Aarau

Keba: Erneuerung ist 1 Million Franken teurer als geplant

Die Erneuerung der Keba kostet fast 1 Million Franke mehr als geplant.

Alleine das Lärmgutachten für die Aarauer Kunsteisbahn schlug mit rund 100'000 Franken zu Buche. Und einzelne Nachbargemeinden haben nicht bezahlt.

Endlich ist klar, wie viel die Erneuerung der Kunsteisbahn Aarau gekostet hat. Der Bruttokredit von rund 21,628 Mio. Franken wurde um 971'000 Franken überschritten. Bei der Erneuerung der Fussballplätze und -garderoben gleich neben der Keba (Verpflichtungskredit: 3,181 Mio. Franken) sind es rund 82500 Franken zu viel. Bei beiden Projekten hatte der Einwohnerrat bereits einen happigen Zusatzkredit sprechen müssen.

Die Kreditüberschreitungen sind laut Stadtrat zu grossen Teilen auf «zusätzliche Auflagen und Verfahrenskosten inklusive der daraus entstandenen Massnahmen» zurückzuführen. Bei der Keba machen diese rund 659000 Franken aus, bei den Fussballanlagen 130'000 Franken.

Alleine die Verfahrenskosten bei der Keba belaufen sich (seit 2013) auf gut 500'000 Franken. «Darin enthalten sind juristische, bautechnische und weitere Beratungen», sagt Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. Also auch das 100' 000 Franken teure Lärmgutachten.

Die Stadt hat aus dem Keba-Umbau noch Regressforderungen gegen die Totalunternehmerin Priora offen. Unter anderem, weil aufgrund eines Fehlers der Anlage unplanmässig hohe Energiekosten entstanden sind. Über alle drei Saisons mache das rund 60'000 Franken aus, so Hanspeter Hilfiker.

Auch auf der Einnahmen-Seite lief bei der Keba nicht alles wie geplant. 2011 schrieb der Stadtrat in der Einwohnerratsbotschaft, er rechne mit finanzieller Beteiligung des Kantons und der umliegenden Gemeinden in der Höhe von rund 7,087 Mio. Franken. Doch nun fehlen hier 391'000 Franken. Unter anderem der gesamte Beitrag der Gemeinde Küttigen, schreibt der Stadtrat.

Auf Anfrage sagt Stadtpräsident Hilfiker: «Es handelte sich um freiwillige Beiträge. Einzelne Gemeinden haben nur Teile der vorgeschlagenen Beiträge bezahlt, beispielsweise 50 Prozent. Küttigen hat ursprünglich 324'000 Franken zugesagt, diese dann aber nicht bezahlt.»

Wieso nicht? Der Küttiger Ammann, Tobias Leuthard, erklärt: «Bevor der Gemeinderat 2009 die Zusage gemacht hat, sich an den Investitionskosten mit 60 Franken pro Einwohner zu beteiligen, hat er Bedingungen formuliert. Eine davon war, dass sich die anderen umliegenden Gemeinden im selben Umfang beteiligen. «Das sei dann aber nicht der Fall gewesen.» Weil diese Bedingung nicht erfüllt wurde, beschloss der Gemeinderat Anfang 2016, keine Zahlung zu leisten. Ansonsten hätten wir sie als Geschäft vor die Gemeindeversammlung gebracht.»

Gleichzeitig habe der Gemeinderat der Keba-Betriebsgesellschaft aber angeboten, sich mit einem «namhaften Betrag» in diese AG einzukaufen. Ihr gehören Aarau, Buchs und Suhr an. Mehr als ein Jahr dauerten die Verhandlungen. Einig wurde man sich nicht. «Aus unserer Sicht wurden uns die Aktien zu einem massiv überhöhten Preis angeboten», sagt Leuthard.

Er habe nicht den Eindruck gehabt, die drei Gemeinden hätten grosses Interesse an einem vierten Partner. Mitte 2017 legte man die Geschichte ad acta. Hat sie Spuren hinterlassen? «Persönlich nehme ich nichts Negatives wahr und uns ist es wichtig, ein partnerschaftliches Verhältnis mit Aarau und den anderen Gemeinden zu haben», betont Leuthard.

Gleichzeitig mit den Kreditabrechnungen hat der Aarauer Stadtrat auch die Beantwortung einer Anfrage von SVP-Einwohnerrat Max Suter in Sachen Keba publiziert. Daraus geht hervor: Die Gemeinde-Betriebsbeiträge an die Keba sollen um 40'000 Franken erhöht werden. «Der Finanzplan zeigt ein strukturelles Defizit von rund 20'000 Franken», so Hilfiker. Um sich nicht dauernd «an der Kante zu bewegen», würden im Finanzplan nun 40'000 Franken vorgeschlagen. Entschieden sei noch nichts.

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