Aarau-Buchs

Kein Geburtstagskuchen mehr wegen Corona — das Schul-Znüni wird zum Politikum

Neu darf auch das Geburtstagsznüni nicht mehr geteilt werden. (Symbolbild)

Neu darf auch das Geburtstagsznüni nicht mehr geteilt werden. (Symbolbild)

Wegen des Coronavirus dürfen Kinder der Kreisschule Aarau-Buchs keinen Geburtstagskuchen mehr mitbringen. Auch einzeln verpackte, nicht selber hergestellte Znünis dürfen nicht mitgebracht werden.

An der Kreisschule Aarau-Buchs erreicht das Schul-Znüni die Politik: Kreisschulrätin Nicole Burger (SVP, Aarau) hat am Dienstag eine Anfrage dazu eingereicht. Konkret geht es um eine Weisung der Schule an Eltern und Kinder: Als Massnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus ist es nicht mehr erlaubt, dass Kinder den Znüni miteinander teilen. Das ist zwar schon so, seit der Schulbetrieb im Mai wieder aufgenommen wurde. Erlaubt war damals jedoch – laut Burger – der traditionelle Geburtstagsznüni, bei dem das Geburtstagskind eine Kleinigkeit für die ganze Klasse mitbringt, etwa einen Kuchen.

«Auf Teilen von Essen und Trinken ist zu verzichten»

Doch das hat jetzt offenbar geändert. Nicole Burger zitiert in ihrer Anfrage ein neues Schreiben der Kreisschule an alle Eltern, wonach auf «das Teilen von Essen und Trinken zu verzichten» sei. «Darunter falle leider auch das Teilen des Geburtstagsznünis, weswegen es künftig nicht mehr erlaubt sei, einen Geburtstagsznüni mit in die Schule zu bringen.» Die Schulpflege stütze sich dabei auf eine Weisung des kantonalen Departements Bildung, Kultur und Sport, in welcher jedoch, so Burger, weder Znüni noch explizit der Geburtstagsznüni erwähnt seien. «Auf Nachfrage von Eltern liessen die Lehrkräfte ausrichten, dass auch keine einzeln verpackte, nicht selber hergestellte Znünis mitgebracht werden dürfen», schreibt Burger weiter. In anderen Kantonen sei dies aber erlaubt.

Burger fordert «weniger einschränkende Auflagen»

Die Aarauer Kreisschulrätin stellt nun in ihrer Anfrage die Verhältnismässigkeit der Anordnung in Frage. «Für die Kinder ist dies eine einschneidende Massnahme. Die meisten freuen sich schon das ganze Jahr auf ihren Geburtstag und die Möglichkeit, ihren Gspänli an diesem Tag etwas Feines mitzubringen.» Sie will deshalb von der Kreisschulpflege wissen, ob das Geburtstagsznüniverbot «im Hinblick auf das Ziel der Verhinderung von Ansteckungen erforderlich und zweckmässig» sei – und ob es «kein milderes Mittel» gebe, um dies zu erreichen. «Ist die Schulpflege bereit, im Hinblick auf die offensichtlich fehlende Verhältnismässigkeit ihrer Massnahme auf ihren Entscheid zurückzukommen und künftig Geburtstagsznünis mit weniger einschränkenden Auflagen wieder zuzulassen?»

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