Aarau

Hier steht ein Stück neue «Telli» – die riesige Sanierung ist auf Kurs

Ein Testobjekt: Solche neuen Balkone werden ab April 2021 vor Ort zusammengebaut an den «Staumauern» montiert.

Ein Testobjekt: Solche neuen Balkone werden ab April 2021 vor Ort zusammengebaut an den «Staumauern» montiert.

Trotz Corona geht die Sanierung der Delfterstrasse-«Staumauern» in Aarau vorwärts. Im Frühjahr, voraussichtlich ab April, werden die neuen Balkone montiert.

Swissness kommt ihr zu Gute: Hätte die AXA bei ihrem gigantischen Bauprojekt, der Sanierung ihrer zwei «Staumauern» in der Aarauer Telli, nicht auf einheimische Betriebe gesetzt, hätte Corona einen dicken Strich durch den durchgetakteten Zeitplan gemacht. Aber dank vieler Subunternehmen aus der Region geht’s vorwärts mit der Sanierung von zwei Tiefgaragen, 24 Treppenhäusern samt Liftanlagen und 581 Wohnungen an der Delfterstrasse.

Während beim nördlicheren Haus C noch nicht viel Neues zu sehen ist, sind die ersten Treppenhäuser und Liftanlagen im Haus B bereits grösstenteils fertig saniert. Sie entsprechen jetzt den Anforderungen an Erdbebensicherheit und Brandschutz. Derzeit wird in der Tiefgarage gearbeitet – die Autos stehen währenddessen im Park, respektive auf dem bereits sanierten Dach der Garage –, und bereits ist ersichtlich, dass die Garagen viel heller und dadurch sicherer werden. Bei der Tiefgarage handelt es sich um eine Sanierung der Bausubstanz, beim Rest vor allem um eine energetische Sanierung. Die Erneuerung der Fassaden und der Lüftung wird punkto Energieverbrauch einen massiven Unterschied machen.

Mitwirkungsverfahren zu Freizeitanlagen läuft

Spektakulär wird es auf der Baustelle ab nächstem Frühjahr. Voraussichtlich ab April werden die neuen Balkone montiert. Die Balkonplatten werden extern vorproduziert und vor Ort am Stück eingehoben, einer um den anderen, etwa vier pro Tag. Der Balkoneinbau bedeutet, dass die Wohnung etwa 12 bis 14 Tage nicht bewohnbar ist. Die Mieter können entweder in eine der etwa 90 leerstehenden Wohnungen an der Delfterstrasse ausweichen, die zu diesem Zweck wie Ferienwohnungen eingerichtet werden. Die AXA mietet aber auch Aparthotelzimmer in Oberentfelden oder zahlt «Feriengeld», wenn die Mieter währenddessen in den Urlaub fahren. Ziel ist, dass die Mieter ausser Koffer packen und Wertsachen in einen Karton verstauen weder Aufwand noch Kosten haben.

Die Umgebung, derzeit von der Baustelle geprägt, wird am Ende der Bauzeit wieder als Park hergestellt. Zu den gewünschten Freizeitanlagen läuft derzeit ein Mitwirkungsverfahren, das bis Ende Jahr abgeschlossen sein soll.

Homeoffice unter erschwerten Bedingungen

Es schleckt keine Geiss weg: Die Arbeiten sind lärmig. Und sie können zeitlich nicht immer gut abgestimmt werden. So musste zum Beispiel sofort gehandelt werden, als in der Passerelle vor dem Hauseingang Asbestfasern in der Abdeckung gefunden wurden. Das Material musste raus.

Gerade jetzt, wo viele Menschen aufgrund der Coronakrise von zu Hause arbeiten, sind sie vom Lärm betroffen. Immerhin: Im Block C, weiter weg von den Hauptarbeiten, wurden für diese Fälle einige Büroarbeitsplätze eingerichtet.

Mit der Quartierzeitung informiert

Verbessert werden soll die Kommunikation mit den Bewohnern der «Staumauern» an der Neuenburger- und der Rütmattstrasse – die sind nämlich aufgrund der Emissionen ebenfalls vom Umbau betroffen, wurden bisher aber nicht so regelmässig wie die Mieter von der Delfterstrasse mit Informationen bedient. «Wir haben beschlossen, das zu ändern. Zum Beispiel mit Newslettern und in der Quartierzeitung ‹Tellipost›», sagt Gesamtprojektleiter Julian Kommer.

Apropos Nachbarhäuser: Da die vier Telliblöcke nahezu baugleich und alle schon älter sind, stellt sich die Frage, ob die anderen zwei (A und D) nicht auch saniert werden sollen – jetzt, wo das Know-how schon da wäre. Tatsächlich steht das Thema im Raum; einzelne Planer wurden kontaktiert. Das Problem ist insbesondere bei der Rütmattstrasse, dass aufgrund der Stockwerkeigentümerschaften eine Sanierung ungleich schwieriger aufzugleisen ist als an der Delfterstrasse, wo die AXA die beiden Häuser komplett besitzt.

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