Steuern und Gebühren

Höherer Steuerfuss und höhere Strompreise: Wie schlimm steht es um die Suhrer Finanzen?

Suhr kämpft mit Schulden und will den Steuerfuss erhöhen. (Symbolbild)

Suhr kämpft mit Schulden und will den Steuerfuss erhöhen. (Symbolbild)

Das Projekt Zukunftsraum Aarau ist in voller Fahrt und trotzdem kündigte Suhr eine Erhöhung des Steuerfusses an. Die Strompreise sind bereits gestiegen. Was steckt dahinter?

Letzte Woche kündigte der Suhrer Gemeinderat am Infoforum an, den Steuerfuss anheben zu wollen. Geprüft würde laut Gemeindepräsident Marco Genoni auch eine Sparrunde und eine Erhöhung der Gebühren. Bereits beschlossen sind höhere Strompreise: Am Dienstag gab die TBS bekannt, dass die Konzessionsabgabe nach einem kurzfristigen Beschluss des Gemeinderats von Ende August von 0,6 Rp./kWh auf 0,75 Rp./kWh steigt.

Weil über eine Million Franken an Aktiensteuern nicht eingehen, werden die Suhrer ihre Budgetziele schon dieses Jahr nicht erreichen. Sind dies Auswirkungen der Schwäche von Möbel Pfister, mittlerweile übernommen durch XXXLutz? Fest steht: Die Aktiensteuern werden sich, so Marco Genoni, nach einzelnen Spitzenwerten in den letzten Jahren auf tieferem Niveau stabilisieren. Die ohnehin unterdurchschnittliche Steuerkraft der Suhrer Bevölkerung dürfte zudem weiter sinken. Die Wirtschaftslage wegen Corona bringt keine guten Aussichten.

In einem Leserbrief schrieb die Suhrer Nationalrätin und Zukunftsraum-Befürworterin Maja Riniker (FDP), die Finanzen der Gemeinde seien «in Schieflage». Die Nettoschuld pro Einwohner habe sich von 376 Franken im Jahr 2016 innert drei Jahren auf 1437 Franken erhöht. Dieses Jahr wurden laut Budget 1550 Franken erwartet, die tatsächliche Nettoschuld dürfte noch höher liegen.

Höherer Steuerfuss um bis zu 6 Prozentpunkte denkbar

Um wie viele Prozentpunkte der Steuerfuss erhöht werden muss, ist noch unklar. Ein Steuerprozent entsprach letztes Jahr in Suhr rund 190'000 Franken. Um die Selbstfinanzierungsziele zu erreichen, fehlen laut Budget etwa 1,2 Millionen Franken. Mit den derzeit negativen Aussichten dürfte diese Zahl gar höher sein. Eine Erhöhung des Steuerfusses von heute 108 auf 113 oder 114 Prozent erscheint unter diesem Aspekt plausibel. Seit 2016 ist der Suhrer Steuerfuss bereits um 6 Prozentpunkte gestiegen.

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