Aarau

Kantischüler haben Lösung gegen das Kabelwirrwarr gefunden

Kantischüler haben ein Miniunternehmen gegründet und dem Kabelwirrwarr den Kampf angesagt. Die Firma Rollingup will Ordnung in die Kabel von elektronischen Gadgets bringen.

Wer hat sich nicht schon einmal ein Gadget gewünscht, das gegen Kabelwirrwarr hilft? Fünf Kantischüler haben es erfunden. Sie kommen gerade aus der Schulstunde, als die az Aargauer Zeitung sie trifft: Wirtschaft stand auf dem Stundenplan. Theoretische Modelle, wie Ökonomie funktioniert. Jetzt sitzen die Fünf, alle 18, in der Mensa der Alten Kantonsschule in Aarau. Wach und sehr freundlich beantworten sie Fragen zu ihrer Erfindung: ein Kabelhalter, der den Kabelsalat im Alltag entwirren soll und von dem sie in einer ersten Serie 350 Stück herstellen liessen.

Lara Schär, in der Minifirma Rollingup verantwortlich für die Produktion und den Einkauf, sagt: «Als wir zum ersten Mal zusammensassen, um über eine mögliche Firmenidee zu reden, hat jeder das iPod-Kabel aus der Tasche genommen, um es zu entwirren.» Die Idee war geboren.

«Die Erfahrung zählt»

Alle ärgern sich über Kabel, die sich so stark verknoten, dass man sie nur mit Fingerspitzengefühl wieder entwirren kann. Entsprechend gut kommt der Kabelhalter an: «Wir bekommen nur positive Rückmeldungen», sagt Firmen-CEO Claire Schneeberger. Der schönste Moment sei gewesen, als sie nach der Entwicklung endlich den fertigen Kabelhalter in den Händen hielten. «Als Schüler ist sonst der grösste Erfolg im Alltag eine gute Note», bemerkt der CEO. «Den Kabelhalter hingegen kann man in den Händen halten.»

Die Minifirma gegründet haben die fünf Erfinder im Rahmen des Schwerpunktfachs Wirtschaft. Betreut wurden sie von Lehrern, Wirtschaftspaten und Young Enterprise Switzerland. Sie haben Zeit investiert, auch in der Freizeit gearbeitet. Am Anfang haben sie Kabelhalter aus Schuhsohlen und Moosgummi ausgeschnitten – «am Ende hat sich Forex bewährt, ein leichter Kunststoff».

Einer der Wirtschaftspaten habe Klartext geredet: «Ihr könnt nicht davon ausgehen, dank des Schüler-Bonus viele Kabelhalter zu verkaufen.» Sie schrieben Firmen an, suchten Investoren. Und fanden sie: Eltern und Freunde der Eltern. Am heutigen Chlausmärt in Lenzburg haben die jungen Erfinder einen Stand. Auch an der nächsten AMA und der Muba werden sie den Kabelhalter verkaufen. «Wir wollen nicht riesig Geld machen», sagt Michael Schweizer, für Finanzen und IT zuständig. Die Erfahrung, eine eigene Firma zu führen, sei das, was zähle.

www.rollingup.ch

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