Kreisschule Aarau-Buchs

Keine neue Kreisschulräte in Buchs und Aarau

Im Oktober 2017 traf sich der neue Kreisschulrat Aarau-Buchs zum ersten Mal. Severin Bigler/Archiv

Im Oktober 2017 traf sich der neue Kreisschulrat Aarau-Buchs zum ersten Mal. Severin Bigler/Archiv

Die Buchserinnen und Aarauer müssen am 9. Februar nochmals an die Urne. Von den fünf Kandidatinnen und Kandidaten für den Kreisschulrat schaffte weder in Buchs noch in Aarau jemand das Absolute Mehr.

Dem Kreisschulrat Aarau-Buchs fehlt weiterhin ein Buchser Mitglied: Im ersten Wahlgang der Ersatzwahl für Nina Wütrich (SP) erreichte keine der beiden offiziellen Kandidatinnen das Absolute Mehr von 815 Stimmen. SP-Kandidatin Chrisoula Giata (47) – sie hat ihren Namen geändert, vorher hiess sie Giatas – erhielt 812 Stimmen, also drei zu wenig. SVP-Kandidatin Jasmin Maron (31) erzielte 774 Stimmen. Weitere Kandidaturen lagen nicht vor. Die Stimmbeteiligung lag bei 40,7 Prozent. Der Zweite Wahlgang findet am 9. Februar 2020 statt. Wahlvorschläge müssen bis 30. Oktober, 12 Uhr, bei der Gemeindekanzlei eingereicht werden. Die SVP hat kurz nach Bekanntgabe der Ergebnisse am Sonntag bereits angekündigt, auch in den zweiten Wahlgang zu gehen: "Die SVP Buchs ist weiterhin der Meinung, dass der Kreisschulrat seine Aufgaben nicht kritisch und im Sinne der Bevölkerung ausführt", heisst es in der Medienmitteilung. "Wir wünschen uns eine stärke SVP im Kreisschulrat, welche im Sinne der Wähler handelt."

Chrisoula Giata unterrichtet seit zwölf Jahren an der Bezirksschule Seengen (Sprachen). Zuvor war sie an allen Stufen der Volksschule, sowie am Gymnasium und als Erwachsenenbildnerin tätig. «Mir ist es wichtig, eine hohe Qualität der Schule zu gewährleisten, gleichzeitig aber behutsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen», sagt sie. Und: «Ich kenne die Bedürfnisse und Erwartungen der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und die anspruchsvollen Aufgaben der Lehrpersonen.»

Jasmin Maron ist Vizepräsidentin der SVP Buchs und seit diesem Frühling Mutter einer Tochter. Als solche habe sie «ein grosses Interesse, die Kreisschule im Auge zu behalten», teilte ihre Partei mit. Maron hat ihre KV-Ausbildung beim kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport gemacht und kann laut SVP auf mehrere Jahre Berufserfahrung als Schulverwalterin einer grossen Aargauer Schule zurückblicken. Die letzten Jahre war sie administrativ in der Erwachsenenbildung tätig. Derzeit arbeitet sie, nach ihrem Mutterschaftsurlaub, im Verkauf, sucht aber wieder eine Stelle in der Administration.

 In Aarau gibt es eine klare Favoritin

Wie in Buchs gab es auch in Aarau keine Entscheidung in Sachen Kreisschulrat: Der durch den Rücktritt von Esther Belser Gisi (Pro Aarau) freigewordenen Sitz ist noch nicht wieder besetzt. Das Absolute Mehr von 2905 Stimmen erreichte keine der offiziellen Kandidaturen: Susanne Klaus Günthart (Grüne) machte 2503 Stimmen, Stefan Wirz (GLP) 1692 Stimmen und Gregor Lüscher (Pro Aarau) 1485 Stimmen.

Stefan Wirz (36, GLP), der mit seiner Partnerin im Binzenhofquartier wohnt, unterrichtete erst an der Oberstufe Schöftland und übernahm dort später die Leitung. Seit Februar 2019 leitet er das Heilpädagogische Zentrum für Werkstufe und Berufsvorbereitung der Stiftung Schürmatt in Othmarsingen. «Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit ist Stefan Wirz mit den laufenden Bildungsprojekten vertraut und verfügt über fundierte Kenntnisse der kantonalen Vorgaben, Wirkungsmechanismen im Bildungsbereich und über die aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen», teilt seine Partei mit. «Im Zentrum stehen immer die Kinder respektive die Jugendlichen. Bildung muss bei ihnen ankommen und sie auf ihre Zukunft

Susanne Klaus (46) ist verheiratete Mutter zweier Teenager. Sie erklärt ihre Motivation für die Kandidatur so: «Ich finde es eine spannende Aufgabe, mitzuhelfen die Schule weiter zu entwickeln. Ich möchte mein Wissen, das ich mir sowohl in schulischer als auch in politischer Hinsicht angeeignet habe, konstruktiv in den Kreisschulrat einfliessen lassen.» Ursprünglich Kindergärtnerin, war Susanne Klaus später Schulleiterin Kindergarten/Primarschule in Schöftland und nun seit anderthalb Jahren Co-Leiterin des Projekts «Leben und Lernen» des Netzwerk Asyl. Das ist eine Schule für Unbegleitete Minderjährige Asylsuchende. Sie war zudem Mitglied im Vorstand der Lehrerverbands-Fraktion Kindergarten, in dieser Funktion in der Standespolitischen Kommission, so wie in der Bildungskommission im Grossen Rat.

Gregor Lüscher (42) lebt mit Frau und Tochter im Telliquartier, wo er sich im Kiff als Vorstandsmitglied engagiert. Der ausgebildete Primarlehrer erlangte ein Hochschuldiplom als Industrial Designer. 2011 übernahm er die Leitung des Gestalterischen Vorkurs/Propädeutikums an der Schule für Gestaltung Aargau. Derzeit ist er Lehrer für Werken an der Oberstufe Niederlenz und Lehrer für Plastisch-räumliches Gestalten an der Schule für Gestaltung. «Durch seine Arbeit als Administrator, Mentor und Lehrer gewann Gregor Lüscher einen vertieften Einblick in die Abläufe des Schulwesens im Kanton Aargau», schreibt Pro Aarau. Alle seine Tätigkeiten vernetzen ihn mit vielen Schlüsselpersonen und Organisationen, vor allem in den Bereichen Politik, Bildung und Kultur.»

Bisher sah die Sitzverteilung so aus: Pro Aarau 2, SVP 1, FDP 6, SP 5, CVP 2, EVP 1, GLP 1. Festgelegt ist nur die Anzahl Sitze pro Gemeinde: Buchs hat total sechs, Aarau zwölf.

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