Stromproduktion
Jetzt hat auch Schönenwerd eine Ersatzbrücke – Neubau des Eniwa-Kraftwerks geht in die nächste Phase

In Schönenwerd modernisiert die Eniwa die Restwasser-Stromproduktion. Für die Bauarbeiten muss das unter Jugendlichen beliebte Waldhaus abgerissen werden. Für Spaziergänger bringen die Arbeiten etwas Gutes.

Michael Küng
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Inzwischen steht die provisorische Brücke für Spaziergänger und Velofahrer.

Inzwischen steht die provisorische Brücke für Spaziergänger und Velofahrer.

Michael Küng

Bevor 2023 der Neubau des Kraftwerks Aarau oberhalb der Kettenbrücke ansteht, modernisiert die Eniwa ihre Rest­wasser-Stromproduktion beim Stauwehr Schönenwerd. Neben dem «Äntenäscht» entsteht ein neues für die zweieinhalbfache Restwassermenge bemessenes Dotierkraftwerk mit einer Leistung von maximal 930 kW, das ab Herbst 2022 gut tausend Haushalte mit Strom versorgen wird. Die beiden Vorgänger mit total 340 kW werden ausser Betrieb genommen und entfernt.

Gegen Ende Januar wird die schmale Brücke über das Wehr gesperrt, damit sie verbreitert werden kann.

Gegen Ende Januar wird die schmale Brücke über das Wehr gesperrt, damit sie verbreitert werden kann.

mik

«Wir sind etwas schneller als vorgesehen und sehr zufrieden mit dem bisherigen Fortschritt», sagt Eniwa-CEO Hans-Kaspar Scherrer. Gerade steht die Baustelle still, die Arbeiter haben vier Wochen Ferien. «Ab Dienstag, 12. Januar, wird dann die Brücke über das Stauwehr gesperrt, damit die Baugrube für die neue Turbine erstellt und die Wehrbrücke für die Velofahrer und Fussgänger verbreitert werden kann.» Für die Dauer der Arbeiten wurde unterhalb des Stauwehrs bereits eine provisorische Brücke errichtet.

Ein neuer Bach, der fast einen Kilometer lang ist

Die Verbreiterung des Fussgängerwegs ist ein Punkt in einer langen Liste von Ausgleichsmassnahmen, die die Eniwa in den Bereichen Renaturierung und Naherholung umsetzen will. «Sehr weit sind wir auch schon mit dem Bau des gut einen Kilometer langen Umgehungsgerinnes durch den Schachenwald», freut sich Scherrer. Der eigens angelegte Bach soll Fischen und Amphibien beim Passieren des Wehrs helfen. «Auch das Einlaufbauwerk, das den Wasserstand im Gerinne regulieren wird, ist schon fast fertig.»

Gespannt ist Hans-Kaspar Scherrer auch auf den nächsten Schritt im Herz der Baustelle: «Für den Neubau des Kraftwerks beginnt bald der Aushub auf einer Länge von 70 Metern und einer Tiefe bis zu zehn Metern – so tief, wie der alte Aarelauf. Das wird recht spektakulär. Verglichen mit dem vorherigen Kraftwerk ist das schon eine neue Dimension.»

Das «Waldhaus Entennest» ist bald Geschichte

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Das vor allem bei Jugendlichen beliebte «Waldhaus Entennest» muss für die Bauarbeiten abgerissen werden und wird auf Wunsch der Gemeinde Schönenwerd nicht wieder aufgebaut werden, so Scherrer. Ganz verschwinden werde der Platz aber nicht: «Es wird wieder einen schönen Ort zum Grillieren geben, nur ohne den offenen Unterstand.»