Aarau

Klimawandel gefährdet den Wald

V.l.: Fabian Dietiker (Leiter Abteilung Wald), Erwin Städler (Kreisförster), Max Wehrli (Präsident Betriebskommission), Martin Blattner (Leiter Forstbetrieb Jura), Sylvia Lüthi (Aktuarin), Ruedi Iseli (Verfasser).

V.l.: Fabian Dietiker (Leiter Abteilung Wald), Erwin Städler (Kreisförster), Max Wehrli (Präsident Betriebskommission), Martin Blattner (Leiter Forstbetrieb Jura), Sylvia Lüthi (Aktuarin), Ruedi Iseli (Verfasser).

Der Forstbetrieb Jura geht mit einem neuen Betriebsplan in die nächsten 15 Jahre.

Es sei ein erfreulicher Moment nach drei Jahren Arbeit, sagte der Leiter des Forstbetriebs Jura, Martin Blattner. Gestern Nachmittag unterschrieben die Verantwortlichen den neuen Betriebsplan für den Wald in den Gemeinden Erlinsbach AG, Küttigen und Densbüren. Dieser gibt klar vor, wie der Wald in den nächsten 15 Jahren gepflegt und bewirtschaftet werden soll.

Auf einer Karte sind die Flächen eingeteilt, die im Turnus von sechs Jahren bewirtschaftet werden. Mit 1186 Hektaren Wald gehört der Forstbetrieb Jura zu den grössten im Kanton. Seltene, ökologisch wertvolle Arten sind in diesem Gebiet speziell zahlreich. Über ein Viertel des Walds ist deshalb ständiges Schutzgebiet. Im neuen Betriebsplan steht die Vorgabe, 10 bis 15 Prozent Totholz stehen zu lassen für die Diversitätsförderung. Speziell gefördert wird seit sechs Jahren auch der Eichenwald. Buchen und Fichten machen mit über 60 Prozent den Hauptbestand aus. Ausgerechnet dieser sei nun aber gefährdet durch den Klimawandel, sagte Martin Blattner. «Diese Arten werden Schwierigkeiten haben bei uns. Die Waldbewirtschaftung ist im Wandel durch den Klimawandel», sagte er.

Durch die kälteren Winter konnte früher der Wald im Winter bodenschonender bewirtschaftet werden. Martin Blattner nannte weiter Probleme mit Borkenkäfer und der steigenden Anzahl Wildschweine. Dass vermehrt Luchse gesichtet und in Erlinsbach gar ein Wolf aufgetaucht ist, stimme ihn hingegen zuversichtlich. «Wir erhalten dadurch quasi Unterstützung bei der Wildbewirtschaftung.» Mit dem Klimawandel werden auch die Stürme häufiger und intensiver. Bezüglich des Sturms Sabine in den letzten Tagen sei der Wald im Forstbetrieb Jura aber «glimpflich davongekommen», ohne gröbere Schäden.

Im Vergleich zu vor 100 Jahren hat sich der Holzvorrat verdoppelt, sagte Kreisförster Erwin Städler. Der Erlös sei hingegen seit 60 Jahren stabil bei etwa 70 Franken pro Kubikmeter. Dafür wurde kräftig Personal abgebaut: Von bis zu 30 Stellen in den 80er-Jahren arbeiten beim Forstamt Jura heute acht Menschen. (dvi)

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