An seiner ordentlichen Sitzung Mitte Mai entschied der Kreisschulrat, an einer ausserordentlichen Sitzung Anfang Juli über entsprechende Anträge der Kreisschulpflege Beschluss zu fassen. In der Folge beantragte diese die Genehmigung der Mietkosten für zwei Kindergartenpavillons und die Platzierung derselben auf dem westlichen Teil der Spielwiese Nord in Oberentfelden.

Die Anträge wurden freilich zu spät an den Kreisschulrat verschickt. Aufgrund dieses formellen Fehlers zog die Schulpflege die Anträge an der ausserordentlichen Kreisschulratssitzung vom 2. Juli zurück. Immerhin: Eine Konsultativabstimmung war möglich. Und sie zeigte, dass eine grosse Mehrheit des Kreisschulrats den Kauf – und nicht die Miete – zweier Kindergarteneinheiten und den Standort Spielwiese Nord befürwortete.

Beschluss fassen musste der Kreisschulrat nun an einer weiteren ausserordentlichen Sitzung am Dienstagabend. Zwei Anträge lagen ihm vor: Erstens: Der Verpflichtungskredit von 910 000 Franken für zwei provisorische Kindergärten in Oberentfelden, basierend auf der Kostenschätzung dreier Unternehmer, sei zu genehmigen. Zweitens: Der provisorische Kindergartenstandort an der Westseite der Spielwiese Nord sei zu genehmigen.

Gemeinderat schlägt andern Standort vor

Nur, es gab auch diesmal ein Überraschungsmoment: Am Dienstagabend teilte Kreisschulpflegerin Andrea Spiegel mit, der Gemeinderat Oberentfelden habe in der Zwischenzeit einen weiteren möglichen Standort ins Spiel gebracht: die Wiese gleich neben dem Doppelkindergarten Pappelweg. Diese befinde sich im Besitz der Gemeinde Oberentfelden und eigne sich sehr gut für das Vorhaben. Auf die Frage von Kreisschulrat Martin Oeschger, weshalb dies erst jetzt bekannt werde, antwortete Kreisschulpflegepräsident Cyrill Grüter, die Mitteilung des Gemeinderates Oberentfelden sei erst am 7. August eingegangen.

Hans-Peter Widmer, der als Vertreter des Oberentfelder Gemeinderats dem Kreisschulrat angehört, machte deutlich, dass die Wiese am Pappelweg – auf dem Katasterplan erscheint sie als «Brunnmatte» –, die aus Sicht der Behörde optimale Lösung sei. Schon an der Sitzung vom 2. Juli hatte Kevin Friker, der seinen Gemeinderatskollegen damals vertrat, klargemacht, dass der Gemeinderat Vorbehalte gegen den Standort Spielwiese Nord habe. Auch diese gehört der Gemeinde Oberentfelden. Aktuell hat die Schule darauf nur ein Nutzungs- und kein Baurecht. Der Dienstbarkeitsvertrag müsste entsprechend neu ausgehandelt werden. Frikers Antrag, wonach deshalb auch der Standort Brunnmatt weiter abgeklärt werden solle, scheiterte damals mit 7 Ja gegen 8 Nein.

Auch die Schulpflege, liess Andrea Spiegel durchblicken, tendiere zur Lösung, die der Gemeinderat Oberentfelden vorschlage. Der Standort am Pappelweg weise mehr Vorteile auf. So seien hier kaum Einsprachen zu erwarten. Anders als auf der Spielwiese Nord würden auch keine Interessen von Sportvereinen tangiert. Die 910 000 Franken, so die fürs Ressort Bau zuständige Schulpflegerin, würden auch bei der neuen Variante ausreichen, ja die Anschlusskosten dürften sogar rund 10 000 Franken niedriger ausfallen.

Klarer Ausgang der Variantenabstimmung

Da die Schulpflege ihren ursprünglichen Antrag aber stehen liess, kam es zur Variantenabstimmung. Ein Ratsmitglied gab der Spielwiese Nord den Vorzug, 13 Mitglieder des Kreisschulrats stimmten für den Standort beim Kindergarten Pappelweg. In der Schlussabstimmung ging dieser Standort einstimmig durch.

Ebenfalls einstimmig genehmigte der Kreisschulrat den Kredit von 910 000 Franken. Die Finanzkompetenz des Kreisschulrats liegt bei 1 Mio. Franken. Läuft in den nächsten Monaten alles rund, sollen die beiden neuen Kindergartenpavillons nach Angaben von Andrea Spiegel Ende Februar oder Anfang März 2020 in Betrieb genommen werden können.