Parkieren
Gratisparkieren beim «Roggi» kann teuer werden

Wer beim Aarauer Tierpark Roggenhausen entlang der Zufahrtsstrasse parkiert, riskiert eine Busse. Denn besonders an schönen Tagen herrscht auf dem Parkplatz das reinste Chaos.

Nadja Rohner
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Die ersten sommerlichen Tage und viele neugeborene Tierkinder lockten letzte Woche zahlreiche Besucher in den Aarauer Tierpark Roggenhausen. So viele, dass der Parkplatz am Roggenhausenweg seine Kapazitätsgrenzen erreichte: Die 59 Gratisplätze waren oft schon am Mittag belegt. Kurzerhand parkierten einige Besucher ihre Autos entlang der linken Wegseite, ausserhalb der markierten Felder – mit teuren Folgen: Stadtpolizisten haben am Mittwochnachmittag Parkbussen verteilt.

Über diese Bussen ärgert sich eine junge Mutter: Entlang der Strasse stünden zwar Schilder, welche die Autofahrer auf den rund 700 Meter weit entfernten, kostenpflichtigen Parkplatz «Schanz» verweisen – «Aber mit kleinen Kindern ist der Weg dahin entlang der Schönenwerderstrasse viel zu gefährlich und zu weit. Da sind sie ja schon müde, bevor man überhaupt beim Tierpark ankommt», sagt die Frau. Und sie fügt an: «Dass die Polizei extra an einem schönen Tag mitten in den Schulferien genau diesen Gratisparkplatz kontrolliert, grenzt an Schikane.» Man wolle wohl einfach die Stadtkasse füllen, meint sie.

Schikane während der Frühlingsferien?

Dem Chef der Stadtpolizei Aarau, Daniel Ringier, sind negative Reaktionen und Vorwürfe vonseiten der Gebüssten nicht fremd. Er betont jedoch: «Wir machen beim Roggenhausen-Parkplatz keinesfalls Jagd auf Falschparker.» Es sei zwar richtig, dass letzte Woche an einem Nachmittag rund 25 Autofahrer gebüsst worden seien, «aber die Stadtpolizei interveniert bei diesem Parkplatz in der Regel dann, wenn wir von Drittpersonen aufgeboten werden», so Ringier.

Konkret seien dies meist Automobilisten, die zugeparkt worden seien. «Natürlich können wir dann nicht nur selektiv diejenigen büssen, die anderen Autos den Weg versperren – es müssen ja alle Falschparker gleich behandelt werden.» Abschleppen lassen musste die Stadtpolizei noch niemanden. «Es ist uns immer gelungen, die blockierten Autos zu befreien.»

Die Situation um den Roggenhausen-Parkplatz beschäftigt auch Margrit Röthlisberger seit Jahren. Sie ist Leiterin Sektion Liegenschaft bei der Ortsbürgergemeinde Aarau, welcher der Roggenhausentierpark gehört. Wirklich überfüllt sei der Parkplatz in der Regel nur an sonnigen Ferien- oder Feiertagen, sagt Röthlisberger. Die Ortsbürgergemeinde hat im letzten Jahr sporadisch nachgezählt: An Spitzentagen standen bis zu 83 Autos auf dem Parkplatz – 24 mehr als erlaubt.

Chaos auf dem Parkplatz

An diesen Tagen gebe es regelmässig Probleme: «Bei schönem Wetter herrscht auf dem Parkplatz Chaos. Da wird das Auto einfach irgendwo abgestellt.» Die Autos würden dann den Forstfahrzeugen und den Zulieferern für das Restaurant im Tierpark den Weg versperren, so Röthlisberger. Schlimmer noch: Auch die Feuerwehr oder Ambulanzfahrzeuge könnten im Notfall nicht mehr passieren. «Dabei weisen mehrere Schilder darauf hin, dass ausserhalb der markierten Parkplätze Parkverbot herrscht», so Röthlisberger.

Tatsächlich werden Autofahrer an der Roggenhausenstrasse alle paar Meter daran erinnert, dass sie ihre Autos nicht einfach überall abstellen dürfen. Über zehn Hinweis-, Verbots- und andere Schilder erinnern daran.

Es gibt laut Röthlisberger auch ab und zu Autofahrer, welche die einzigen Gratisparkplätze weit und breit dreist ausnutzen: «Obwohl die Plätze für Tierparkbesucher vorgesehen sind, gibt es Leute, die ihr Auto dort abstellen und dann zur Arbeit in die Innenstadt gehen.» Die Ortsbürgergemeinde prüft derzeit die Einführung einer Parkgebühr für den Roggenhausen-Parkplatz. «Wir hoffen, dass dies das Parkplatzproblem entschärft.» Ein Ausbau des bestehenden Parkplatzes sei nur schwer möglich, da er zwischen Waldgrenze und Schönenwerderstrasse liege.