Buchs
Langsamverkehr soll attraktiver werden: Neue Velowege für Buchs

Im Kommunalen Gesamtplan Verkehr sind vor allem Verbesserungen für Velofahrer und Fussgänger vorgesehen.

Nadja Rohner
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Insbesondere für Velofahrer soll die Lenzburgerstrasse sicherer werden.

Insbesondere für Velofahrer soll die Lenzburgerstrasse sicherer werden.

Lenzburgerstrasse, Bushaltestelle Fabrikweg

Vor einem Jahr schickte Buchs die neue Bau- und Nutzungsordnung in die Mitwirkung. Jetzt folgt der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV): Er liegt bis zum 26. März öffentlich auf. Im KGV wird definiert, wie sich der Verkehr in den nächsten rund 15 Jahren entwickeln soll und welche Massnahmen dazu vorgesehen sind. In den meisten Fällen ist die Koordination mit dem Kanton respektive dem Verkehrsmanagement der Region Aarau unabdingbar. «Wir können die Verkehrsprobleme der Region nicht alleine lösen», stellt Ammann Urs Affolter klar.
«Für Buchs besteht im Bereich Fuss- und Veloverkehr der grösste Handlungsbedarf», kommentiert Affolter die im KGV umrissenen Projekte. Neue Strassen für Autos und Lastwagen werden, von Liegenschaftserschliessungen abgesehen, vorerst nicht mehr gebaut. Was die bestehenden Strassen angeht, so stehe die «qualitativ gute Gestaltung der bestehenden Strassenräume zur Steigerung der Aufenthaltsqualität» im Vordergrund.
Bei manchen Strassen kann das die Gemeinde alleine: So steht beispielsweise die Umgestaltung des Doppelknotens bei der «Burestube» bereits unmittelbar bevor; und bei der schon umgestalteten Gysistrasse wird im KGV ein Lastwagenfahrverbot zumindest in Betracht gezogen. Auch der im KGV angepeilte Schutz der südlichen Quartiere vor Schleichverkehr wird mit einem Teilfahrverbot wahrscheinlich schon in den nächsten Monaten umgesetzt.
Doch bei den Kantonsstrassen Lenzburger-, Mitteldorf- und Aarauerstrasse sowie der Tramstrasse hat die Gemeinde das Heft nicht selber in der Hand. Alle drei Strassen sollen umgestaltet werden, wobei bei der Lenzburgerstrasse gerade für den Veloverkehr Sicherheitsdefizite bestehen. Alle drei Abschnitte sollen für den Langsamverkehr attraktiver werden.

Tempo 30 überall und mehr Ordnung beim Parkieren

Der KGV sieht vor, in allen Quartieren Tempo 30 einzuführen. Faktisch betrifft das nur noch das Ausserdorf. Ob dort auch auf der Rösslimatt- und Fabrikstrasse (Zufahrt zur Industrie) ein 30er-Regime Sinn macht, muss zuerst geprüft werden.
Elektromobilität soll mittels weiterer Ladestationen – es gibt schon welche bei den Parkplätzen Gemeindehaus und Mitteldorf – gefördert werden. Auch ein Elektro-Cargoveloverleih, wie ihn beispielsweise Suhr und Aarau schon kennen («Carvelo»), ist für das Gemeindehaus und das Wynecenter angedacht.
Bereits mit der neuen Bau- und Nutzungsordnung wird die rechtliche Voraussetzung geschaffen, um zum Beispiel das Wynecenter zur Erhebung von Parkgebühren zu verpflichten. «Ob und wann das passieren wird, ist noch nicht klar», sagt der Gemeindeammann. Sicher ist, dass die Parkierung entlang der Mitteldorf- und vor allem der Aar­auerstrasse besser geordnet werden soll, da jetzt der Strassenraum von abgestellten Autos dominiert wird. Eine Studie zum Parkierungsangebot im Zentrum hat laut KGV zum Ziel, «die Anzahl der Parkfelder zu reduzieren und die Verfügbarkeit zu verbessern». Ausserdem soll in der BNO die Möglichkeit für autofreies Wohnen geschaffen werden. Grössere Bauvorhaben brauchen künftig ein Mobilitätskonzept.
Verbessert werden muss die öV-Erschliessung in den Gebieten Neubuchs und Triesch. Es wird eine direkte Busverbindung zwischen Rohr und Buchs geprüft; ebenso eine zwischen Suhr und dem Wynenfeld. Bushaltestellen werden künftig barrierefrei und komfortabler.

Wo neue Velo- und Fusswege gebaut werden

Geplant ist eine «Nordtangente» für den Fuss- und Veloverkehr südlich der Bahngeleise. Sie führt vom Gebiet Triesch über das Torfeld Süd bis zum Bahnhof Aarau. Gequert werden müssen dafür die Suhre, die Gysistrasse, das Areal der Garage Rebmann. Analog dazu ist eine Velo- und Fussverbindung südlich des Autobahnzubringers geplant; vom Gebiet Obermatte via Rohrerstrasse zum Bahnhof Aarau. Ausserdem soll es eine direktere Veloverbindung von Buchs zur Bachstrasse in Aarau/Suhr geben, die ebenfalls als Veloroute zur Innenstadt führt.
Entlang der Suhre sieht der KGV einen durchgehenden, beleuchteten und mit Hartbelag ausgestatteten Fuss- und Radweg von mindestens 3,5 Metern Breite vor. Und im «Usserdorf» ist eine Passerelle für den Langsamverkehr über den Autobahnzubringer geplant, um das Quartier mit dem Wald zu verbinden. Neue Fuss- und/oder Velowege sind auch in den Gebieten Huetmatt-/Lochmattweg und Hunzikermatte sowie in der Suhrenmatte vorgesehen.