Gränichen
Strassen, Werkleitungen und Budget: An der Gemeindeversammlung geht es um über 16 Millionen Franken

Die Unterlagen zur Gemeindeversammlung offenbaren weitere Details zur geplanten Sanierung der Kantonsstrasse und zur Einführung von Tempo 30. Auch das Budget 2022 liegt vor: Der Steuerfuss soll weiter bei 111 Prozent bleiben.

Daniel Vizentini
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Die Kantonsstrasse durch Gränichen soll saniert werden. Hier bei der S-Kurve, aber auch an anderen Stellen wird ein Mehrzweckstreifen in der Mitte der Fahrbahn eingeführt.

Die Kantonsstrasse durch Gränichen soll saniert werden. Hier bei der S-Kurve, aber auch an anderen Stellen wird ein Mehrzweckstreifen in der Mitte der Fahrbahn eingeführt.

Daniel Vizentini

Der Kanton will die Ortsdurchfahrt durch Gränichen erneuern und die Gemeinde nutzt die Gelegenheit, um längst fällige Sanierungen von Kanalisation, Werkleitungen und Strassenbeleuchtung durchzuführen.

Von den heute erwarteten Gesamtkosten von 23,21 Millionen Franken würde Gränichen 7,78 Millionen übernehmen müssen. Hinzu kämen noch 4,6 Millionen für die Kanalisation, 1,48 Millionen für die Installation neuer LED-Leuchten sowie 1 Million für Anpassungen an den Gemeindestrassen, die in die Kantonsstrasse einmünden.

Auf der Kantonsstrasse in Gränichen stauen sich die Autos immer wieder.

Auf der Kantonsstrasse in Gränichen stauen sich die Autos immer wieder.

Daniel Vizentini

Beantragt wird deshalb an der Gemeindeversammlung vom 22. November (neu an einem Montag) ein Kredit von total 14,86 Millionen Franken. Die Gemeinde wird Fremdkapital dafür aufnehmen müssen. Nach Bauende, voraussichtlich 2031, wird sie jährlich 318'400 Franken abschreiben – etwa derselbe Wert wie die 313'100 Franken, die aktuell jährlich für den neuen, topmodernen Werkhof bezahlt werden.

Das meiste wurde bereits letzten Monat im Gränicher Dorfblatt bekanntgegeben. In der Unterlagen zur Gemeindeversammlung erfährt man ein paar Details mehr. Etwa, dass die WSB-Haltestelle Töndler dereinst leicht in Richtung Suhr verschoben werden soll. Mit der Sanierung der Hauptstrasse wird die Einmündung in die Nordstrasse (zur Jowa hin) verbessert, stellenweise ein Mehrzweckstreifen eingebaut, die Querung für Fussgänger verschoben und neue Gehwege gemacht.

Täglich fahren 11'500 Fahrzeuge in Gränichen hinein und 20'000 wieder hinaus. Viele Fahrten beginnen also im wachsenden Dorf mit heute 8380 Menschen.

Täglich fahren 11'500 Fahrzeuge in Gränichen hinein und 20'000 wieder hinaus. Viele Fahrten beginnen also im wachsenden Dorf mit heute 8380 Menschen.

Daniel Vizentini

Der Fussgängerstreifen nahe der Autogarage GP-Carsystem wird aufgehoben, dafür ist «eine neue Querungsstelle mit Schutzinsel» im Bereich der Valiant-Bank angedacht – also ohne Streifen, ähnlich wie heute im sanierten Teil der Tramstrasse in Suhr. Die Unterführung bei der Schule bleibt bestehen und auch die Fussgängerstreifen beim Zentrum Linde oder dem Coop.

Entlang der S-Kurve ist ein neuer, durchgängiger Mehrzweckstreifen vorgesehen, so wie auch zwischen Volg und der Kirche, wo die Fussgängerstreifen neu Schutzinseln erhalten werden. Beim Zehnder-Areal und dem geplanten neuen Kreisel Oberdorf werden die Gehwege ausgebaut.

Bereichsweise sollen entlang der sanierten Kantonsstrasse einzelne Bäume oder Baumgruppen gepflanzt werden. «Weitgehend auf Privatgrund», wie die Gemeinde schreibt, da der öffentliche Raum begrenzt ist. Die Ortsdurchfahrt dürfe «nicht zu einer anonymen Durchfahrtspiste durch Gränichen verkommen». Mit «einzelnen gestalterischen Massnahmen» soll der Strassenbereich aufgewertet werden, um «Gränichen attraktiver zu machen».

Einzelne Gemeindestrassen werden bereits nächstes Jahr erneuert

Schon vor der Grosssanierung, die frühestens 2027 beginnen dürfte, will Gränichen noch ein paar Gemeindestrassen erneuern: Abschnitte der Bienstel-, Kirchenfeld-, Nord-, Rütenen- und Chrumbwoogstrasse sowie vom Oberen Badweg und der Chilematt sollen für 630'000 Franken bereits 2022 erneuert werden.

Dazu beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 590'000 Franken für verschiedene Sanierungen der Kanalisation. Diese werden aber durch die Abwassergebühren gedeckt und belasten die Gemeindekasse nicht.

Tempo 30 östlich der Wyna und im Gebiet Bleien

Zwei weitere Anträge betreffen Tempo 30: einerseits im Gebiet Bleien (samt Fahrverbot auf dem Doossenweg) und andererseits im gesamten Dorf östlich der Wyna. Die Gemeinde will auf den Bau von Schikanen verzichten und lieber klar und flächendeckend Tempo 30 einführen statt nur auf einzelnen Strassen.

Neu hat die Gemeinde die Ergebnisse von Geschwindigkeitsmessungen der letzten vier Jahren veröffentlicht: Auf der Eifeld-, Eizopf- und Nordstrasse wird die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h regelmässig überschritten. In den letzten fünf Jahren gab es im untersuchten Perimeter 19 Unfälle mit neun Verletzten, zwei davon schwer.

Budget mit schwarzer Null, Steuerfuss bleibt gleich

Die Gemeinde schlägt fürs kommende Jahr mit gleich vielen Ausgaben wie Einnahmen ein ausgeglichenes Budget vor. 39 Prozent des Geldes geht in den Bereich Bildung, 20 Prozent in die soziale Sicherheit, 14 Prozent in die Verwaltung. Bei den Löhnen will der Gemeinderat für 2022 eine Nullrunde. Ab 2023 aber soll «bei den generellen Lohnerhöhungen ein Automatismus angewendet werden», angelehnt an den Landesindex der Konsumentenpreise, heisst es im Budget.

Der Gemeinderat geht von einer positiven Entwicklung der Steuereinnahmen aus: Erstens sei nach dem Coronatief bereits eine starke Erholung der Wirtschaft spürbar und zweitens wächst die Gränicher Bevölkerung weiterhin. Von Januar bis September 2021 sind 175 Personen zugezogen, das sind bereits mehr als die 151 Personen im gesamten Vorjahr. Der Steuerfuss soll auch zum elften Jahr in Folge bei 111 Prozent bleiben.

Einwohnergemeindeversammlung Gränichen am Montag, 22. November, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle

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