Aarau

Instrumente erlernen soll bereits im Vorschulalter möglich sein

Die Altersbeschränkungen, um Insturmente zu erlernen, sollen angepasst werden. (Symbolbild)

Die Altersbeschränkungen, um Insturmente zu erlernen, sollen angepasst werden. (Symbolbild)

Der Stadtrat will das Reglement der Musikschule revidieren und das Angebot verbessern. Zum Beispiel sollen die Altersbeschränkungen für einige Fächer geändert werden, oder zusätzliche Fächer wie Akkordeon und Sologesang im Angebot stehen.

Es ist «nur» ein Reglement, das der Stadtrat in die Botschaft zuhanden des Einwohnerrats verpackt hat. Doch der Inhalt birgt Veränderungen, die für die Musikschüler von Bedeutung sind. Heute fehlen im Angebot wichtige Fächer. Zudem entsprechen die Altersbeschränkungen nicht heutigen Bedürfnissen. In diesen Punkten bringt das neue Reglement Verbesserungen.

Gemäss bestehendem Reglement können einzelne Fächer und Instrumente ab der zweiten, andere erst aber der vierten Klasse belegt werden. Dies sei nicht mehr zeitgemäss, stellt der Stadtrat in der Botschaft fest. Wann ein Kind mit dem Instrumentalunterricht beginne, hange im wesentlichen von der Entwicklungsreife und den instrumentenspezifischen Möglichkeiten des jeweiligen Fachs ab.

Das heisst: Ein Kind muss nicht mehr unbedingt mit der Blockflöte beginnen, weil nur dieses Instrument in seine Händchen passt. Es gibt auch altersgerechte Kinderhörner und Quintfagotte oder Chalumeaux (letzteres ist ein Holzblasinstrument). Zudem ermöglichen, so der Stadtrat, dem Alter der Kinder angepasste Unterrichtsformen und Zeitstrukturen heute einen Einstieg in den Instrumentalunterricht bereits im Vorschulalter.

Eine weitere Verbesserung betrifft die Jugendlichen bis Ende der Sekundarstufe II (Matura), indem gemäss revidiertem Reglement die Kantonsschüler (wie dies bereits für die Berufsschüler möglich ist) an der Musikschule verbleiben können. Der Stadtrat rechtfertigt diese Neuerung damit, dass die verschiedenen Ensembles der Musikschule und der Kadettenmusik ihren Nachwuchs in der Musikschule rekrutieren. Wenn die Musikschüler soweit sind, dass sie in Ensembles musizieren können, sind sie bereits in der Oberstufe, entwickeln sich zu Stimmführenden und leisten einen wichtigen Beitrag zur Qualität der Orchester. Doch das Ende des Instrumentalunterrichts am Ende der Oberstufe führt meist zum Austritt. Viele der jungen Musikerinnen und Musiker würden, so die Überzeugung des Stadtrats, in den Ensembles bleiben, wenn sie bis 20 weiter in der Musikschule unterrichtet würden.

Zu einer modernen Musikschule, so der Stadtrat, gehöre auch ein umfassendes Angebot an Instrumentalfächern. Sobald der Bedarf für zusätzliche Fächer nachgewiesen ist, soll dieser mit dem revidierten Reglement denn auch angeboten werden können, zum Beispiel Akkordeon oder Sologesang.

Nicht mehr Schüler zu erwarten

Der Stadtrat geht davon aus, dass trotz des breiteren Angebots, sich nicht mehr Schüler und Schülerinnen an der Musikschule anmelden werden. Die Schüler wählen einfach innerhalb des erweiterten Fächerangebots ihr Lieblingsinstrument.

Die Musikschule soll sich als Teil der Volksschule verstehen und in diese integriert werden. Bis jetzt war es so, dass Lehrer der Musikschule und der Volksschule unterschiedliche Anstellungsbedingungen hatten. Das soll sich ändern, die Anstellungsbedingungen der Musiklehrer sollen angepasst werden.

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