Zirkus Knie

«Ich bin schon etwas kribbeliger als sonst»: Ein Heimspiel für den Komiker

Anders als bei der Premiere in Bern hat Urs Wehrli alias «Ursus» in Aarau ein Heimspiel.

Anders als bei der Premiere in Bern hat Urs Wehrli alias «Ursus» in Aarau ein Heimspiel.

Die Zirkus-Knie-Crew ist im Schachen. Der einzige Stopp im Kanton freut besonders den Heimweh-Aarauer Urs Wehrli alias «Ursus». Heute lebt der Komiker mit seiner Familie in Zürich.

Im Aarauer Schachen riecht es nach Stroh. Etwas entfernt von Ponys und Kamelen reihen sich Zirkuswagen in einer Kolonne ein. Der rote Zelteingang steht bereits daneben – das Zelt dahinter ist erst eingezeichnet. Später als ursprünglich geplant kam am Montag der Circus Knie in der Kantonshauptstadt an. Am Mittwoch ist die erste Vorstellung. Es ist der einzige Zwischenhalt im Kanton.

In der Manege steht zum ersten Mal seit achtzehn Jahren auch das Komikerduo «Ursus und Nadeschkin». Für Urs Wehrli (Ursus) ist es ein Heimspiel. Er ist in Aarau aufgewachsen. «Etwas kribbeliger als sonst bin ich schon. Und die Freude ist noch grösser», so der selbst ernannte Aarau-Fan. Heute lebt der Komiker mit seiner Familie in Zürich. Aus der Altstadt ist er schon vor 30 Jahren weggezogen. Trotzdem: Es «heimele» immer, sagt Urs Wehrli.

«Ursus» schläft im Wohnwagen neben der Turnhalle

Wie die Zirkusleute haust auch «Ursus» bis Sonntag in einem Wohnwagen unter den Bäumen neben der Turnhalle. «Ein lauschiges Plätzchen», sagt er. In den freien Stunden wolle er Bekannte und Verwandte treffen. Und: zu einem seiner Lieblingsorte – dem Alpenzeiger – spazieren und den Ausblick auf die ehemalige Heimat geniessen.

Aarau ist der zweite Halt auf der ­coronabedingt verkürzten Tournee des Circus Knie. Den Stopp in Thun (25. bis 27. September) hat die Familie – Géraldine Knie ist die künstlerische Leiterin – aus Kostengründen kurzfristig abgesagt und stattdessen den Aufenthalt in Bern verlängert. «Die Stimmung im Publikum und der Crew ist bis jetzt sehr gut», sagt Catherine Bloch, Medienverantwortliche des Circus Knie. Man habe die beschränkte Anzahl Sitzplätze verkaufen können.

Für die sieben Aufführungen in Aarau gibt es noch Tickets. Ab dem 1. Oktober dürfen 2000 Zuschauerinnen gleichzeitig ins Zelt. Es gilt eine Maskenpflicht sowie ein Alkoholverbot. Zur besseren Luftzirkulation werden in der Zeltkuppel ausserdem drei Lüftungen eingebaut, feste Sitzplätze zugeteilt und das Zelt in Sektoren unterteilt.

«Wir haben unsere Ohren wegen der Masken geschärft.»

Die Eintrittskarten für die ursprünglich geplante Tour können Zuschauerinnen gegen eine Bearbeitungsgebühr, die an Ticketcorner geht, zurückgegeben. «Die Rückabwicklung von Zehntausenden von Tickets» stelle eine «enorme Herausforderung» dar, heisst es in einer Medienmitteilung vom 13. August. «Es gab aber auch Leute, die das Ticket nicht zurückgegeben haben, um den Circus Knie zu unterstützen», sagt Catherine Bloch.

Auch für «Ursus und Nadeschkin» ist das Schutzkonzept eine Herausforderung. «Wir haben uns anfangs sehr gesträubt und hatten viele Befürchtungen wegen der Masken», sagt Urs Wehrli. Allerdings: Nach dem ersten Abend seien diese schon verflogen gewesen. «Ich hätte nie gedacht, dass es so problemlos geht.» Einzig das Lachen der Zuschauer sei leiser. «Wir haben unsere Ohren inzwischen geschärft.»

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