Kolumne: Leben in Aarau
Nicht nur im Lockdown: Lokal ist die beste Wahl!

«Nie war es wichtiger als jetzt, lokal einzukaufen – für sich oder als Geschenk für andere», findet AZ-Kolumnistin Martina Suter

Martina Suter*
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In der Aarauer Rathausgasse sind während des Coronajahres neue Betriebe entstanden.

In der Aarauer Rathausgasse sind während des Coronajahres neue Betriebe entstanden.

Urs Helbling

Die beiden Lockdowns haben aus wirtschaftlicher Sicht auch in der Schweiz, im Aargau und in unserer Stadt Aarau tiefe Spuren hinterlassen, was verschiedene Auswertungen und Indikatoren zur Wirtschaft zeigen. Bricht man die Analysen auf die Branchen herunter, so zeigt sich, wie unterschiedlich einzelne Zweige betroffen sind.

Zur Person

*Martina Suter

*Martina Suter

Martina Suter (56, FDP) ist Juristin und Unternehmerin sowie Präsidentin des Kreisschulrats. Sie wohnt in Aarau.

Mit Blick auf Aarau geht es vorwiegend um das hiesige Gewerbe, den Treiber der lokalen Wirtschaft. Und so unterhielt ich mich in den letzten Wochen mit verschiedenen Geschäftsführenden, sei es aus der Gastronomie, dem Detailhandel oder dem Handwerk. Letztere scheinen die Krise rund um die Pandemie mehr oder weniger unbeschadet überstanden zu haben. Dagegen erlebten insbesondere inhabergeführte Läden und Restaurants schwierige Zeiten – und das trotz enormem Einsatz der Betroffenen und der Unterstützung der öffentlichen Hand.

Ich bin sehr beeindruckt, wie aktiv die Mehrheit der geschlossenen Detailhandels- und Gastronomiebetriebe agierten und sich anpassten. Praktisch ­jedes Geschäft bot ein «click & collect»-Modell an. Einige Inhaberinnen und Angestellte von Kleiderläden beispielsweise stellten sogar individuelle, persönlich auf ihre Kundinnen und Kunden abgestimmte Auswahlpakete zusammen, die nach Hause geliefert und – hoffentlich nur noch mit wenig Kleidungsstücken gefüllt – wieder abgeholt wurden.

Gleiches galt für die Gastronomie. Viele Betriebe stellten, auch zum Wohl ihrer Lernenden, umgehend um auf Take-away-Angebote und Lieferservice um, obwohl die Ertragsaussichten daraus gering waren. Erfreulich und bemerkenswert, wie viele Unternehmer mit ihren Teams immer wieder auf die sich dauernd ändernden Massnahmen in positiver Weise reagiert haben!

Die Stadt hat auch reagiert. Sie hat ihren Mitarbeitenden statt einer Lohnerhöhung kürzlich Gastronomie- oder Zentrumsgutscheine über je hundert Franken geschenkt – im Umfang von total 47000 Franken. Für Gleiches hat sich auch der Gewerbeverband Aarau entschieden. Er übergibt seinen 330 Mitgliedern als Dankeschön fürs Engagement und als Zeichen der Solidarität mit dem gebeutelten Detailhandel auch solche Zentrumsgutscheine.

Diese Gesten haben eine grosse Wirkung nach innen und nach aussen und animieren hoffentlich auch Betriebe oder Organisationen zur Nachahmung. Was können wir Kundinnen und Kunden tun? Nie war es wichtiger als jetzt, lokal einzukaufen – für sich oder als Geschenk für andere. Auch wenn es bequem und gemütlich sein soll, in der warmen Stube Waren online am Computer zu bestellen, so ermuntere ich Jung und Alt, in die Stadt zu kommen und die kreativ dekorierten und gestylten Geschäfte in der Innenstadt mit wachen Augen (wieder) zu entdecken. Ich bin sicher, dass auch Sie staunen werden ob dem farbigen, vielseitigen, attraktiven Angebot in unseren Aarauer Läden – und hoffentlich auch bald wieder in unseren Restaurants.

Jetzt lokal zu kaufen und zu konsumieren, ist das beste und wirkungsvollste Konjunkturprogramm. Wir halten es in unseren Händen. Helfen auch Sie mit, das Überleben des lokalen Gewerbes zu sichern!