Nachtleben

«Ich wohne seit 45 Jahren in Aarau und es ist eine Bünzli-Stadt!»

«Extrem viele Angebote» oder «Kollegen, die auf Zürich ausweichen»: Die Meinungen zu Aaraus Nachtleben gehen weit auseinander.

«Extrem viele Angebote» oder «Kollegen, die auf Zürich ausweichen»: Die Meinungen zu Aaraus Nachtleben gehen weit auseinander.

Die Clubszene in der Stadt sei am Aussterben, sagt FDP-Einwohnerrätin Olivia Müller. Neben vielen zustimmenden Online-Kommentaren stimmen ihr auch Passanten aus Aarau zu.

Die 28-jährige Einwohnerrätin Olivia Müller hat mit ihrer Aussage, dass Aarau bezüglich Ausgangsszene zu einem «Altersheim» verkomme, eine kontroverse Debatte auf dem Onlineportal der Aargauer Zeitung ausgelöst.

Die FDP-Politikerin hatte in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» kritisiert, dass die Clubszene in Aarau am Aussterben sei und nichts dagegen unternommen werde. Müller: «Heute, wo die Bars um 2 Uhr schliessen, stehen die Leute danach oft noch in den Gassen herum und möchten eigentlich gerne weiter.»

Olivia Müller ist mit dieser Meinung nicht allein, wie eine Strassenumfrage der az in der Stadt zeigt.

«Hier ist nichts mehr los, seit das KBA zu ist. Ich bin auch gar nicht mehr oft in Aarau, da es mich nicht mehr anzieht. Man trifft fast nur noch junge Leute. Will man in ein Dancing, muss man fast nach Zürich gehen.»

Tania Merino, 33, Gretzenbach

«Hier ist nichts mehr los, seit das KBA zu ist. Ich bin auch gar nicht mehr oft in Aarau, da es mich nicht mehr anzieht. Man trifft fast nur noch junge Leute. Will man in ein Dancing, muss man fast nach Zürich gehen.»

«Was gibt es denn für Leute in meinem Alter? Der Platzhirsch ist so ziemlich die einzige Bar, in welcher ich mich nicht überdurchschnittlich alt fühle. Früher gabs noch die Opiumlounge. Auch in der Kettenbrücke gabs ab und zu Ü30-Partys. Auch Clubs für Jugendliche gibt es tatsächlich wenige. Da ich mobil bin, weiche ich auf Zürich, Bern, Luzern oder allenfalls mal Baden aus.»

Jürg Schüppbach, 40, Gränichen

«Was gibt es denn für Leute in meinem Alter? Der Platzhirsch ist so ziemlich die einzige Bar, in welcher ich mich nicht überdurchschnittlich alt fühle. Früher gabs noch die Opiumlounge. Auch in der Kettenbrücke gabs ab und zu Ü30-Partys. Auch Clubs für Jugendliche gibt es tatsächlich wenige. Da ich mobil bin, weiche ich auf Zürich, Bern, Luzern oder allenfalls mal Baden aus.»

«Will man mit Freunden etwas trinken gehen, ist das Angebot gross. Tanzen gehen ist aber schwieriger. Es gibt nur vereinzelt Clubs hier, zum Beispiel das KiFF. Das ist für Jugendliche von hier wahrscheinlich der angesagteste Ort. Viele sind im Sommer auch an der Aare oder sonst in der Stadt. Sobald man volljährig ist, gehen aber alle nach Luzern oder allenfalls nach Zürich.»

Elias Heim, 17, Gipf-Oberfrick

«Will man mit Freunden etwas trinken gehen, ist das Angebot gross. Tanzen gehen ist aber schwieriger. Es gibt nur vereinzelt Clubs hier, zum Beispiel das KiFF. Das ist für Jugendliche von hier wahrscheinlich der angesagteste Ort. Viele sind im Sommer auch an der Aare oder sonst in der Stadt. Sobald man volljährig ist, gehen aber alle nach Luzern oder allenfalls nach Zürich.»

«Im Sommer gehe ich an die Aare ins Summertime oder in die Schwanbar. Auch in der Altstadt hat es viel mehr Leute, seit diese autofrei ist. Meine drei Kinder gehen vor allem in Aarau in den Ausgang. Früher war das KBA angesagt. Das Angebot heute ist eher beschränkt. Sie besuchen vor allem den 3.Stock, das KiFF oder den Flösserplatz.»

Regula Siegenthaler, 47, Suhr

«Im Sommer gehe ich an die Aare ins Summertime oder in die Schwanbar. Auch in der Altstadt hat es viel mehr Leute, seit diese autofrei ist. Meine drei Kinder gehen vor allem in Aarau in den Ausgang. Früher war das KBA angesagt. Das Angebot heute ist eher beschränkt. Sie besuchen vor allem den 3.Stock, das KiFF oder den Flösserplatz.»

«Bars gibt es in der Stadt Aarau zwar schon. Aber seit das KBA zu ist (obwohl ich nicht der grösste Fan des Clubs war), kann man nicht mehr ‹richtig› in den Ausgang – den Zoo gibt es ja auch nicht mehr. Es gibt zwar noch den Boiler, der ist aber ziemlich klein. Ich gehe deshalb eher nach Luzern in den Ausgang. Wenn ich in Aarau weggehe, dann vor allem ins KiFF.»

Laura Schwyter, 22, Suhr

«Bars gibt es in der Stadt Aarau zwar schon. Aber seit das KBA zu ist (obwohl ich nicht der grösste Fan des Clubs war), kann man nicht mehr ‹richtig› in den Ausgang – den Zoo gibt es ja auch nicht mehr. Es gibt zwar noch den Boiler, der ist aber ziemlich klein. Ich gehe deshalb eher nach Luzern in den Ausgang. Wenn ich in Aarau weggehe, dann vor allem ins KiFF.»

«Ich bin schon in Aarau aufgewachsen und finde, die Stadt war schon immer ein Altersheim. Es hat sich aber ein wenig gebessert. Heute haben wir zum Beispiel das Summertime oder die Schwanbar. Im Winter ist das Angebot aber klein. Sowohl für Jugendliche als auch für Ältere sollte das Angebot in Zukunft weiter ausgebaut werden. Das Problem ist, dass man zu viel Rücksicht auf einige verchnurzte Aarauer nimmt, welche alles mit Scheuklappen betrachten und sich über den Lärm beschweren.»

Daniel Meier, 48, Küttigen

«Ich bin schon in Aarau aufgewachsen und finde, die Stadt war schon immer ein Altersheim. Es hat sich aber ein wenig gebessert. Heute haben wir zum Beispiel das Summertime oder die Schwanbar. Im Winter ist das Angebot aber klein. Sowohl für Jugendliche als auch für Ältere sollte das Angebot in Zukunft weiter ausgebaut werden. Das Problem ist, dass man zu viel Rücksicht auf einige verchnurzte Aarauer nimmt, welche alles mit Scheuklappen betrachten und sich über den Lärm beschweren.»

«Ich wohne seit 45 Jahren in Aarau und muss sagen: Aarau ist eine Bünzli-Stadt! Das Einzige, was es gibt, ist das KiFF. Die Umgebung und die Gestaltung sind dort aber auch nicht mit anderen Städten zu vergleichen. Ausserdem ist das Ganze einfach nicht durchdacht. Wenn die Jugendlichen nach Hause gehen, ist es laut und es gehen Dinge kaputt. Man müsste Busse organisieren – das habe ich auch schon angebracht. Ich habe viel Verständnis gegenüber Jugendlichen und finde nicht, dass sie schuld an der Lage sind. Sie haben schlicht keine Wahl, das Angebot fehlt, denn in der Stadt ein Bier zu trinken, reicht vielen nicht. Und dann, wohin geht man, nach Zürich!»

Vera Prochazka, 68, Aarau

«Ich wohne seit 45 Jahren in Aarau und muss sagen: Aarau ist eine Bünzli-Stadt! Das Einzige, was es gibt, ist das KiFF. Die Umgebung und die Gestaltung sind dort aber auch nicht mit anderen Städten zu vergleichen. Ausserdem ist das Ganze einfach nicht durchdacht. Wenn die Jugendlichen nach Hause gehen, ist es laut und es gehen Dinge kaputt. Man müsste Busse organisieren – das habe ich auch schon angebracht. Ich habe viel Verständnis gegenüber Jugendlichen und finde nicht, dass sie schuld an der Lage sind. Sie haben schlicht keine Wahl, das Angebot fehlt, denn in der Stadt ein Bier zu trinken, reicht vielen nicht. Und dann, wohin geht man, nach Zürich!»

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