Der Krankenkassenverband wehrt sich gegen Feststellungen, die Robert Rhiner, CEO des Kantonsspitals Aarau, im Interview mit der az am 28. November gemacht hat. «Viele Aussagen über den spitalfinder.ch sind nicht korrekt», stellt Christophe Kaempf fest. Kaempf ist beim Verband für die Kommunikation verantwortlich.

Spitalfinder.ch sei nicht als Ranking-Plattform gedacht, schreibt Santésuisse. «Das Ziel dieses Portal ist es nicht, eine Top-5-Liste der besten Spitäler der Schweiz zu machen.» Spitalfinder.ch gebe keine Empfehlung für ein spezifisches Spital ab, sondern publiziere lediglich die heute bereits öffentlich verfügbaren Qualitätsinformationen.

Weder Santésuisse noch das Konsumentenforum hätten den Anspruch, mit der Plattform die Empfehlung und Beratung des Hausarztes oder des Spezialisten zu ersetzen. «Welches Spital das beste für eine bestimmte Behandlung ist, soll gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden werden. Der Spitalfinder soll dabei als Hilfestellung und Informationstool dienen.»

Das Portal habe den Zweck, wissenschaftliche Informationen und Daten des Nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) einfach und für den Laien verständlich darzustellen, damit die Spitäler aufgrund wissenschaftlich erhobener Daten wie zum Beispiel Fallzahl oder Patientenzufriedenheit verglichen werden könnten. Um grösstmögliche Transparenz zu gewährleisten, würden die Indikatoren deshalb separat präsentiert. Die Daten würden weder in einem Index zusammengefasst, noch manipuliert.

Die so dargestellten Daten sollen die Information des Arztes ergänzen und einen weiteren Standpunkt bei der Entscheidfindung beisteuern.

«Jeder Indikator hat Grenzen»

Der Krankenkassenverband räumt ein, dass ein Vergleich, der auf Indikatoren wie der Mortalität basiert, nicht ganz zulässig ist, da schwierige Fälle häufig den Zentrumsspitälern zugewiesen würden. Das werde so auch im Vergleichsportal in der Rubrik Methodik erklärt. Jeder Indikator habe seine Grenzen, und die Methodik, mit der die Qualität eines Spitals gemessen wird, werde sich auch künftig weiterentwickeln. «Parallel dazu werden wir unser Portal mit den verschiedenen Feedbacks, die wir von den Nutzern des Spitalfinders erhalten, verbessern.»

Santésuisse ist überzeugt: «Die Daten, die man auf spitalfinder.ch finden kann, sind die objektivsten, die in der Schweiz heute zugänglich sind.» Diese seien die wissenschaftlich zuverlässigeren Qualitätsindikatoren als die von Spitaldirektor Rhiner erwähnte Umfrage bei zuweisenden Hausärzten und Spezialisten.

«Der Gesetzgeber hat mehr Wettbewerb zwischen den Spitälern gewollt und das Gesetz in diese Richtung angepasst.» Transparenz und Information seien wichtige Elemente für einen funktionierenden Wettbewerb. Deswegen könnten Vergleichsportale wie der spitalfinder.ch sehr nützlich sein. Sie böten die Möglichkeit, die Spitäler transparent miteinander zu vergleichen. Deswegen seien sie für die Spitäler auch Anreiz, sich um mehr Qualität zu bemühen. (Kel)