Kantonsspital Aarau

KSA-Präsident: «Der Neubau ist das grösste Projekt, das der Kanton je gestemmt hat»

Verwaltungsratspräsident Peter Suter an der Medienkonferenz zum «Siegerprojekt KSA Neubau».

Peter Suter, Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Aarau, sagt, weshalb der Neubau für das KSA so wichtig ist, was die nächsten Schritte sind und weshalb es schwierig wird, wenn es Einsprachen gibt.

Herr Suter, warum ist dieser Neubau für das KSA so wichtig?

Peter Suter: Heute haben wir eine suboptimale Ausgangslage. Der Spitalbetrieb verteilt sich auf 46 Gebäude. Drei Häuser, die heute immer noch in Betrieb sind, stammen aus dem Jahr 1887. Diese Dezentralisierung ist nicht mehr zeitgemäss. So kann ein Spital nicht wirtschaftlich betrieben werden.

Sie haben heute das Projekt für den Neubau präsentiert. Was sind die nächsten Schritte?

Mit dem Jury-Entscheid sind die Aussenhülle und das Grobkonzept des Innenausbaus gegeben. Aber der Verwaltungsrat ist jetzt gefordert, unter klar definierten Annahmen den Businessplan und die Finanzierbarkeit noch einmal zu hinterfragen.

Sie prüfen ein kantonales Darlehen. Warum könnte das attraktiv sein?

Es gibt die Variante eines Darlehens vom Kanton und es gibt die Variante, Darlehen auf dem freien Kapitalmarkt aufzunehmen. Diese Varianten müssen wir völlig ergebnisoffen angehen und schauen, wo wir die besten Konditionen erhalten. Auch eine Kombination der beiden Varianten wäre möglich.

Wie stehen die Chancen des KSA, auf dem Kapitalmarkt Geld zu erhalten?

Das KSA hat sicher nicht die beste Rendite. Dafür ist es eine konservative Anlage, weil das KSA dem Kanton gehört. Das gibt Investoren eine gewisse Sicherheit.

Kritik an KSA-Projekt: «Dieser Neubau kostet 619 Millionen Franken»

"Dieses Projekt hat Baukosten von 619 Millionen Franken": Bereits gibt es Kritik am KSA-Neubau. Der Beitrag von Tele M1.

Welche Rolle spielt der Regierungsrat als Eigentümer bei diesem Grossprojekt?

Der Regierungsrat wird nicht nur ein wachsames Auge darauf haben. Der Neubau ist das grösste Hochbauprojekt, das der Kanton je gestemmt hat. Dass der Regierungsrat da natürlich dabei sein will, ist für mich eine Selbstverständlichkeit und keine unliebsame Auflage.

Was erwarten Sie vom Kanton als Eigentümer?

Es gibt eine Eigentümerstrategie und die Unternehmensstrategie des Verwaltungsrats. Sinnvollerweise gehen die beiden Strategien Hand in Hand. Es muss ein Geben und Nehmen sein mit einem aktiven Austausch zwischen dem Kanton und dem KSA. Das wünsche ich mir und das erwarte ich auch.

Das Baugesuch kommt wohl 2020. Was passiert, wenn es, wie zum Beispiel beim Aarauer Fussballstadion, jahrelange Verzögerungen wegen Einsprachen gibt?

Damit muss man in der Schweiz zwar immer rechnen. Doch das Spital ist eine Investition für die Allgemeinheit. Wir haben den Eindruck, dass die Bevölkerung die Notwendigkeit eines Spitals erkennt, unterstützt und nicht bekämpft. Dass es einen Neubau braucht, ist unbestritten, das hat auch der PwC-Bericht gezeigt. Ohne würde es schwierig und teurer. Es ist heute schon schwierig. Zwar werden Prozesse optimiert, wo es die Infrastruktur noch zulässt, und die Verlagerung von stationär zu ambulant hilft auch. Provisorien hingegen wären eine teure, nicht effiziente Angelegenheit. Es ist aber schon so, dass das KSA irgendwann eng wird, wenn das Patientenaufkommen weiter so zunimmt wie bisher.

Könne ein Versorgungsengpass drohen?

Nein. Wir haben das Spital Zofingen als 100-prozentige Tochtergesellschaft, es gibt die Möglichkeit von Pavillons und das KSA am Bahnhof. Es wird einfach alles komplizierter und teurer.

So soll der KSA-Neubau aussehen:

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