicht richtig geschlossen sei oder Rauch aus einem Zug aussteige.

Was Bhend als gefährlich bezeichnet, ist für die WSB eine Sicherheitsmassnahme: «Aus Sicherheitsgründen muss ab sofort auf der Strecke Aarau-Suhr-Aarau mit eingeklappten Spiegeln gefahren werden», steht in dem Rundschreiben. Diese Massnahme betrifft alle WSB-Fahrzeuge. Begründet wird die Weisung mit dem knappen Abstand zwischen den Spiegeln.

Kommission sagt Ja zum Ausbau des WSB Bahnhofs Aarau

Die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) spricht sich für den Ausbau der Publikumsanlagen des WSB Bahnhofs Aarau aus. Der 6,5 Millionen Franken teure Projekt sieht eine Verlängerung und Verbreiterung des Perrons sowie den Bau einer behindertengerechten Rampe vor. Zudem sollen die bahntechnischen Anlagen teilweise erneuert werden. Damit soll dem gestiegenen Fahrgastaufkommen Rechnung getragen werden. (dno)

Ist also bei der Planung der neuen Gleise etwas schiefgelaufen? Bhend geht davon aus, dass Normen bei der Erstellung der neuen Gleise nicht eingehalten wurden. Dem widerspricht Mathias Grünenfelder. Der WSB-Direktor gibt zwar zu, dass es eng ist auf der Strecke Aarau-Suhr, aber der Schienenabstand sei in Ordnung. «Das Bundesamt für Verkehr hat alles gemessen und abgenommen», sagt Grünenfelder. Alles entspreche den Verordnungen. Und auf dieser Strecke sei das Fahren mit Rückspiegeln gar nicht vorgesehen.

Auch im Bahnhof Buchs ohne Rückspiegel

Aus dem internen Rundschreiben geht auch hervor, dass es nicht nur auf der Strecke Aarau-Suhr eng ist. Auch im Bahnhof Buchs sind bei Kreuzungen die Spiegel einzufahren. (dno)

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