Unterentfelden

Gmeind verschoben – Renaturierung der Uerke kommt aber an die Urne

Die Urnenabstimmung in Unterentfelden findet am 14. Juni statt.

Die Urnenabstimmung in Unterentfelden findet am 14. Juni statt.

Unterentfelden verschiebt Versammlung um drei Monate. Zum Naturschutzprojekt gibt es aber vorher eine Abstimmung. Eine Verschiebung könne sogar zum Abbruch des Projekts führen, schreibt der Gemeinderat.

Wegen Corona wird die Gemeindeversammlung von Unterentfelden nicht am 8. Juni, sondern neu am 2. September stattfinden. Dringende Geschäfte sollen laut Regierungsrat aber durch eine Urnenabstimmung beschlossen werden. Ein solches Projekt ist offenbar die Aufweitung der Uerke beim Gewerbebau an der Suhrenmattstrasse 29, wenige Meter, bevor der schmale Fluss in die Suhre fliesst. Die Renaturierung soll den Schutz vor Hochwasser erhöhen und den Lebensraum für Fische und Amphibien verbessern. Angenehmer Nebeneffekt: Für die Bevölkerung entsteht durch das renaturierte Gewässer ein erlebbarer Naturraum.

Für das «Aufweitungsprojekt Uferschutzzone Uerke» beantragt der Gemeinderat einen Bruttokredit von 122'000 Franken, wovon die Gemeinde aber höchstens 26'000 Franken zu tragen hat. Das Meiste übernehmen Bund und Kanton. Die Urnenabstimmung dazu findet am 14. Juni statt.

Ist die Renaturierung eines Bachs denn so dringend, dass dafür eigens eine Volksabstimmung organisiert werden muss? Gerade die günstige Ausgangslage, bei der Bund und Kanton den grössten Teil der Kosten übernehmen, dürfte den Ausschlag dafür gegeben haben. «Bei einer Verschiebung des Abstimmungszeitpunkts könnte es zu weiteren Verzögerungen oder sogar zum Abbruch des Projekts führen», schreibt der Gemeinderat entsprechend in den Erläuterungen zur bevorstehenden Abstimmung. Es könnte etwa zu Gesetzesanpassungen für Bundes- und Kantonsbeiträge kommen, oder der Grundeigentümer die Parzelle an eine Drittperson veräussern, die das Land nicht zu Gunsten des Projekts verkaufen möchte. «Der Gemeinderat ist deshalb der Ansicht, dass dieses Geschäft keinen Aufschub duldet.»

Renaturierung ist seit vielen Jahren ein Thema

Die geplante Renaturierung nahe beim Uerke-Spitz hat eine lange Vorgeschichte: 2006 wurde eine Parzelle in dem Gebiet umgezont und auf Antrag der Stimmbürger ein Landstreifen als Uferschutzzone ausgeschieden, ohne aber dem Landeigentümer ökologische Massnahmen aufzuerlegen. 2011 machte ein Anwohner und Mitarbeiter des Naturama einen Vorschlag für die Aufweitung der Uerke an der Stelle. Seit 2014 versuchte der Natur- und Vogelschutzverein, Kanton und die Gemeinde für das Projekt zu gewinnen. Nach der Aufweitung wird das Landstück neu der Bachparzelle zugeteilt, die dem Kanton gehört und der für dessen Unterhalt zuständig ist. Vor knapp zwei Jahren sagte auch dieser «Ja» zum Renaturierungsprojekt und stellte das Geld dafür in Aussicht.

So sieht der Plan aus für die Aufweitung der Uferschutzzone der Uerke gegenüber der Quellmatten AG an der Suhrenmattstrasse.

So sieht der Plan aus für die Aufweitung der Uferschutzzone der Uerke gegenüber der Quellmatten AG an der Suhrenmattstrasse.

Gemäss Plan wird die Uerke leicht verlegt und neu eine kleine Kurve um eine Insel mit Bäumen bilden. Der parallel verlaufene Flurweg wird verschoben und auch eine Gasleitung muss für das Projekt verlegt werden. Die Kosten von rund 21'000 Franken dafür übernimmt die Eniwa.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1