Küttigen
Für die Traglufthalle und den Gemeindehausumbau wird es an der Gmeind knapp

Die Finanzkommission und die FDP Küttigen lehnen die Kreditanträge für die Traglufthalle über dem Freibad Suhr und den Umbau des Gemeindehauses ab. Die SVP sagt immerhin Ja zur Traglufthalle - das hat auch mit dem "Zukunftsraum" zu tun.

Nadja Rohner
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Etwa so könnte die Traglufthalle über dem Schwimmbad Suhr aussehen.

Etwa so könnte die Traglufthalle über dem Schwimmbad Suhr aussehen.

Oliver Menge / Nikon Z6

Die Gemeindeversammlung am Mittwoch dürfte lange dauern. Von den elf Traktanden lehnt die Finanzkommission zwei ab: den Kredit (110664 Franken) für einen Investitionsbeitrag an die Traglufthalle über dem 50-Meter- Becken im Freibad Suhr, ausserdem den Kredit für den Umbau des Küttiger Gemeindehauses (1,419 Mio. Franken). Beides wird wohl für Diskussionen sorgen.

Für ein «überzeugtes Ja» zu diesen Vorlagen spricht sich die SP aus. Zur Traglufthalle schreibt sie sinngemäss auf ihrer Website, das Projekt sei ein Bekenntnis zur Region und zum Breitensport, die Finanzierung ausgewogen.

Die SVP sagt nach kontroverser Diskussion grossmehrheitlich Ja zur Traglufthalle. Präsidentin Irène Richner: «Wir haben uns auch im Rahmen der Zukunftsraum-Diskussionen immer so posi- tioniert, dass wir regionaler Zusammenarbeit gegenüber aufgeschlossen sind.» Allerdings setze auch die SVP noch einige Fragezeichen; «etwa, was für weitere regionale Projekte angedacht sind oder was überhaupt als regionales Projekt verstanden wird». Nein sagt die Volkspartei zur Innensanierung des Gemeindehauses. Ein Sanierungsbedarf sei da, sagt Richner, aber zum jetzigen Zeitpunkt gebe es erstens dringendere Investitionen – Stichwort Schulbauten – und zweitens wolle die SVP abwarten, bis die Auswirkungen der Pandemie auf die Finanzlage der Gemeinde klarer erkenn- bar sind, auch in Bezug auf das Wachstum der Sozialhilfe.

Die FDP hat für beide umstrittenen Vorlagen die Nein-Parole beschlossen – einstimmig bei der Gemeindehaussanierung, fast einstimmig bei der Traglufthalle. Ganz überraschend ist das nicht: Die FDP stellt drei der sieben Finanzkommissionsmitglieder, darunter Präsident und Vize. Überregionale Zusammenarbeit sei zwar ein freisinniges Anliegen, schreibt die FDP auf ihrer Website, man würde aber begrüssen, wenn es dafür «verlässliche Spielregeln» gäbe, «um gemeinsam die Planung und Realisierung von Infrastrukturen für unsere Region voranzutreiben und die Lasten in einem fairen Schlüssel auf die teilnehmenden Gemeinden zu verteilen».

Gemeinderat will seinen Lohn vorerst belassen, wie er ist

Traktandiert, aber weitgehend unumstritten ist indes die Revision des Friedhofreglements Kirchberg sowie die künftige Besoldung des Gemeinderats. Letztere sieht aktuell so aus: Der Gemeindeammann (Tobias Leuthard, SP) verdient 66 000 Franken plus 4500 Franken Spesen. Der Vize (Thomas Kaspar, FDP) erhält 33 000 Franken und 3500 Franken Spesen. Die drei übrigen Gemeinderatsmitglieder (Markus Knüsel, SVP; Raymond Hunziker, SVP; Regula Kuhn, SP) werden mit je 28 000 Franken plus 3000 Franken Spesen entschädigt. Diese Ansätze gelten seit 2018, sie waren auf die laufende Amtsperiode hin um rund 22 Prozent erhöht worden. Der Gemeinderat beantragt nun, vorerst an diesen Löhnen festzuhalten. Dies insbesondere, weil die Auswirkungen der Schulpflege-Abschaffung auf den Zeitaufwand des zuständigen Gemeinderatsmitglieds noch nicht klar sind. Deshalb will der Gemeinderat die Situation beobachten und allenfalls an der Sommergmeind 2023 eine Anpassung beantragen. Aktuell hat Küttigen rund 6500 Einwohner und einen Steuerfuss von 100 Prozent.

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